Logo

Das Nachrichtenportal für Sport

Leichtathletik

Nürnberg: Schneller, höher, weiter

Leichtathletik-Wie-erwartet-Lena-Malkus-zur-WM_image_630_420f_wn

(Hannover.) Vom 24. bis 26. Juli fanden im Grundig-Stadion Nürnberg die deutschen Meisterschaften der Leichtathletik statt. Neben dem Kampf um den Titel ging es für die deutsche Leichtathletik-Elite um die letzten Tickets für die WM in Peking (August 2015).

Veröffentlicht am 29. Juli 2015 von

Leichtathletik-Deutschland blickt gebannt auf Nürnberg. Die Stadt im Frankenland war am vergangenen Wochenende zum fünften Mal Ausrichter der Titelkämpfe, bei denen sich die besten deutschen Leichtathleten auf die Jagd nach neuen Rekorden, Titeln und die letzte Chance auf die WM-Norm für Peking 2015 begaben.

Nach dem emotionalen und werbewirksamen Auftakt am Freitagabend mit dem Weitsprung auf dem Hauptmarkt in Nürnberg folgten auch am Samstag und Sonntag spannende Wettkämpfe und vor allem überraschende Ergebnisse im „Grundig-Rund“. „Wir haben viele junge Gesichter hier, die versuchen werden, es den Erfahrenen so schwer wie möglich zu machen“, prognostizierte DLV-Cheftrainer Idriss Gonschinska bereits vor Beginn der Titelkämpfe das große Überraschungspotenzial.

Gregor Traber sichert sich Titel mit Bestzeit

Der 22-jährige Hürdensprinter Gregor Traber (VfB Stuttgart) konnte in Nürnberg Geschichte schreiben. Mit dem schnellsten Lauf eines deutschen Athleten über 110m Hürden seit zehn Jahren sicherte sich Traber (VfB Stuttgart) seinen ersten „Freiluft-Titel“. „Der Titel im Freien ist viel mehr wert“, betonte der Stuttgarter, der bereits zwei Mal bei Deutschen Hallenmeisterschaften ganz oben auf dem Treppchen stehen durfte.

Bereits im Vorfeld versprach der 110m Hürdensprint der Männer ein ganz besonderer zu werden. Vier Konkurrenten, davon drei mit gemeinsamem Ziel: WM-Norm. Alexander John (SC DHfK Leipzig), Erik Balnuweit (SC DHfK Leipzig) und Vorjahressieger Matthias Bühler (LG Offenburg) auf der Jagd nach den magischen 13,45 Sekunden und nach Favorit Gregor Traber.Auch, wenn es mit dem Titel nicht klappte, so konnte auch Titelverteidiger und fünfmaliger Deutscher Meister Matthias Bühler am Ende jubeln – mit 13,42 Sekunden löste er in letzter Sekunde sein Ticket für die WM in Peking.

In der „Alternativdisziplin“ zu Gold – Raúl Spank macht’s vor

Hochspringer Raúl Spank (LG Nord Berlin) sicherte sich überraschend Gold in seiner „Zweitdisziplin“, dem Dreisprung. Da es mit dem Hochsprung so gar nicht mehr klappen wollte und der Berliner seiner Hochsprung-Form in der laufenden Saison eher hinterher sprang, als sie zu verbessern, sattelte der 27-Jährige kurzerhand auf den Dreisprung um. Im fünften Versuch des stark besetzten Dreisprungfeldes landete der Berliner bei 16,29m. Platz eins – vorläufig. Doch keiner der anderen Springer konnte noch einmal kontern. Dies bedeutete Gold für Spank. Sein erster DM-Titel seit Februar 2012, damals noch im Hochsprung.

Sechs Mal über 80 Meter

Für Speerwerfer Thomas Röhler (LC Jena) bedeutete Nürnberg Mission Titelverteidigung. Trotz schwieriger Windverhältnisse, die gerade den empfindlichen Speer stark beeinflussen können, lieferte der 23-Jährige eine hervorragende Serie ab. Ganze sechs Mal, sprich jeder Versuch, übertrumpfte die magische 80m-Marke. Einziger Herausforderer war der Newcomer Johannes Vetter (SV schlau.com Saar 05 Saarbrücken), der zwischenzeitlich mit einem Wurf über 83,12m die Führung übernahm. Röhler konnte jedoch mit starken 84,73m kontern und ließ sich seinen vierten Titel nicht mehr nehmen.

Lisa Ryzih siegt über die schwierigen Witterungsbedingungen

Stabhochspringern Lisa Ryzih (ABC Ludwigshafen) ging als glückliche Siegerin aus dem Stabhochsprung der Frauen hervor. Es war ein Kampf gegeneinander und ein Kampf gemeinsam gegen das Wetter. Bei ständig wechselnden Windbedingungen ging es nicht nur um Höhenjagd, sondern vor allem um das rechte Timing, welches der 27-Jährigen in Nürnberg am besten gelang. „4,60 Meter ist nicht das, was wir alle springen wollen. Es war einfach nur ein Kampf, und ich habe mir den Titel erkämpft“, resümierte Ryzih.

Betty Heidler besiegt Kathrin Klaas mit dem Hammer

Kann sich die erfahrene Betty Heidler den Titel wieder zurückholen? So lautete eine der spannendsten Fragen vor Beginn der Titelkämpfe. Im Vorjahr musste sich die Frankfurterin ihrer Vereinskollegin Kathrin Klaas geschlagen geben. Das erste Mal seit zehn Jahren. Doch dieses Mal standen die Zeichen auf Gold. Betty Heidler konnte sich ihr zehntes DM-Gold sichern und zeigte sich sichtlich zufrieden: „Es war wichtig, den Titel zurückzuholen. Das war das erste Ziel, egal mit welcher Weite.“

Mit dem Motto „Schneller, höher, weiter“ aus Nürnberg geht es für das DLV-Team im August weiter nach Peking. Hier gilt es gegen die Welt-Elite der Leichtathletik zu bestehen.


Schlagworte: Betty Heidler, DM 2015, Gregor Traber, Grundig-Stadion, Idriss Gonschinska, Kathrin Klaas, Leichtathletik, Lisa Ryzih, Nürnberg, Raúl Spank, Thomas Röhler, Titelkämpfe, WM Peking

Artikelinformationen


Datum: 29. Juli 2015
Veröffentlicht von:
Bildquelle: Sven Hoppe
Autor: Svenja Ebeling
Korrektur: Katharina Freise


Teilen & Versenden


Auf teilen
Auf teilen

Kurzlink: bit.ly/1DASnWi