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Neue Sportförderung tritt 2018 in Kraft

Der Deutsche Olympische Sportbund hat ein neues Konzept zur Sportförderung vorgestellt. Zukünftig soll der Spitzensport in Deutschland noch intensiver gefördert und Potentiale besser erkannt werden. Grundlegende Veränderungen bringt das Konzept nicht mit sich, der Breitensport könnte aber der große Verlierer werden.

Veröffentlicht am 30. September 2016 von

(HANNOVER) Die Ausbeute der deutschen Athleten und Athletinnen bei den Olympischen Spielen in Rio war für den DOSB und das deutsche Bundesinnenministerium nicht befriedigend. Daher werden zukünftig einige Stellschrauben am Sportfördersystem in Deutschland verstellt. Ziel der Neustrukturierung seien „Podiumsplätze bei Olympischen, Paralympischen und Deaflympischen Spielen, Weltmeisterschaften und World Games“.

Potentialorientierte Förderung

Das neue System zielt vor allem darauf ab, die Fördergelder dorthin zu verteilen, wo das Potential am größten ist. Momentan werden 103 Disziplingruppen im Sommer- und 27 im Wintersport bezuschusst, das soll sich nun ändern. Dazu wird ein computerbasiertes Berechnungsmodell entwickelt um eine „erfolgsorientierte Bewertung der Zukunftschancen“ vorzunehmen. Ein messbarer Zusammenhang zwischen Potenzial, Förderung und Erfolg müsse vorhanden sein, heißt es in dem Konzept.

Breitensport ist der Verlierer

Im Endeffekt werden dadurch die Sportler mit den besten Perspektiven am intensivsten gefördert. Auch im bisherigen Fördersystem werden die Spitzensportler bereits am meisten gefördert. Doch wird dies in Zukunft noch stärker der Fall sein. In drei Cluster werden Disziplinen künftig eingeteilt. Exzellenzcluster für Disziplinen mit hohen Medaillenchancen werden ab 2018 zu 100 Prozent gefördert, im Potentialcluster wird von Fall zu Fall über die Förderung entschieden und im Cluster mit wenig oder keinem Potenzial können die Disziplinen mit wenig bis keinen Fördergeldern mehr rechnen. Für den Spitzensport und die Top-Athleten ist das neue Konzept sicherlich eine positive Entwicklung. Da Fördergelder nun nicht mehr ausschließlich nach errungenen Medaillen verteilt werden, sondern nach Potentialen, fällt ein gewisser Druck von den Athleten ab. Disziplinen und Sportler mit weniger potential auf Medaillen werden es in Zukunft allerdings schwer haben ihre jetzigen Trainingsstandards zu halten.


Schlagworte: Breitensport, DOSB, Olympia, Spitzensport, Sportförderung

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Datum: 30. September 2016
Veröffentlicht von:
Autor: Mats-Ole Jensen


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