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Neuer Vielseitigkeitskönig

Quelle: getty images

(Hannover.) Michael Jung knüpfte an seine Siegesserie an. Bei dem vielleicht wichtigsten englischen Vielseitigkeitsturnier holte Jung die goldene Schleife. Er wird immer mehr zum Ausnahmetalent.

Veröffentlicht am 10. September 2015 von

Der Alptraum der Briten hat einen Namen- zumindest in der Vielseitigkeit: Michael Jung. Das bewies der Deutsche erneut. Buschreiten, das war einst die Paradedisziplin der Engländer. War. In Burghley feierte Michael Jung sein Debut. Es ist das berühmte vier Sterne Turnier. Die Siegesserie, bisher fest in britischer Hand. Bisher.

„Wenn man in Burghley zum ersten Mal dabei ist und sofort gewinnt, ist das schon etwas Besonderes“, sagte Jung. Nach der Dressur lag der Deutsche, der seit seinem fünften Lebensjahr reitet, mit Rocana in Führung bei den Burghley Horse Trials. Im Gelände kam das Paar aber nur bis zum vierten Hindernis. Dort endete die Reise mitten im Wasser. Rocana stolperte, Jung viel. Zum Glück sei er mit dem Schrecken davon gekommen. Doch wie sich später zeigte, sollte der Sturz Konsequenzen haben.

Verlorener Triumph

Dieser Fehler machte den Weg frei für den Briten William Fox-Pitt, der punktgleich mit Jung auf Rang eins nach der Dressur lag (34,2). Fox-Pitt selbst galt als Favorit, sechs Mal hatte er das vier Sterne Turnier für sich entscheiden können. Dieser Rolle konnte er jedoch nicht gerecht werden. Mitte des Kurses wurde das Paar angehalten, aufgrund von Reparaturarbeiten. Und danach fehlte die Konzentration. Mit 20,4 Strafpunkten überquerte der einstige Sieger die Ziellinie. „Alles mein Fehler, ich bin so glücklich, wie gut Fernhill Pimms mit der Strecke zurecht gekommen ist“, nahm der Brite danach alle Schuld auf seine Schultern.

Mit seinem Toppferd Sam ging Michael Jung als einer der letzten Starter noch einmal auf die Strecke. Diesmal machte er es besser. Am besten. Der Neuseeländer Tim Price mit Ringwood Skyboy war mit 38,7 Strafpunkten Fünfter nach der Dressur, in Führung gegangen. War. Jung und Sam blieben beinahe in der Zeit. Lediglich 0,8 Strafpunkte mussten zum Dressurergebnis von 39,2 Punkten hinzu. Somit lag Jung bereits vor dem Springen vorn. Und dabei setzten sie noch einen drauf. Souverän holte sich das Paar die goldene Schleife. Dritte wurde die Ehefrau des zweitplatzierten Tim Price.

Deutsche besser

Den Briten tut die deutsche Dominanz weh. Die EM der Vielseitigkeit wird Mitte September in Schottland, dem einstigen Mutterland der Vielseitigkeit, stattfinden. Dieses birgt einen taktischen Vorteil für die missgestimmten Briten. Denn der Gastgeber darf zwölf statt nur sechs Paare ins Rennen schicken. „Das ist ein enormer Vorteil mit Blick auf das weitere Jahr“, so Melzer. Gemeint sind die olympischen Spiele in RIO.

Aber zuerst sind die Augen auf die kommende EM in Blair Castle (10. bis 13. September) gerichtet. Hier planen Deutschlands Vielseitigkeitsreiter den nächsten Geniestreich. Im Mutterland der früheren Military wollen Jung und Co. den Briten die Titel wegschnappen und ein weiteres Kapitel ihrer einzigartigen Erfolgsstory schreiben.

Sorgen bereitet vor der Europameisterschaft lediglich der Knöchel von Michael Jung. Dieser habe beim Sturz in das Wasser gelitten. „Beim Laufen tut der Knöchel weh, beim Reiten nicht“, erklärt Jung. Besser als umgekehrt. Jung wird in Blair Catle weder Rocana, noch Sam satteln. Mit einem erst achtjährigen wird er an den Start gehen.

 


Schlagworte: Burghley, Buschreiten, Micael Jung, schottland, Vielseitigkeitsreiten, William Fox- Pitt

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Datum: 10. September 2015
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