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Fußball - Bezirksliga

Lerneffekt und Stimmung überwiegt dem Qualitätsnachteil

Nach der Hinrunde in der Bezirksliga rangiert der TuS Schmidt mit lediglich einem Punkt auf dem letzten Tabellenplatz. Andere Vereine wie die SG Burgwart befanden sich in ähnlicher Situation und entschieden sich dazu, die Mannschaft abzumelden. Beim TuS hingegen will man auch die verbleibenden fünfzehn Spiele absolvieren, trotz der Tatsache das der Abstieg nicht mehr zu verhindern ist. Aber was spricht für einen Verbleib in einer Liga, in der neben den Anfahrtswegen insbesondere die Stärke der Gegner ein Problem darstellt?

Veröffentlicht am 11. Januar 2016 von

Ein wichtiger Faktor der die Eifeler auszeichnet, ist der Teamzusammenhalt. Das dieser nach zahlreichen Niederlagen normalerweise zu bröckeln beginnt, ist ein häufig wahrgenommenes Bild in Sportvereinen. Aber im Gegensatz zu anderen Klubs, denen es in ihrer Liga an der Qualität mangelt, bleibt das Team rund um ihren Coach und Ex-Alemannen-Profi Tim Krumpen gelassen.

Die Stimmung innerhalb der Kabine und auch abseits des Platzes ist nach wie vor gut. Die örtlichen Festivitäten werden gemeinsam besucht und auch nach den Spielen finden sich viele der Spieler in der vereinseigenen Kneipe wieder. Da das Stimmungsbild sich also trotz der Rückschläge nicht großartig verändert hat, scheidet dieser Grund aus, um einen Rückzug zu verantworten.

Es gibt aber noch einen weiteren Aspekt der hinter dem Nichtrückzug der Mannschaft stehen sollte: Spiele gegen sehr gut besetzte Gegner sind für die noch junge Mannschaft, die bis auf wenige Ausnahmen fast vollständig aus Eigengewächsen besteht, ein wertvoller Lerneffekt.

Die Alternative, ein halbes Jahr ohne ein einziges Spiel auf Wettbewerbsebene zu bestreiten, würde neben dem Verlust einiger Spieler auch dem gesamten Seniorenbereich schaden. Denn die Sicherung der Zukunft der Seniorenabteilung des Vereine steht und fällt mit der ersten Mannschaft. Sportlich wäre die Kreisliga A in der nächsten Saison sicher attraktiver für den Verein, sodass die vorhandenen Spieler auch trotz der andauernden Leidenszeit über diese Spielzeit hinaus dem Verein treu bleiben sollen.

Nach dem wohl feststehenden Abstieg ist der TuS in einer Liga unterwegs, die mit gleich drei Derbys gespickt sein wird. Grund genug sich weiterhin bestmöglich als Einzelspieler zu präsentieren, um auch nächste Saison bei den besonderen Spielen dabei sein zu können. Eine Motivation für jeden einzelnen Spieler im Kader, in der Rückrunde noch einmal ans Limit zu gehen.

Ein wirkliches Argument für einen Rückzug fehlt. Natürlich könnte sich ein jeder der Spieler wegen der langen Anfahrtswege das Spritgeld für sich behalten. Aber das ein Rückzug nur rein sportlich erklärbar sein sollte, liegt auf der Hand. Doch der sportliche Faktor rückt anders als in anderen Vereinen in den Hintergrund.

Es kommt nicht auf Siege und Punktgewinne an, sondern auf enge Spiele, die mit ganzem Ehrgeiz angepackt werden und die ein anschließenden Beisammensein wegen einer guten Leistung trotz fehlendem Erfolgserlebnis unabdinglich machen.

Das Team und seine Geschlossenheit steht über dem sportlichen Erfolg, so könnte das Motto des kleinen Vereins von 1911 vor der Rückrunde lauten, die trotz der Gegebenheiten mit dem Trainingsauftakt am kommenden Freitag angepackt wird.


Schlagworte: Amateure, Bezirksliga, Kommentar, Lokalfußball, Rückzug, TuS Schmidt

Artikelinformationen


Datum: 11. Januar 2016
Veröffentlicht von:
Autor: Alexander Kast
Korrektur: Thomas Fetzer


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