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Hoffnung ohne Happy End

FC Ingolstadt - Hannover 96

Nach einem 2:0 Rückstand in der ersten Halbzeit, beweisen die Roten Herz und kommen zurück. Am Ende holen die Hannoveraner einen Punkt und drehen das Spiel zu einem Unentschieden. Vorerst bleiben die Klassenerhaltshoffnungen damit am Leben.

Veröffentlicht am 25. April 2016 von

(Hannover) Nach einem 2:0 Rückstand kämpfen sich die Roten mit einer kämpferischen Leistung zurück. Der letzte Tropfen Hoffnung bleibt damit. Allerdings nur für einen Tag.

,,Alles, Alles geht vorbei – doch wir bleiben treu“ 

Das Spiel zwischen dem Bundesliganeuling aus Ingolstadt im Süden der Republik und den Roten aus der Landeshauptstadt Hannover stand ganz unter dem Zeichen der verlorenen Hoffnung. Nach einem starken 2:0 Sieg letzte Woche pünktlich zum 120 Jährigen Geburtstag vom Hannoverschen Sportverein, verspürten zumindest ein paar Fans noch die Hoffnung, dass ein Klassenerhalt möglich wäre. Auf dem Papier ist das auch nicht falsch, denn mit vier Siegen in vier Spielen und Niederlagen von Frankfurt und Bremen in den letzten Spielen, wäre der Relegationsplatz noch zu erreichen. Den meisten Fans ist aber seit Wochen bewusst, dass jede Hoffnung vergebens ist und so machten sich ca. 1500 Fans aus Hannover auf dem Weg zum vorerst ersten und letzten Spiel gegen die Ingolstädter. Unter dem Angesicht einer Reisedauer von mehr als 10 Stunden, eine beachtliche Zahl. Auf den Rängen feierten beide Fanszenen den Einlauf der Mannschaften mit Choreographien. Die Heimfans erinnerten an die Festlegung des Reinheitsgebotes für Bier, das vor 500 Jahren in Ingolstadt festgeschrieben wurde und die Hannover Fans sendeten eine klare Botschaft: ,,Alles, Alles geht vorbei – doch wir bleiben treu“. Nach 14 Jahren in der ersten Bundesliga schwören die treusten der Treusten dem Verein auch in diesen Tagen die Treue und sorgten für eine lautstarke Unterstützung der Mannschaft.

Frühe Gegentreffer sorgen für Unsicherheit 

In den Anfangsminuten bot das Spiel kaum Angriffsszenen, bis Morales nach einem Einwurf in der 10. Spielminute bereits zum 1:0 einköpfen konnte. Wie so häufig in der Saison reagierten die Roten verunsichert auf den Gegentreffer und verloren sichtlich mehr Bälle. In der 20. Minute wurde Klaus allerdings auf dem Weg zum Ingolstädter Tor vom letzten Mann gestoppt. Der foulende Bregerie flog folglich mit Rot vom Platz und ließ die Schanzer für 70 Minuten in Unterzahl spielen. Diesen Vorteil konnten die Hannoveraner in den folgenden Minuten aber nicht nutzen. Stattdessen nutze Hartmann in der 25. Minute nach einem Freistoß die wieder einmal viel zu großen Lücken in der 96-Abwehr und köpfte zur 2:0 Führung ein.

Zweimal ,,fast“ ist zweimal ,,fast“ zu viel

Nach dem zweiten Gegentreffer setzten die 96er endlich offensive Akzente. Das Jungtalent Sarenren-Bazee, welcher unter Daniel Stendel zu den Profis berufen wurde und seit einigen Spielen auf sich aufmerksam macht, traf zum Anschlusstreffer. Das Tor wurde nach kurzer Freude allerdings für ungültig erklärt, da Szalai den Ball vorher deutlich mit der Hand spielte. Kurz danach traf Szalai in der 28. Minute nur den Pfosten und verpasste so erneut die Chance zum Anschlusstreffer.
Nach der Halbzeit wechselte Trainer Stendel offensiv aus. Der Verteidiger Milesovic wich dem jungen Fossum und sorgte so für eine neue, aggressive Herangehensweise. Die nun klar spielbestimmenden Hannoveraner erspielten sich viele Chancen und bestimmten das Spielgeschehen. Der letzte Pass nach vorne in die Spitze fehlte wie häufig aber. In der 58. Minute kam es dann endlich zur erhofften Möglichkeit. Nach einem Foul an Klaus reagierte Szalai schnell und legte den Ball auf die Außen zum japanischen Rechtsverteidiger Sakai. Dieser erzielte sein zweites Bundesligator und somit den 2:1 Anschlusstreffer. Nach vielen Angriffen war es Spielmacher Kiyotake selbst, der erneut einen Angriff initiiert und diesen aus 10 Metern aus zentraler Position mit dem Treffer zum 2:2 Endstand vollendete.

Drei Spiele, keine Niederlage – aber alles geht vorbei 

Die neu geschaffene Mannschaft von Trainer Daniel Stendel ist nach dem Unentschieden nun im dritten Spiel ungeschlagen. Rechnerisch war der Klassenerhalt nach dem Unentschieden sogar noch möglich. Diese Hoffnungen wurden aber, für viele Fans endlich, von Eintracht Frankfurt beendet, die am Sonntag gegen des FSV Mainz 05 einen Sieg feiern durften. Mit diesem Sieg ist es Hannover 96 nun unmöglich den Relegationsplatz zu erreichen und somit steht der Traditionsverein aus Hannover nach 14 Jahren Bundesliga als erster Absteiger in die zweite Liga fest. Interessant wird für die Roten welche Konsequenzen daraus gezogen werden. Am Dienstag findet die Jahreshauptversammlung statt und die Fans haben eigene Kandidaten für den Aufsichtsrat aufgestellt, um die Pläne der Vereinsführung die 50+1-Regel aufzuheben, im letzten Moment doch noch abzuwenden.
Egal welche Veränderungen die Fans von 96 vor sich haben. Sie können nach vorne schauen in eine Saison mit der wohl stärksten und attraktivsten zweiten Liga, die es jemals gegeben hat. Gegner wie Dynamo Dresden, FC St. Pauli, Fortuna Düsseldorf, Arminia Bielefeld und natürlich die verfeindete Eintracht aus Braunschweig lassen viele Herzen in der Landeshauptstadt schon jetzt hochschlagen.


Schlagworte: 50+1, Abstieg, Bundesliga, Derby, Fans, FC Ingolstadt, Hannover 96, JHV, Ultras

Artikelinformationen


Datum: 25. April 2016
Veröffentlicht von:
Autor: Patrick Herrmann


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