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Mario Gomez: Zurück zu alter Stärke – und ins DFB-Team?

Gomez

Der frühere deutsche Nationalstürmer Mario Gomez blüht nach seiner Leihe aus Italien vom AC Florenz in die Türkei zu Spitzenklub Besiktas Istanbul wieder so richtig auf. Nach zehn Spieltagen führt Besiktas die Tabelle der SüperLig an und Gomez steht mit acht Treffern an der Spitze der Torschützenliste. In dieser Form könnte er auch für Bundestrainer Jogi Löw und die Nationalmannschaft durchaus wieder ein Thema werden.

Veröffentlicht am 04. November 2015 von

Die Karriereleiter von Mario Gomez verlief nicht immer steil nach oben, ganz im Gegenteil. Nach seinem Wechsel im Sommer 2013 vom FC Bayern zum AC Florenz in die Toskana waren sich nicht alle sicher, ob dies der richtige Schritt für den gebürtigen Riedlinger sei. Der Wechsel wurde öffentlich und medial immer wieder als Abstieg gesehen. Gomez selbst sagte zu dem Tapetenwechsel, er wolle etwas Neues ausprobieren und sehe in Italien gute Chancen dazu. Von einem Abstieg wollte er nichts wissen. Im Gegensatz zum ruhmreichen FC Bayern, der als eines der besten Teams Europas gilt und nahezu regelmäßig Deutscher Meister wird, konnte der AC Florenz jedoch seit über 40 Jahren keinen nationalen Meistertitel mehr holen. Zuletzt gewann die Fiorentina 68/69 den sogenannten „Scudetto“.

Ausweg Türkei

Die Kritiker sollten vorerst Recht behalten. Nach zwei mehr oder weniger verkorksten Jahren, in denen der Stürmer mit spanischen Wurzeln auch bedingt durch Verletzungen nur auf 14 Tore kam, entschloss man sich zu einem Leihgeschäft. Besiktas Istanbul bekam den Zuschlag und erhielt zudem eine Kaufoption für den mittlerweile 30-Jährigen. Auch dieser Wechsel wurde mehr als kontrovers diskutiert, von „Karriere ausklingen lassen“ war vermehrt immer wieder die Rede. Am Bosporus blüht der Mittelstürmer seitdem jedoch regelrecht auf. In den ersten zwei Saisonspielen noch zu Kurzeinsätzen gebracht, steht Gomez seit dem dritten Spieltag stets in der Startelf, vorausgesetzt er ist fit. Nach aktuell zehn Spieltagen kommt der 59-malige Nationalspieler bereits auf acht Treffer, braucht laut Statistik nur 91 Minuten für ein Tor – ein Spitzenwert! Gemeinsam mit Ex-Barca-Profi Samuel Eto’o von Antalyaspor führt er die Torjägerliste der türkischen SüperLig an.

Ganz der Alte

Mit der Ankunft von Mario Gomez hat sich auch die gesamte Mannschaft Besiktas Istanbul wieder zu einem echten Titelaspirant entwickelt, nachdem man zuletzt vor sechs Jahren die Meisterschaft für sich entscheiden konnte und gegen die Konkurrenz immer wieder den Kürzeren zog. Im Kampf mit den direkten Rivalen Fenerbahce Istanbul und Galatasaray Istanbul könnte Mario Gomez ein Trumpf sein, wenn er seine Form denn konservieren kann und von schweren Verletzungen verschont bleibt. An der Spielweise des Mario Gomez hat sich im Vergleich zu seiner besten Zeit beim FC Bayern trotz allem nur wenig geändert. Gomez gehört nach wie vor zu den Angreifern der alten Schule, die man heute als klassischen Mittelstürmer „schimpft“. Er nimmt nicht immer aktiv am Spiel teil, hat auch nicht sonderlich viele Ballkontakte. In den entscheidenden Momenten ist er aber zur Stelle, und darauf kommt es ja letztlich an. Vor dem Tor fackelt er nicht lange, sucht am und im Strafraum stets möglichst schnell den Abschluss – ganz wie in alten Zeiten eben. Idealerweise für ihn und Besiktas läuft es momentan auch wieder wie in seinen besten Tagen, Gomez ist effektiv wie lange nicht.

Comeback im DFB-Team?

In dieser Form wird sicherlich auch Bundestrainer Joachim Löw wieder über Gomez nachdenken müssen, zumal die Auswahl an echten Strafraumstürmern im Kader der deutschen Nationalmannschaft recht dürftig ausfällt. Mit Kevin Volland, Thomas Müller, Mario Götze, Andre Schürrle und Max Kruse bot Löw in der Vergangenheit immer wieder Spieler als Sturmspitze auf, die in ihren Vereinen eigentlich meist als Mittelfeldspieler agieren und aus der Tiefe heraus gefährlich werden. Mit Mario Gomez könnte der Bundestrainer für ein wenig Abwechslung im Angriffsspiel sorgen und die Gegner vor ungewohnte neue Probleme stellen. Auch in Sachen Kopfballspiel würde der 1,89 cm große Gomez dem DFB-Team sicherlich gut tun. Es bleibt also abzuwarten, wie sich Jogi Löw auch mit Blick auf die Europameisterschaft 2016 entscheiden wird. Vieles spricht momentan jedoch nicht gegen den wieder erstarkten Mario Gomez. Ein Comeback-Kandidat ist der 30-Jährige in jedem Fall, mindestens…


Schlagworte: Besiktas Istanbul, DFB, Joachim Löw, Mario Gomez, SüperLig

Artikelinformationen


Datum: 04. November 2015
Veröffentlicht von:
Autor: Tim Vrastil
Korrektur: Julian Witzel


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