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Kerber verteidigt Titel in Stuttgart

getty Images, Angelique Kerber

Die Fans in Stuttgart bekamen etwas, womit sie niemals gerechnet hätten. Zum ersten Mal standen gleich zwei deutsche Spielerinnen im Finale. Neben einer der Favoritinnen, stürmte eine Qualifikantin zu ihrer ersten Endspielteilnahme.

Veröffentlicht am 24. April 2016 von

(Hannover). Das hochkarätig besetzte WTA-Turnier in Stuttgart endete überraschender Weise mit einem deutschen Finalspiel. Neben der Titelverteidigerin Angelique Kerber, stand zudem Laura Siegemund, eine Qualifikantin im Finale des Porsche Tennis Grand Prix. Diese unterlag der Favoritin zum Schluss jedoch deutlich mit 4:6, 0:6.

Das Stuttgarter Tennis-Turnier schrieb gleich zwei Geschichten. Die eine handelte von Australian-Open-Siegerin Angelique Kerber, die ihren Titel verteidigen wollte und mehr, als die Jahre zuvor, in der Öffentlichkeit stand. Die zweite Geschichte schrieb die Qualifikantin Laura Siegemund, deren Name zuvor wohl nur deutsche Tennisfans kannten. Die Lokalmatadorin hatte zuvor nie ein Halbfinale auf der WTA-Tour erreicht. Umso überraschender war der Einzug Siegemunds in das Finale des Porsche Tennis Grand Prix. An die Finalteilnahme Kerbers hatte man dagegen geglaubt – sogar gehofft, dass sie die Chance zur Titelverteidigung bekommt. Doch niemand hätte gewagt, davon zu träumen, erstmals ein deutsches Endspiel in Stuttgart sehen zu können.

Break-Festival im ersten Satz

Das Finale in der ausverkauften Porsche Arena begann mit leichten Vorteilen für Siegemund, die aufgrund der Qualifikation drei Partien mehr gespielt hatte, als ihre Gegnerin. Gleich im ersten Aufschlagspiel Kerbers, gelang der studierten Psychologin ein Break und ging mit 3:0 in Führung. Wie in den Spielen zuvor, agierte sie sehr variabel und ließ Kerber durch eingesetzte Stopps viel ans Netz laufen. Mit dieser Taktik hatte die Außenseiterin im Halbfinale die Nummer zwei der Welt, Agnieszka Radwanska, zur Verzweiflung gebracht. Doch nach insgesamt sieben Matches, die sie in Stuttgart gespielt hatte, ließ die Frische deutlich nach. Im ersten Satz kam es zu insgesamt fünf Breaks. Eins mehr gelang Kerber, die den ersten Satz mit 6:4 für sich entscheiden konnte. Für die Qualifikantin war es der erste Satzverlust im gesamten Turnierverlauf.

Müde Siegemund ohne Chance

Gleich das erste Aufschlagspiel von Siegemund, zu Beginn des zweiten Satzes, war hart umkämpft. Es dauerte über elf Minuten, bis die Favoritin, Angelique Kerber, sich durchsetzen konnte. Nachdem die Titelverteidigerin auch das Spiel zum 2:0 gewann, nahm Siegemund eine Behandlungspause und verließ für einige Minuten den Platz. Als sie auch das Spiel nach der Unterbrechung verlor, ließ sie ihren Trainer holen, der ihr riet die Ballwechsel kürzer zu gestalten. Doch es war ihr anzusehen, dass Siegemund kaum noch die Kraft hatte, die Partie spannend zu gestalten. Angelique Kerber, die zu jeder Zeit hoch konzentriert wirkte, nutzte gleich ihren ersten Matchball nach 1:21 Minuten zum 6:4, 6:0.

Erste Titelverteidigung für Kerber

Nach dem verwandelten Matchball, ballte Kerber die Fäuste, strahlte und ließ sich von ihrem Trainer in die Arme schließen. Es war ihr insgesamt neunter Sieg eines WTA-Turniers, aber es war für sie der erste Titel, den sie verteidigen konnte. Neben den 130.000 Dollar Preisgeld, kann sich die 28-jährige zudem über ein Siegerauto freuen. Auch wenn die Unterlegene, Laura Siegemund, etwas enttäuscht war, kann auch sie auf eine grandiose Woche zurück blicken. Binnen drei Tagen, hatte die Nummer 71 der Welt mit Radwanska, Vinci und Halep gleich drei Top-Ten-Spielerinnen geschlagen. Dadurch macht die Stuttgarterin einen großen Sprung und wird nächste Woche auf Rang 42 der Weltrangliste stehen.


Schlagworte: Angelique Kerber, Laura Siegemund, Porsche Tennis Grand Prix, WTA-Tour

Artikelinformationen


Datum: 24. April 2016
Veröffentlicht von:
Autor: Lisa Brautmeier


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