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Murray holt historisches Gold in Rio

Quelle: gettyimages

Andy Murray gewinnt nach 2012 in London erneut Gold im olympischen Einzel der Herren. In einem packenden Finale gegen den Überraschungsfinalisten Juan Martin del Potro aus Argentinien entscheidet er die Partie nach 4:02 Stunden in vier Sätzen für sich und kann damit als erster Tennisspieler der Geschichte seinen Titel bei Olympia verteidigen.

Veröffentlicht am 16. August 2016 von

Andy Murray steht am Netz und ringt mit seinen Tränen. Soeben hat er historisches vollbracht indem er als erster Tennisprofi überhaupt seinen Titel bei den olympischen Spielen verteidigt hat. Das gelang selbst der überragenden Steffie Graf nicht. Sein geschlagener Gegner aus Argentinien bringt seine letzte Kraft auf um zum obligatorischen Handshake ans Netz zu gehen und fällt Murray anschließend völlig erschöpft in die Arme. Murray und del Potro stehen lange am Netz und sprechen sich ihren großen Respekt füreinander aus bevor sie sich auf ihre Plätze setzten. Für beide Spieler war es ein besonderes Finale, welches ohne wirklichen Verlierer endete.

Murray verdienter Sieger

7:5, 4:6, 6:2 und 7:5 gewinnt Murray mit seinem zweiten Matchball verdient Gold. Nach über vier Stunden auf dem Centre Court in Rio gibt am Ende die Kondition den Ausschlag für den Briten. Del Potro fehlte, nachdem er bereits in den Spielen zuvor fast immer über drei Sätze gehen musste, einfach die Kraft um der Nummer zwei der Weltrangliste noch Paroli zu bieten. Im Finale bei Olympia geht es, wie bei Grand Slam Turnieren, über drei, anstatt zwei Gewinnsätze. Dafür fehlte dem nach langer Verletzungspause zurückgekehrten del Potro einfach die Match-Praxis.

Del Potro mit überragendem Turnier

Dass del Potro überhaupt im Finale dieses Turniers stand und Silber für Argentinien holt gleicht einer Sensation. Schon in der ersten Runde schaffte er die Überraschung schlechthin als er den an Nummer eins gesetzten Topfavoriten Novak Djokovic aus Serbien aus dem Turnier warf. Der Argentinier, US Open Sieger von 2009, ist mittlerweile nur noch die 141 der Weltrangliste, nachdem er aufgrund von drei Operationen am Handgelenk seit 2010 jahrelang keine großen Turniere mehr gespielt hat. Erst beim Wimbledon-Turnier zwei Wochen vor Olympia gab er sein Comeback bei einem Grand Slam Turnier. Nach der ersten Enttäuschung über die Finalniederlage, konnte er sich deshalb bei der Siegerehrung auch schon über seine Silbermedaille freuen.

Murray logischer Sieger des Turniers

Murray war nach dem Ausscheiden von Novak Djokovic in der ersten Runde Topfavorit auf die Goldmedaille und wurde dieser Favoritenrolle auf beeindruckende Weise gerecht. Allerdings fehlte es dem britischen Fahnenträger größtenteils auch an ebenbürtiger Konkurrenz. Im Vorfeld des Turniers hagelte es Absagen der Topspieler. Viele verweigerten ihre Teilnahme aufgrund des Zika Virus, manche mussten wie Roger Federer aufgrund von Verletzungen absagen oder es wurden einfach die Prioritäten anders gesetzt wie Stan Wawrinka es tat. Trotzdem rief Murray seine beste Leistung ab und hätte in dieser Form auch Novak Djokovic schlagen können. So war es nur logisch, dass ihm dieser historische Coup gelang.

Am Ende gibt es nur Gewinner

Somit gab es am Ende nur glückliche Sieger auf dem Podium. Murray hat gezeigt, dass er der Mann ist welcher in Zukunft der größte Konkurrent für Djokovic sein wird. Del Potro konnte ein eindrucksvolles Comeback in der Tennis-Weltspitze feiern und der Bronzemedaillen-Gewinner Kei Nishikori aus Japan gelang ein toller Sieg gegen Rafael Nadal im Spiel um Platz drei. Dieses olympische Turnier hat gezeigt, dass Novak Djokovic nicht unschlagbar ist und sich nach seinem frühen Aus in Wimbledon in einer Formkrise befindet, Murray sich seinen Platz in der Tennis- und Olympia-Geschichte gesichert hat und der Tennisfan sich auf eine spannende Zukunft im Welttennis freuen kann.


Schlagworte: Andy Murray, Finale, Juan Martin del Potro, Olympia, Tennis

Artikelinformationen


Datum: 16. August 2016
Veröffentlicht von:
Autor: Mats-Ole Jensen


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