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Hockey-Herren schalten Gastgeber aus

Das Motto nach dem Sieg im EM-Halbfinale gegen England: Emotionen freien Lauf lassen

Die deutschen Hockeyherren haben sich im Penaltyschießen in einem Halbfinal-Krimi gegen die Hausherren knapp durchgesetzt und stehen damit im Finale. Wieder einmal stach die herausragende Leistung vom deutschen Schlussmann Jacobi heraus, als er zwei Penalties hielt.

Veröffentlicht am 27. August 2015 von

Glücklicher Halbfinalsieg öffnet das Tor einen großen Spalt zur Titelverteidigung

(Hannover) Die ersten zehn Minuten waren durch beidseitige Torchancen geprägt, doch konnten die jeweiligen Torhüter in den Anfangsminuten die Chancen vereiteln. In einer munteren Partie erspielten sich beide Mannschaften zahlreiche Strafraumszenen, doch der Ball fand dabei nicht den Weg ins Tor. Nach den anfänglichen Torchancen verlagerte sich das Spiel vielmehr zwischen den Strafräumen, da beide Defensivketten stabil standen. In der 13. Minute hatten dann die Spieler von Trainer Markus Weise Glück, als Christ Griffith völlig frei zum Schuss kam. Allerdings flog der Ball links am Tor vorbei, sodass die deutschen Hockeyherren kurz durchatmen konnten. Auf der anderen Seite hatte dann das DHB-Team eine ähnlich 100%-ige Chance, jedoch scheiterte Miltkau aus fünf Metern an dem englischen Torhüter George Pinner. Im zweiten Viertel sorgte eine Schiedsrichterleistung von Coen van Bunge für kurze Aufregung, als er nach einem vermeintlichen Foul an Ward auf den Siebenmeterpunkt gegen die deutsche Nationalmannschaft entschied. Der Videobeweis konnte allerdings für Aufklärung sorgen, sodass das polnisch-niederländische Schiedsrichtergespann die Entscheidung zurück nahm. Nur wenige Spielminuten später nutzten die Engländer dann einen Fehlpass von Zwicker aus, den Mark Gleghorne aus englischer Sicht gesehen konsequent zur 1:0 Führung verwandelte. Ein paar Minuten später verpassten die Engländer die Möglichkeit ihre Führung auszubauen, als Condons Schuss weit das Tor verfehlte. Nach einer kleinen Phase der Verunsicherung stabilisierte sich wieder das DHB-Team und injizierte eigene gefährliche Angriffe, die Entlastung für die Defensive der deutschen bedeuteten. Der Schuss aus der Drehung von Grambusch verfehlte das Tor nur knapp. In der 24. Minute ahndeten die Schiedsrichter ein Foulspiel von Staib mit einer Zweiminutenstrafe. Die deutschen Hockeyherren spielten weiter munter nach vorn, doch auch der Rückhandschuss von Rühr aus spitzem Winkel fand nicht den Weg ins Tor. Die Chancen um die Mannschaft von Moritz Fürste häuften sich und der Ausgleich war nur noch eine Frage der Zeit. Fuchs probierte es mit einem Solo-Lauf, doch die Engländer klärten zur langen Ecke. Im direkten Anschluss fiel das hochverdiente 1:1. Wellen legte von links auf den angelaufenen Zwicker zurück, der den Ball gekonnt über die Linie drückte. Mit diesem Ergebnis verabschiedeten sich beide Teams in die Halbzeitpause.

Das Glück stand auf deutscher Seite

Die zweite Hälfte begann genauso temporeich, wie die erste zuvor aufgehört hatte. Sowohl England als auch Deutschland kombinierten sich bis vor den Schusskreis, jedoch fehlte es an der Präzision für den alles entschiedenen letzten Pass. In der 38. Minute verursachte Staib durch ein Foul die erste englische Strafecke. Den Flachschlenzer von Jackson konnte der Schlussmann des DHB-Teams mit einer Parade abwehren. Glück für Deutschland, als sich Butt bei einem Schlenzer verschätzte und der angelaufenen Barry Middleton diese verpasste. Die deutschen Hockeyherren mussten im letzten Viertel eine Schippe drauflegen, da die Engländer immer stärker wurden. Wie ausgewechselt spielte die deutsche Hockeynationalmannschaft der Deutschen im letzten Viertel auf und erarbeitete sich so zahlreiche Torchancen. Zunächst verfehlte der Schuss von Fürste das Tor, als er sich in den gegnerischen Strafraum reindrehte. Anschließend konnte Niklas Wellen einen Pass am gegnerischen Pfosten nicht unter Kontrolle bekommen. Die englische Hockeynationalmannschaft befreite sich nur selten aus ihrer Hälfte. Erst in der 56. Minute musste Jacobi ins Spielgeschehen wieder eingreifen, als die Engländer einen Ballverlust von Häner ausnutzten. Im direkten Gegenzug erkämpfte sich Grambusch die zweite Strafecke für das deutsche Team, die der Youngster Lukas Windfeder halbhoch rechts zur 2:1 Führung verwandelte. „Nur noch drei Minuten überstehen“, hieß es für das deutsche Hockeyteam der Männer und dann wären sie ihrem Ziel, der Titelverteidigung, noch einen Schritt näher gekommen und stünden im Finale der Europameisterschaft 2015 in London. Die Engländer wiederum setzten alles dagegen und die heimische Kulisse peitschte die Mannschaft weiter nach vorn. Angetrieben vom eigenen Publikum erspielte sich die englische Mannschaft eine Strafecke, jedoch konnte Jacobi die Stechervariante mit einer tollen Parade vereiteln. Der Ball berührte allerdings einen deutschen Mitspieler, sodass wieder auf Ecke entschieden wurde. Diese blockte Martin Häner über das Tor. Für die letzten zwei Spielminuten nahmen die Engländer ihren Schlussmann raus und wechselten dafür einen elften Feldspieler ein. Mit der Einwechslung erhöhte sich der Druck in der deutschen Gefahrenzone, sodass der Schiedsrichter nach Foulspiel an Jackson den Engländern eine weitere Ecke zugestand. Jacobi parierte auch diese Ecke, doch der polnische Schiedsrichter Marcin Grochal entschied auf Siebenmeter. Das DHB-Team forderte den Videobeweis an, allerdings konnte der Videoschiedsrichter keine Entscheidung treffen, sodass Jackson zum Siebenmeter antrat. Dieses verwandelte er unten links, keine Chance für Jacobi. Nachdem nach 60 Minuten kein Sieger feststand, musste das Penaltyschießen für Klarheit sorgen. Die deutsche Mannschaft musste beginnen und ging durch die Personale Florian Fuchs 3:2 in Führung, in dem er unten rechts traf. Der erste englische Schütze machte es den Deutschen nach. Ashley Jackson drehte sich zweimal und traf zum 3:3. Tobias Hauke startete als zweiter Schütze für Deutschland und scheiterte an Pinner. Auch dieses Szenario schauten sich die Engländer bei den Deutschen ab, sodass Jacobi Barry Middleton den Ball wegspitzeln konnte. Demnach blieb es beim 3:3. Moritz Fürste brachte sein Team 4:3 in Führung die Bestand hatte, da Nick Catlin den Pfosten traf. Mathias Müller verpasste die Chance die Führung auszubauen, da sein Schuss das Tor rechts verfehlte. Die Engländer nutzten den Patzer gnadenlos aus und trafen durch Harry Martin zum 4:4. Nun lastete die ganze Hoffnung auf Mats Grambusch, der mit einem verwandelten Penalty seine Mannschaft im Spiel hielt. Mit dem 5:4 erhöhte die deutsche Mannschaft den Druck auf den letzten englischen Schützen. Sam Ward verlor die Nerven und scheiterte am starken Jacobi. Die deutschen Hockeyherren haben ihr Halbfinalspiel gegen die Gastgeber aus England knapp mit 5:4 im Penaltyschießen gewonnen und stehen damit zum vierten Mal im EM-Finale.

Moritz Fürste hatte kurz nach dem Spiel auch gleich seinen Matchwinner gefunden und sagte: „Ich kenne Jacobi ja schon lange und besser als viele. Er ist bei uns jetzt in einer ganz wichtigen Rolle angekommen, in der er Spiele für uns gewinnt und ein unglaublich sicherer Rückhalt ist.“


Schlagworte: Deutschland, EM 2015, England, Finale ruft, Halbfinale, Hockey, Mats Grambusch, Nicolas Jacobi, Penaltyschießen

Artikelinformationen


Datum: 27. August 2015
Veröffentlicht von:
Autor: Louis Lambert


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