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Mythos Alpe d’Huez

Heute steht zum 29. Mal in der Geschichte der Tour de France der legendäre Anstieg nach Alpe d’Huez an.

Veröffentlicht am 25. Juli 2015 von

Legendär ist der 13,8 Kilometer lange und im Schnitt 7,9 % steile Aufstieg zur Skistation nicht nur dank seiner 21 Kehren, die nach den vergangenen Siegern benannt sind und den knapp 1 Million Zuschauern, die jedes Mal am Streckenrand stehen. Es sind vor allem die Geschichten, die die Fahrer an diesem Berg immer wieder schreiben.

1952 stand Alpe d’Huez zum ersten Mal bei der Tour de France auf dem Plan. Als erster Sieger trug sich der Italiener Fausto Coppi ein, der im selben Jahr auch die Gesamtwertung gewinnen konnte. Noch heute wird beim Giro d’Italia die „Cima Coppi“ an den Fahrer vergeben, der den höchsten Berg der Rundfahrt als erster überquert.

Erst 1976 machte die Tour zum zweiten Mal auf der Alpe d’Huez Station. Damals gewann der Niederländer Joep Zoetemelk, der 1980 das Maillot Jaune in Paris trug. In den Folgejahren entwickelte sich eine Dominanz der Niederländer, die von den ersten 14 Ankünften 8 für sich entschieden. Seit dem Jahr 1989 wartet die Radsportnation jedoch auf einen weiteren Sieg.

Hand in Hand über den Zielstrich

Die wohl berühmteste Geschichte spielte sich im Jahr 1986 zwischen Bernard Hinault (Frankreich) und Greg Lemond (USA) ab. Die beiden fuhren für das gleiche Team (La Vie Claire) und bewältigten den Anstieg gemeinsam. Keiner der Konkurrenten konnte ihnen folgen. Lemond trug das gelbe Trikot des Gesamtführenden, Hinault war der Publikumsliebling und bereits fünffacher Tour-Sieger. Wenige hundert Meter vor dem Ziel reichten sich die teaminternen Rivalen die Hände und fuhren vereint über die Ziellinie. Hinault gewann die Etappe, Lemond die Tour.

Bis heute konnte noch nie ein deutscher Fahrer die Etappe nach Alpe d’Huez gewinnen, es gab jedoch viele Versuche. Jan Ullrich war als Etappenzweiter im Jahr 2004 einem Sieg am nächsten. Geschlagen wurde er nur von Lance Armstrong. Auch wenn Armstrongs Siege mittlerweile aus den Geschichtsbüchern der Tour gestrichen wurden rückt Jan Ullrich nicht als Sieger nach, was wohl auch besser so ist. Die Besonderheit an der Strecke 2004 lag darin, dass der Aufstieg als Einzelzeitfahren bewältigt werden musste. Armstrong gewann das Zeitfahren überlegen mit rund einer Minute Vorsprung auf Ullrich.

Die schnellste Zeit, die je für den Anstieg benötigt wurde erzielte aber ein Anderer. Der mittlerweile verstorbene „Pirat“ Marco Pantani (Italien) bewältigte die 21 Kehren 1997 in 37 Minuten und 35 Sekunden. Da diese Zeit jedoch in der Hochphase des Dopings erzielt wurde, muss sie wohl mit einigen Zweifeln bedacht werden.

Beim bis dato letzten Rendezvous der Tour mit Alpe d’Huez gab es eine weitere Besonderheit. Da die Tour de France 2013 zum 100. Mal ausgetragen wurde, stand der Anstieg während einer Etappe gleich doppelt auf dem Programm. Zum Sieger krönte sich, zur Freude der Zuschauer, ein Franzose: Christophe Riblon.

Auch in den kommenden Jahren wird der legendäre Anstieg wohl noch weitere Geschichten schreiben. Vielleicht ja schon heute.


Schlagworte: Alpe d'Huez, Mythos, Radsport, Tour de France

Artikelinformationen


Datum: 25. Juli 2015
Veröffentlicht von:
Autor: Felix Henseler
Korrektur: Patrick Nowak


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