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Nadal zieht den Kopf aus der Schlinge, Altmeister Haas ausgeschieden

Nadal

Seit Montag läuft die 99.-ste Auflage des Mercedes Cups und doch sahen sich die Zuschauer in Stuttgart dieses Jahr einer grundlegenden Veränderung ausgesetzt. Denn in dieser Saison strahlt der Weissenhof erstmals grün. Die traditionsreiche Asche ist durch Rasenplätze ersetzt worden, die dem Turnier neue Dynamik verleihen sollen.

Veröffentlicht am 12. Juni 2015 von

(Hannover.) Bei einem Blick auf das Teilnehmerfeld kann dieses Vorhaben durchaus als gelungen bezeichnet werden, neben dem Weltranglistensiebten und zweimaligen Wimbledon Sieger Rafael Nadal, haben sich mit dem amtierenden US-Open Champion Marin Cilic, Rasenspezialist Feliciano Lopez sowie Publikumsliebling Gael Monfils namenhafte Spieler beim schwäbischen ATP-Turnier gemeldet. Dazu kommt ein großer Tross deutscher Tennisprofis, angeführt von der deutschen Nummer 1 Phillip Kohlschreiber. Ein besonderes Highlight bekam das Publikum bereits am Dienstag geboten, als Tommy Haas nach über einjähriger Verletzungspause sein Comeback gab.

Dass Haas mit seinen 37 Jahren noch immer im harten ATP-Circuit mithalten kann, zeigte er bereits in den ersten Minuten seines Matches gegen den Kasachen Mikhail Kukushkin. Mit schnörkellosem Spiel ließ er seinen Gegner nur selten zur Entfaltung kommen und siegte letztendlich verdient mit 6:4 und 7:5. Doch die Freude war nur von kurzer Dauer, denn bereits in der Zweitrundenpartie gegen das ewige australische Talent Bernard Tomic war für den Hamburger Endstation. Nach der 6:7, 2:6 Niederlage verlor der Altmeister dann die Kontenance, randalierte in der Kabine. „Ich habe so ziemlich alles zerstört im Locker Room, was man zerstören kann.“, sagte Haas, der vor allem beim eigenen Service noch von der langen Verletzung gehandicapt schien.

Besser als Haas hatte es Phillip Kohlschreiber gemacht, der nach seinem Auftaktsieg gegen den Ukrainer Dolgopolov auch gegen Jerzy Janowicz erfolgreich war. Damit trifft Kohlschreiber im Viertelfinale auf den Franzosen Gael Monfils, der in der zweiten Runde den Österreicher Haider-Maurer zweimal im Tiebreak bezwang.

Auch Topfavorit Rafael Nadal griff am Donnerstag erstmals ins Geschehen ein, doch der Mallorquiner hatte dabei deutlich mehr Mühe als ihm lieb war. „Ich habe viel trainiert heute“, schmunzelte der ehemalige Weltranglistenerste. Nach einem Freilos in der ersten Runde benötigte Nadal 2 Stunden und 40 Minuten gegen den stark aufspielenden Zyprioten Marcos Baghdatis, um durch einen hart erkämpften 7:6, 6:7 und 6:2 Sieg ins Viertelfinale einzuziehen. Dort wartet nun Haas-Bezwinger Tomic auf den Spanier.

Ebenfalls noch dabei ist der an Position zwei gesetzte Marin Cilic. Der Kroate schaltete mit Matthias Bachinger einen der deutschen Lokalmatadore aus und trifft in der Runde der letzten Acht auf den Hamburger Mischa Zverev. Der ältere Bruder von Deutschlands aktuell wohl größtem Talent Alexander Zverev, spielte sich mit überraschenden Siegen gegen den Österreicher Dominic Thiem und den Italiener Andreas Seppi durch das Turnier und sieht sich jetzt der Mammutaufgabe gegen den Weltranglistenzehnten Cilic gegenüber.

Komplettiert werden die Viertelfinalpartien von Viktor Troicki und Aufschlagweltrekordler Sam Groth. Auf den Serbe Troicki, der erst Mitte letzten Jahres nach einer Dopingsperre auf die Tour zurückgekehrt war, wartet ein Gegner in Topform. In einem wahren Dreisatzkrimi schlug Groth den spanischen Mitfavoriten Feliciano Lopez mit 3:6, 7:6 und 7:6 und profitierte dabei einmal mehr von seiner enormen Aufschlagstärke. Seit 2012 hält der Australier mit einem 263 km/h Service offiziell den Aufschlagweltrekord.

Acht Profis sind also noch im Rennen und spielen ab Freitag in den Viertelfinals weiter um einen bisher einmaligen Titel im Profitennis: Rasenchampion am Stuttgarter Weissenhof. Geht man nach der Setzliste ist Nadal der Favorit auf den Titel, seine aktuelle Form und das Auftreten der Konkurrenz lassen daran aber berechtigte Zweifel aufkommen. Vor allem Cilic könnte ihm mit seinem druckvollen Offensivspiel den Titel streitig machen, ein Aufeinandertreffen dieser beiden ist aber erst im Finale möglich. Auch der Augsburger Kohlschreiber hinterließ bisher einen starken Eindruck auf Rasen, ebenso wie Nadals nächster Gegner Bernard Tomic. Vielleicht sorgt ja auch einer der Außenseiter weiter für Furore, aus deutscher Sicht wäre es Mischa Zverev allemal zu gönnen.


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Datum: 12. Juni 2015
Veröffentlicht von:
Korrektur: Louis Lambert


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