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Londoner feiern Stürmer aus Wilhelmshaven

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Sebastian Polter hat mit den Queens Park Rangers ein Mammutprogramm zu bestreiten. Sein Club liegt in der zweiten Liga Englands derzeit auf dem fünften Platz.

Veröffentlicht am 06. September 2016 von

Wilhelmshaven/London – Seit einem Jahr spielt der deutsche Stürmer Sebastian Polter für den englischen Fußball-Zweitligisten Queens Park Rangers. Die ersten Monate in Englands Hauptstadt gestalteten sich sehr schwierig für den 25-Jährigen. Die Mannschaft hatte keinen Erfolg, nach ein paar Monaten musste der Trainer gehen. Dazu kommt die hohe Belastung. Die zweite Liga hat 24 Mannschaften, also gibt es 46 Punktspiele. Zudem gibt es die Partien im Ligapokal und FA-Cup. Polter hat also kaum Zeit zu trainieren. Die freie Zeit nutzt der gebürtige Wilhelmshavener daher überwiegend zur Regeneration.

Inzwischen ist der 1,92 Meter große Angreifer in der Metropole angekommen und sogar zum Exportschlager avanciert. Die Rangers sind 2016 gut gestartet und liegen nach fünf Spielen auf dem fünften Rang. Der Norddeutsche hat zum Erfolg bisher zwei Tore und zwei Assist beigetragen. Die Fans des Clubs haben Polter in einem Lied sogar eine Zeile gewidmet, in der sie von „the big fucking German“ singen. Das klingt nicht besonders nett, ist von den Queens-Park-Anhängern aber als Kompliment gemeint.

Wie in der Premier League wird auch in der zweiten Liga sehr hart, also typisch britisch, Fußball gespielt. „Wenn ich auf meine bisherigen Stationen zurückschaue, ist das hier das Härteste, was ich bisher erlebt habe. Aber es macht auch unheimlich viel Spaß“, berichtet Polter. Auch die Spielweise des Londoner Stadteilclubs scheint ihm zu liegen. „Unser Trainer Jimmy Floyd Hasselbaink pflegt ein System, wo ich die Sturmspitze bin. Unsere Taktik ist auf viel Ballbesitz eingerichtet. Hinter mir spielt der Niederländer Tjaronn Chery auf der Zehner-Position, wir harmonieren hervorragend.“

Sebastian Polter ist auch nach England gewechselt, um irgendwann einmal in der Beletage des englischen Fußballs zu spielen. Das ist sein großer Traum, den er sich unbedingt erfüllen möchte. Über die irrsinnig hohen Ablösesummen in der Spielklasse sagt der Niedersachse, dass da etwas außer Kontrolle geraten sei. Auf der anderen Seite wisse er gutes Geld zu schätzen.

Die Laufbahn des 25-jährigen Stürmers ist durchaus ungewöhnlich: In der Jugend begann Polter als Torwart. Mit zwölf Jahren wurde er von den Scouts des SV Werder Bremen entdeckt. Obwohl er dort zum Stammpersonal gehörte, ging er wenig später in seine Geburtsstadt zurück, um sich als Stürmer zu beweisen. Ein Jahr danach spielte er für Eintracht Braunschweig und wurde dort Jugend-Nationalspieler. 2007 kam Polter schließlich zum VfL Wolfsburg, wo er seinen ersten Profivertrag unterzeichnete.

Sein Bundesliga-Debüt gab Polter im Dezember 2011. Eine Woche darauf gelang ihm im Spiel gegen den VfB Stuttgart sein erster Bundesliga-Treffer. Bereits im nächsten Spiel markierte der Youngster gegen den 1. FC Köln sein zweites Jokertor, beide Spiele wurden mit 1:0 gewonnen. Danach blieb er aber Ergänzungsspieler und kam nur noch zu kurzen Einsätzen. Weitere Stationen in Deutschland waren anschließend der 1. FC Nürnberg, Mainz 05 und Union Berlin.

In Mainz gab der Wilhelmshavener im Spiel gegen den FC Augsburg sogar ein Torwart-Comeback: In den letzten Minuten der Begegnung musste der Schlussmann der Mainzer nach einer Notbremse mit Rot vom Platz. Da Trainer Thomas Tuchel zu diesem Zeitpunkt alle Wechselmöglichkeiten ausgeschöpft hatte, schnappte sich der 1,92 Meter große Polter die Handschuhe seines Kollegen. Obwohl er keinen Gegentreffer kassierte, konnte Polter die 1:2-Niederlage an dem Tag nicht abwenden.

Während der vergangenen Europameisterschaft wettete Polter mit seinem nordirischen Teamkollegen Conor Washington, dass er im Gruppenspiel gegen Deutschland kein Tor schießen würde. Die DFB-Elf gewann mit 1:0. Der Wetteinsatz war, dass der Verlierer dem Sieger eine Woche lang die Schuhe putzen muss. „Das hat Conor noch immer nicht getan. Ich werde das demnächst einfordern.“


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Datum: 06. September 2016
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