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Fußball

Nordirland kickt die Ukraine raus

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Am gestrigen Donnerstag geschah in Lyon etwas historisches: Nordirland feierte seinen ersten Sieg bei einer Europameisterschaft. Mit 2:0 konnte sich das britische Team gegen die Ukraine durchsetzen und wahrt sich so die Chance auf die K.O-Runde. Die Sbirna hingegen muss sich aus dem Turnier verabschieden.

Veröffentlicht am 17. Juni 2016 von

„Ein Tag des Stolzes für mich und auch das ganze Land.“ – So beschreibt Nordirlands Chefcoach Michael O’Neill seine Gefühlslage nach dem Spiel. Und stolz dürfen die Nordiren wahrlich sein, denn ihnen gelang ein historischer Sieg. Mit 2:0 konnte sich die „Green and White Army“ gegen die Ukraine durchsetzen und somit das erste mal in der Geschichte des nordirischen Fußballs einen Erfolg bei einer EM verzeichen. Stolz auf das dargebotene fußballerische Können, sollten allerdings beide Mannschaften nicht sein. Nachdem  sowohl die Ukrainer gegen die Deutschen, als auch die Nordiren gegen Polen einen starken Eindruck in den Auftaktspielen hinterließen, zeigten sie am Donnerstag nur ein geringes Niveau, was bei einer Europameisterschaft nicht wirklich akzeptabel ist. Dabei hatten sie doch beide angekündigt, in der Partie, in der es wohl um den dritten Platz  der Gruppe C ging, noch einmal eine Schippe drauf zu legen.

Enttäuschende Offensive
Doch genau dieses gelang ins besondere den Ukrainern nicht. Obwohl Trainer Mykhaylo Fomenko nur auf einer Position im Vergleich zum Spiel gegen die Deutschen wechselte- Seleznev rückte für Zozulya in die Sturmspitze – gelang es den Osteuropäer nicht, ihre Offensive in Szene zu setzen. Vor allem die Flügelzange mit Konoplyanka und Yarmolenko, die die deutsche Auswahl noch so einige Male unter Druck setzte, fand gar nicht ins Spiel. So kam die Sbirna im gesamten Spiel nur auf etwa drei Torchancen. Dabei hatte doch noch Konoplyanka vor dem Spiel angekündigt: „Wir werden unsere Fehler analysieren und besser werden.“ Davon war auf dem Platz jedoch nichts zu sehen. Zu diesem Entschluss kam auch Fomenko nach dem Spiel: „Wir waren nicht mental bereit, das umzusetzen, was wir uns vorgenommen haben.“

Abstauber sichert Sieg
Bei den Nordiren war der Gegenteil der Fall. Gegen Polen in der Offensive noch glanzlos, zeigten sie jetzt wieder ihr Gesicht aus der Qualifikation. Aus einer gut organisierten Defensive heraus, erarbeiteten sich die Briten immer wieder Torchancen. In der 49. Minuten wurden sie hierfür dann auch belohnt. Nach einem Freistoß von Nordwood war es McAuley, der, von der ukrainischen Abwehr unbeachtet, zum 1:0 einköpfen konnte. Bereits dieses Tor ging in die Historie ein, denn es war das erste, was ein Nordire jemals bei einer EM erzielte. Die folgenden verzweifelten Versuche der Ukrainer Torgefahr auszustrahlen, brachte die „Green and White Army“ jedoch nicht aus der Ruhe. Im Gegenteil war es die Elf von O’Neill, die der Partie einen Schlusspunkt setzte: In der 6. Minute der Nachspielzeit staubte McGinn nach einem Abpraller vom ukrainischen Keeper Pyatov ab und erzielte den 2:0- Endstand. „Ich bin stolz, wie die Spieler auf die Niederlage gegen Polen reagiert haben“, meint O’Neill nach dem Spiel. Und das zurecht, denn im Vergleich zum Auftaktspiel zeigten die Briten nun auch endlich ihre offensive Seite.

Voll verhagelt
Trotz des historischen Erfolgs der Nordiren bat die dritten Partie der Gruppe C nur wenige Highlights. Eines der wenigen war vermutlich der Pfiff des Schiedsrichters Pavel Kralovec in der 53. Minute, denn auch das Wetter hatte sich dem Niveau der Partie angepasst. Um die Spieler vor starkem Hagel zu schützen, entschied sich der Referee, das Spiel zu unterbrechen. Nur drei Minuten später sollte es jedoch schon wieder weiter gehen und die „Green and White Army“ konnte den ersten Erfolg der EM-Geschichte in trockene Tücher bringen. Somit wahrt sich Nordirland noch alle Möglichkeiten im weiteren Verlauf des Turniers. „Wir sind noch voll im Wettbewerb“, weiß auch O’Neill. Ihr nächstes Gruppenspiel gegen Deutschland werden sie daher wohl mit stolzer Brust bestreiten. Für die Ukrainer hingegen wird das nächste Spiel gegen die Polen auch gleichzeitig ihr Abschiedsspiel von der EM.


Schlagworte: EM, Gruppe C, Nordirland, Ukraine

Artikelinformationen


Datum: 17. Juni 2016
Veröffentlicht von:
Autor: Isabell Remmers


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