Logo

Das Nachrichtenportal für Sport

Fußball

Nur Gott weiß wo die Reise hingeht

Nur er selbst weiß wohin es geht

Bei Zlatan Ibrahimovic und Paris Saint-Germain stehen die Zeichen auf Abschied. Wenn der Eifelturm nicht durch eine Statue des Schweden ausgetauscht wird, trennen sich die Wege wohl im Sommer. Doch wo wird die Reise des exzentrischen Stürmers hingehen?

Veröffentlicht am 10. April 2016 von

(Hannover) Zlatan Ibrahimovic ist mittlerweile 34 Jahre alt, wird im Oktober 35. Für einen Profifußballer, der nicht im Tor steht, ist das ein sehr fortgeschrittenes Alter. Umso erstaunlicher ist es, dass er sich, wie es scheint, auf dem Höhepunkt seines Schaffens befindet. In dieser Saison hat er bereits 39 Tore in 42 Pflichtspielen geschossen, dazu noch 16 Vorlagen gegeben. Auf diesem Level können derzeit nur noch Lionel Messi oder Cristiano Ronaldo mithalten. Die Konstanz im Spiel des zehnmaligen Fußballers des Jahres in Schweden ist beeindruckend. Noch immer dreht sich das ganze Spiel, egal ob bei Paris oder in der Nationalmannschaft, nur um ihn. Ohne ihn sind beide Teams nur halb so stark, er macht weiterhin den Unterschied aus.

Unglaubliche Konstanz

Sucht man aktuell oder in der Vergangenheit nach vergleichbaren Beispielen, so sind diese rar gesät. Kaum ein Weltklassespieler konnte über so lange Zeit konstant gute Leistungen abrufen und sich im hohen Fußballeralter sogar noch steigern und verbessern. Andrea Pirlo stand letztes Jahr mit 36 Jahren noch einmal im Champions League Finale, ließ seine Klasse aber nur noch selten aufblitzen und konnte dem Spiel nicht mehr, so wie früher, seinen Stempel aufdrücken. Mittlerweile spielt er in den USA, vom Niveau her nicht mit den europäischen Topligen zu vergleichen. Ein krasses Gegenbeispiel gibt Ronaldhino, der vielleicht beste Fußballer der 00er Jahre. Der einstige Weltfußballer spielt schon seit fast zehn Jahren nicht mehr auf dem Niveau seiner Glanzzeit und wechselt jährlich den Verein. Man kann es eigentlich gar nicht glauben, dass auch er erst 36 ist. Bei Ibrahimovic hingegen wirkt es so als könne er noch Jahre so weiterspielen. Daher ist es auch so interessant wo seine Reise nun hinführt.

Ein Titel fehlt noch

Ibrahimovic hat in seiner Karriere so gut wie alles erreicht, was man auf Vereinsebene erreichen kann. Er wurde Meister in vier verschiedenen Ligen, konnte drei Pokalsiege feiern und war mehrmals Torschützenkönig. Einzig der größte aller Vereinstitel blieb ihm bislang verwehrt: die Champions League Trophäe. Ohne diesen Titel wird sich der selbsternannte König nur ungern von der Fußballbühne verabschieden. Mit Paris hat er eigentlich beste Chancen dazu, doch scheint ihm die Herausforderung in der französischen Liga nicht mehr zu genügen, verständlich bei vier Meisterschaften in Folge und 25 Punkten Vorsprung auf den Tabellenzweiten, sechs Spieltage vor Schluss. Er selbst sagt, dass ihn nach der Saison nichts mehr in Paris halten wird, es sei denn der Eifelturm wird durch eine Statue von ihm ersetzt.

Das logische Ziel ist England

Das Interesse an seiner Person ist weiterhin groß, Topclubs reißen sich um seine Dienste. Ibrahimovic befindet sich auf dem Höhepunkt seiner Karriere und ist dementsprechend teuer. In Spanien und Italien hat er schon gespielt, in Deutschland könnte sich nur der FC Bayern Ibrahimovic leisten. Das jedoch ein Exzentriker wie Ibrahimovic zu den, im europäischen vergleich doch eher bodenständigen, Bayern an die Isar wechselt ist mehr als unwahrscheinlich, zumal die Münchener mit Lewandowski auf dieser Position bestens besetzt sind. Bleibt als logische Konsequenz nur noch die Premier League. Dort mangelt es durch die neuen TV-Deals und großzügigen Investoren bekanntlich nicht an Geld und die englische Liga gilt immer noch als die beste der Welt, auch wenn die UEFA-Fünfjahreswertung etwas Anderes sagt. In England könnte sich Ibrahimovic noch einmal richtig beweisen und allen zeigen, dass er der vielleicht beste Stürmer der letzten zehn Jahre ist.

Wohin in England?

Einziges Problem ist, dass die englischen Clubs in den letzten Jahren alles andere als gut in der Champions League abgeschlossen haben, einzig Manchester City ist dieses Jahr noch vertreten. Ein Wechsel zu den Skyblues ist aber ausgeschlossen, da dort ab Sommer Ibrahimovics Erzfeind Pep Guardiola übernehmen wird. Bleiben Manchester United, Arsenal London, FC Chelsea oder der FC Liverpool. Mit Jürgen Klopp versteht er sich bestens, auf einer Gala hat er einmal im Spaß zu ihm gesagt, dass er gerne mal unter ihm spielen würde. Der FC Liverpool befindet sich allerdings unter Jürgen Klopp im Neuaufbau und muss dieses Jahr um die internationalen Plätze kämpfen, um die Champions League zu gewinnen scheint auch ein Wechsel hierhin sehr unwahrscheinlich. Manchester United und Arsenal reißen seit Jahren nichts in der Champions League und der FC Chelsea wird die internationalen Plätze in dieser Saison auch nicht mehr erreichen. In dieser Hinsicht klingt England dann doch nicht mehr so reizvoll.

Weg aus Europa?

Sollte ihm der Champions League Titel doch nicht so wichtig sein gibt es auch noch viele Möglichkeiten außerhalb Europas. Um das große Geld zum Abschluss der Karriere zu machen sind viele Spieler noch einmal nach Katar oder China gegangen, doch darauf kommt es Ibrahimovic sicherlich nicht mehr an. Um die Marke der eigenen Person zu pushen und um Werbung für den Fußball zu machen zieht es viele ehemalige Topspieler in die USA, Marketingtechnisch sicherlich eine reizvolle Station doch die sportliche Herausforderung wäre hier noch geringer als in Frankreich.

In jeder Hinsicht ein einzigartiger Spieler

Bleibt festzuhalten, dass es sehr schwer zu sagen ist, was die Zukunft für Ibrahimovic bringt. Es besteht auch weiterhin noch die Möglichkeit die Champions League in dieser Saison mit Paris zu gewinnen, das würde wahrscheinlich noch einmal alles ändern. Für den Fußballfan bleibt aber eigentlich nur zu hoffen, dass dieser außergewöhnliche Spieler dem Fußball so lange wie möglich erhalten bleibt. Er hat dem Spiel etwas gebracht was es so vorher noch nicht gab. Wenn er den Platz betritt umgibt ihn stets eine Aura des übermächtigen, des unbesiegbaren. Er würde dem Fußball auf und außerhalb des Platzes fehlen. Wie Ibrahimovic selbst einmal sagte, weiß nur Gott was die Zukunft bringt, was in diesem Falle wohl zutrifft, denn mit Gott meinte er sich selbst.


Schlagworte: Ligue 1, Paris St. Germain, Premier League, Transfers, Zlatan Ibrahimovic

Artikelinformationen


Datum: 10. April 2016
Veröffentlicht von:
Autor: Mats-Ole Jensen


Teilen & Versenden


Auf teilen
Auf teilen

Kurzlink: bit.ly/1DASnWi