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Kolumne

Lukas Podolski: Mit Spielpraxis Richtung EM 2016

Lukas Podolski verlässt den italienischen Topklub Inter Mailand und spielt ab der kommenden Saison für den türkischen Spitzenklub Galatasaray Istanbul. Trotz öffentlicher Kritik sieht der Nationalspieler den Wechsel an den Bosporus keinesfalls als Abstieg.

Veröffentlicht am 24. Juli 2015 von

Als der Transfer von Lukas Podolski nach Istanbul offiziell verkündet wurde, gab es nicht wenige, die einen solchen Wechsel als Rückschritt sahen. Nachdem Podolski nur 17 Einsätze für Inter Mailand in der italienischen Serie A absolvierte und dort gerade einmal einen Treffer erzielen konnte, zeichnete sich bereits ab, dass seine Zukunft langfristig wohl nicht in Italiens Modestadt liegen würde. Die Rückkehr nach London zum FC Arsenal ist für den 125-fachen Nationalspieler ebenfalls nur ein kurzer Abschnitt gewesen, bei Arsenal-Coach Arsene Wenger war der Stürmer schon längst nicht mehr gefragt.

Der Wechsel in die türkische SüperLig mag auf den ersten Blick aussehen wie ein Rückschritt, ein Davonlaufen vor dem Konkurrenzkampf in London oder bei anderen europäischen Topklubs, bei denen er hätte spielen können. Man könnte denken, der 30-jährige Podolski, letztes Jahr noch Weltmeister in Brasilien, lässt seine Karriere unter der Sonne Istanbuls langsam ausklingen.

Spätestens auf den zweiten Blick sollte einem aber dann klar werden, Podolski braucht seinen Rhythmus wieder und er braucht eins mehr denn je, nämlich Spielpraxis! Jene Spielpraxis, die ihn in den vergangenen Jahren so stark gemacht hat und die ihn auch unverzichtbar machte für Bundestrainer Jogi Löw. Der Wechsel in die Türkei bietet „Poldi“ neue Möglichkeiten, Möglichkeiten, die er zuletzt nicht mehr hatte. Bei „Gala“ verspricht sich der Stürmer mehr zu sein, als bloß der stets gut gelaunte Kabinenkasper. In Istanbul erhofft sich der Deutsche deutlich mehr Spielzeiten als zuletzt, zudem wird er mit Galatasaray Istanbul in der Champions League spielen – im Gegensatz zu Inter Mailand.

Gerade mit Blick auf die EM 2016 sollte und wird es zu Podolskis höchsten Prioritäten gehören, sich regelmäßig international zeigen und beweisen zu können, um so noch möglichst lange ein Teil der Nationalmannschaft zu bleiben. Joachim Löw selbst forderte vor noch vor kurzer Zeit:“ Ich will, dass er spielt, mindestens 30 bis 40 Spiele“. Für Löw müsse es auch kein internationaler Topverein sein, bei dem Podolski aufschlägt, ihm ginge es einzig um den Rhythmus und die Spielpraxis.

Die Chancen auf einen Stammplatz in Istanbul sind mehr als gut, auch wenn internationale Titel mit den Türken wohl eher nicht zu holen sind. Dafür ist Galatasaray nicht gerade für Niedriglöhne bekannt, und auch die fanatischen Fans werden dem schussgewaltigen Linksfuß imponiert haben und seine Entscheidung pro Gala nur weiter bestärkt haben. Mit „Poldi“ kommt ein Weltmeister und Sympathieträger an den Bosporus, der absolut das Zeug zum neuen Publikumsliebling hat.

Trotz des Wechsels von der englischen Premier League in die zweifelsohne schwächere türkische SüperLig ist der Wechsel von Podolski nicht zwingend als Rückschritt zu betrachten. Im Herbst seiner aktiven Karriere ist es vielmehr der nächste logische Schritt im Rahmen seiner Möglichkeiten.

Ein Kommentar von Tim Vrastil


Schlagworte: 1. FC Köln, EM 2016, Galatasaray Istanbul, Inter Mailand, Lukas Podolski, Nationalmannschaft

Artikelinformationen


Datum: 24. Juli 2015
Veröffentlicht von:
Autor: Tim V.
Korrektur: Patrick Nowak


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