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Sportlerportrait

Joshua Kimmich – der Youngster im Visier

Quelle: Getty Images

Joshua Kimmich. Ein Name, den nicht viele Leute auf dem Zettel hatten. Bis heute. Denn der 21-Jährige zeigte beim EM-Gruppenspiel gegen Nordirland eine überragende Leistung und überraschte viele deutsche Fans. Doch wer ist dieser Kimmich eigentlich?

Veröffentlicht am 22. Juni 2016 von

Kleiner Mann ganz groß. Im heutigen EM-Gruppenspiel zwischen Deutschland und Nordirland stand der erst 21-Jährige zum zweiten Mal (erstes Pflichtspiel) für die A-Nationalmannschaft auf dem Platz und absolvierte ein klasse Spiel. Damit dürfte er viele deutsche Fans überrascht haben, denn kaum einer hatte diesen Jungen, der seit letztem Jahr beim FC Bayern München spielt, vor der EM auf dem Schirm. Doch wer ist dieses junge Talent überhaupt? Wir nehmen den Youngster ins Visier.

Jugend

Kimmich ist am 8. Februar 1995 in Rottweil geboren. Als Kind spielte er für den VfB Bösingen, bis er mit zwölf Jahren in die Jugendabteilung des VfB Stuttgart wechselte. Hier durchlief er alle Altersklassen, bis er schließlich in der Saison 2012/2013 in der A-Jugend-Bundesliga spielte.

Rasanter Karriereaufstieg

Aus der A-Jugend des VfB wechselte er zum damaligen Drittligaaufsteiger RB Leipzig. Sein Debüt im Seniorenbereich gab er am 28.09.2013 gegen die SpVgg Unterhaching. In der Saison kam er insgesamt 26 Mal zum Einsatz und erzielte ein Tor im Spiel gegen den 1.FC Saarbrücken. Insgesamt ein erfolgreiches Jahr für ihn, denn er gehörte gegen Ende der Saison nicht nur fest zur Stammelf, sondern schaffte mit RB den Aufstieg in die zweite Bundesliga. Auch hier konnte er sich beweisen und zählte schnell zu den Top Spielern von Leipzig, sodass, kein geringerer Verein als der FC Bayern München auf ihn aufmerksam wurde. Zur Saison 2015/16 verpflichtete der FCB den zu dem Zeitpunkt erst 20-Jährigen.

Der Aufstieg beim Rekordmeister

Mit dem Wechsel zum großen FC Bayern hat er das geschafft, was sich viele junge Fußballer erhoffen. Viele hielten den Wechsel für eine schlechte Entscheidung, denn nicht jeder glaubte daran, der gelernte Mittelfeldspieler könnte sich gegen die Stars vom FCB durchsetzen. Grade im Mittelfeld sei der amtierende Meister so gut besetzt, dass für Kimmich nur die Ersatzbank bliebe. Doch für den jungen Spieler stand von vornherein fest, dass er sich durchsetzen will. Namenhafte Spieler auf seiner Position, wie Xabi Alonso oder den damals noch bei Bayern spielenden Bastian Schweinsteiger, sah Joshua nicht als Konkurrenz. „Ich versuche, mir erst einmal so viel wie möglich von ihnen abzuschauen. Das sind Weltstars, vor denen ich allergrößten Respekt habe. Aber ich werde hart für meine Chance arbeiten, um zu Einsatzzeiten zu kommen“, betonte er vor dem Wechsel.

Und die bekam er schneller als erwartet. Bereits am 9. August 2015 feierte er sein Pflichtspieldebüt in der ersten Runde des DFB-Pokals gegen den FC Nöttingen. Und auch sein Bundesligadebüt ließ nicht lange auf sich warten. Am vierten Spieltag (12.09.15) wurde er beim Spiel gegen den FC Augsburg für Phillip Lahm eingewechselt. Moment mal. Für Lahm? Ganz genau, für Lahm. Trainer Pep Guardiola sah seine Stärken nämlich nicht nur im Mittelfeld, sondern auch, beziehungsweise vor allem, in der Abwehr.

Erstes Double mit 21

In seiner Debütsaison kam der 21-Jährige auf ganze 36 Pflichtspieleinsätze, was er selber vorher nie gedacht hätte. Und nicht nur national durfte sich die Abwehr-Aushilfe beweisen. Selbst bei großen Spielen in der Champions League setzte Pep oftmals auf seinen Schützling. „Nicht viele Trainer haben solche Eier wie er“, betonte Kimmich nach der Saison. Trotz seiner fehlenden Körpergröße (1,76 Meter) und mangelnder Erfahrung, ließ Guardiola ihn oft sowohl als Innen-, als auch als Außenverteidiger auflaufen. Damit sammelte der Youngster nicht nur enorm viel Erfahrung, sondern trug mit seiner Leistung auch noch zu einer spitzen Saison bei. Denn die Bayern verteidigten zum vierten Mal in Folge die Meisterschaft und gewannen den DFB Pokal. Somit kann Kimmich nach einer Saison in der Bundesliga sein erstes Double verzeichnen.

Sprung in die Nationalmannschaft

Nicht nur die Münchener waren davon begeistert, was für eine gute Saison der „kleine Joshua“ spielte. Auch Bundestrainer Jogi Löw wurde schnell auf das all around Talent aufmerksam.

Phillip Lahm, der nach der WM 2014 von der Nationalmannschaft zurücktrat, hinterließ eine große Lücke in der Abwehr. Bei Verteidiger Mats Hummels, war nicht klar, ob er rechtzeitig zur EM fit wird. Und selbst im Mittelfeld gab es bis kurz vor dem Turnier Ungewissheit, bezüglich des Kapitäns Bastian Schweinsteiger. Und welcher Spieler ist eine gute Alternative, für diese eventuellen Ausfälle? Einer, der im zentralen Mittelfeld ausgebildet wurde, aber auch hohe Qualitäten als Innen- und Außenverteidiger beweisen konnte. Damit war es für die Experten keine große Überraschung, als Kimmichs Name am 17. Mai bei der vorläufigen Kader Nominierung fiel. „Eine absolute Ehre für mich, aber vor allem auch eine Chance, die ich bestmöglich nutzen will“. Mit dieser Ankündigung fuhr Kimmich mit ins Trainingslager nach Ascona und bewies dort gleich, dass Löw mit ihm keinen Fehler gemacht hat. Der Bundestrainer zeigte sich von seiner Leistungsbereitschaft begeistert und nahm ihn deshalb schließlich mit nach Frankreich. Und auch hier brauchte der Youngster nicht lange auf einen Einsatz warten. Im dritten Gruppenspiel gegen Nordirland durfte Joshua von Anfang an ran und spielte als Rechtsverteidiger 90 Minuten durch. Vor dem Spiel ließ Löw noch darauf schließen, keinen der Neulinge so schnell spielen zu lassen. „Bei so einem Turnier herrscht eine besondere Drucksituation“. Doch der Trainer gab ihm die Chance und Kimmich hielt dem Druck stand. Er zeigte eine überragende Leistung bei dem 1:0 Sieg, mit dem die Deutschen als Gruppensieger ins Achtelfinale einziehen. Er war an mehreren Großchancen beteiligt und leitete sogar das Tor von Mario Gomez ein.  „Er ist ein wunderbarer Junge, er geht seinen Weg und traut sich was“, schwärmte ARD-Experte und ehemaliger Profi Mehmet Scholl nach dem Spiel.

Wir können gespannt sein, was er bei der EM noch so zeigt. Aber eins dürfte klar sein: Joshua Kimmich hat eine große Karriere vor sich.


Schlagworte: 2016, DFB, EM, FCB, Joshua, Kimmich, Youngster

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Datum: 22. Juni 2016
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