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Junges Team überzeugt in der Dressur der Paralympics 2016

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Kurz nach den olympischen Sommerspielen haben nun auch die Paralympischen Spiele ein Ende gefunden. In der Para-Dressur zeigte ein junges deutsches Team sein Können und machte damit vor allem Hoffnung für die Zukunft.

Veröffentlicht am 19. September 2016 von

(Hannover) Zwei Wochen nach den Olympischen Spielen wurden in Brasilien vom siebten bis 18. September auch die Paralympics ausgetragen. Es sind die XV. Paralympischen Sommerspiele. Obwohl Para-Pferdesportler mittlerweile in immer mehr Disziplinen aktiv sind, ist die Para-Dressur bisher als einzige olympisch. Deutschland durfte in diesem Jahr fünf Athleten an den Start schicken.

Die Grades

Angereist war das deutsche Reiterteam als Verteidiger der Silbermedaille, außerdem sammelten die deutschen Reiter vor vier Jahren in London je zwei Mal Gold, Silber und Bronze in der Einzelwertung. Die Para-Pferdesportler sind in sogenannte „Grades“ eingeteilt. Die Zuordnung richtet sich nach der Schwere der Behinderung, von Grade I der am schwersten behinderten bis Grade IV.

Friendly Horses

Eine weitere Besonderheit, die der Para-Pferdesport mit sich bringt ist der Einsatz der sogenannten „Friendly Horses“. „Friendly Horses“ sind Pferde, die während der laufenden Prüfung am Rande des Vierecks stehen, um Pferd und Reiter Sicherheit und Stabilität zu vermitteln. So ist während der laufenden Prüfung nicht immer nur ein, sondern gleich zwei Vierbeiner in der Arena.

Wettkampfsystem der Para-Dressur

Üblicherweise besteht ein Team in der Para-Dressur aus vier Reitern, die deutschen Athleten bekamen in diesem Jahr einen weiteren Startplatz. Pro Team dürfen maximal zwei Athleten dem gleichen Grade angehören. Für das Teamergebnis werden die besten drei Ergebnisse aus der Mannschaftsprüfung, sowie dem sogenannten „Championship Test“ addiert, es gibt ein Streichergebnis. Einzelmedaillen werden pro Grade zweimal vergeben – eine für den Championship Test und eine für die Kür. Geritten werden Schritt- Trab- und Galoppsequenzen auf A bis L-Niveau.

Team-Silber für Deutschland

Nach abgeschlossenen Durchgängen des Team Tests und des Championship Tests in allen Grades stand es fest: Mannschaftssilber für Deutschland. Die deutschen mussten sich lediglich gegen die britischen Titelverteidiger geschlagen geben, Platz drei ging an die Mannschaft aus den Niederlanden. Damit knüpfen die Para-Reiter an frühere Erfolge an. Bei den Weltreiterspielen 2014 und den vergangenen Europameisterschaften mussten sie neben den Briten jedoch auch den Niederländern den Vortritt lassen. Für eine Einzelmedaille sollte es an diesem Tag jedoch nicht reichen, auch wenn Elke Philipp mit Regaliz in Grade Ia mit einem Ergebnis von über 73% das Teamsilber perfekt machte, reichte es im Einzel „nur“ für Platz vier. Bundestrainer Bernhard Fliegel blieb dennoch optimistisch: „Es liegt einfach am guten Schnitt, dass wir sogar drei Prozent vor den Niederländern rangieren. Man merkt schon, dass es den meisten noch an Erfahrung bei so einem großen Championat fehlt. Aber man merkt auch: Da wächst was heran.“

Doch noch eine Einzelmedaille!

Am folgenden Tag war das Glück der Einzelmedaillen dann doch noch auf der Seite der Deutschen. Auch wenn diese bis zur letzten Prüfung bangen mussten, in der sich Steffen Zelbig mit seiner Hannoveraner Stute Feel Good die Bronze-Medaille in Grade II sicherte.
„Ich bin überglücklich“, sagte Steffen Zeibig strahlend. „Das ist der Lohn für drei Jahre harte Arbeit. Es ist heute sehr gut gelaufen, ich kam viel besser zum Reiten.“ Knapp neben dem Podiumsplatz endeten die Paralympics für Elke Philipp und Alina Rosenberg, die sich in ihrem Grade jeweils den vierten Platz sicherten. Carolin Schnarre und Del Rusch schafften es auf Platz fünf.

Ein optimistischer Blick in die Zukunft

Equipechefin Britta Bando blickte abschließend hoffnungsvoll in die Zukunft: „Am Ende fehlt dann eben auch das Quäntchen Glück. Und natürlich darf man auch nicht vergessen, dass wir uns gerade in einem Generationenwechsel befinden, was Pferde und Reiter betrifft. Bis auf Steffen sind wir hier nur mit Neulingen am Start, die sich erst noch einen Namen machen müssen. Unsere Reiter sind alle gut, kämpfen mit. Wie man an den Ergebnissen und der Silbermedaille im Team sieht, sind wir auf einem guten Weg.“


Schlagworte: Britta Bando, Carolin Schnarre, Elke Philipps, Paradressage, Paradressur, Paralympics 2016, Paralympische Spiele

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Datum: 19. September 2016
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