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Packendes Spiel mit glücklichem Ende für den OHV

Die Handballer vom OHV Aurich gaben gegen den favorisierten VfL Potsdam lange den Ton an, kamen nach einer Roten Karte gegen Kevin Wendlandt aber aus dem Tritt. Am Ende zitterten sich die Ostfriesen zu einem 26:25-Sieg, der zu großen Teilen auf das Konto der souveränen Abwehr ging.

Veröffentlicht am 19. September 2016 von

Aurich – OHV-Trainer Arek Blacha hatte ein „Spektakel“ vorausgesagt und recht behalten. In einem hochspannenden Spiel besiegte der Drittligist aus Ostfriesland den favorisierten VfL Potsdam mit 26:25. Die Auricher gaben bis zur 41. Minute den Ton an, führten 21:14 und mussten am Ende doch zittern. Mit der Schlusssirene waren die Auricher dann einfach nur erleichtert und zu kraftlos, um richtig ausgelassen jubeln zu können. Trainer Blacha musste sich erst einmal setzen und seine Anspannung sacken lassen.

Diese 41. Minute, sie sollte den Spielverlauf schlagartig ändern. Kevin Wendlandt sah nach einem Foul an Yannik Münchberger die Rote Karte. Zwar hielt Frederik Möhlmann den daraus resultierenden Siebenmeter von Julius Dierberg. Und auf der Gegenseite verwandelte Josip Crnic einen Strafwurf zum 22:14 für den OHV. Und doch sollte es im Angriff nicht mehr rund laufen. Die Auricher nahmen sich zu früh die Würfe, ließen im Abschluss die Konsequenz vermissen, leisteten sich Fehler, die ihnen vorher nicht passiert waren.

Der Vorsprung schrumpfte im Sekundentakt

„Wer soll die Tore machen?“, wird sich Blacha gefragt haben. Seine Mannschaft ohne Routiniers im Rückraum. Torben Lemke blieb unter seinen Möglichkeiten. Und Wendlandt stand nicht mehr zur Verfügung. Zwar gehörte auch er nicht zu Top-Torschützen. Und doch machte sich sein Fehlen bemerkbar, da sich den Potsdamern dadurch andere taktische Möglichkeiten eröffneten. Mit einer offensiven Abwehr brachten sie Hektik ins Auricher Angriffsspiel. Sie agierten phasenweise mit zwei Spielern auf der vorgezogenen Position.

Die jungen Spieler im Team wie Wilke de Buhr und Paul Jordan mussten es nun vorne richten. Und taten es. Der Vorsprung schrumpfte zwar minütlich. Einmal sogar in Sekunden. Da verkürzte Daniel Deutsch für die Gäste in der 56. Minute auf 21:24. In den folgenden Anwurf des OHV am Mittelkreis ging Matti Spengler frech dazwischen, stibitzte den Ball und schloss den Gegenstoß zum 22:24 ab.

Der OHV behielt die Nerven

Blacha nahm eine Auszeit. Ruhiger wurde es im Angriff deshalb aber nicht. Hertlein, der anschließend am Kreis frei zum Wurf kam, fand im Potsdamer Torwart Paul-Janis Twarz seinen Sieger. Twarz war in der 22. Minute für Sebastian Schulz gekommen. So wenig wie auch er zunächst Hand oder Fuß an den Ball bekam, um so mehr wehrte er in der Schlussphase ab. Der VfL traf zum 23:24. Und die Ewigkeit von drei Minuten war noch zu spielen.

90 Sekunden vor Schluss trifft Jordan zum 25:23. Im Gegenzug Siebenmeter für den VfL, den Julius Dierberg zum 24:25 verwandelt und Zeitstrafe gegen Jannes Hertlein. Der OHV damit in der verbleibenden Zeit in Unterzahl. Jordan steigt aus dem Rückraum hoch und der abgefälschte Ball landet zum 26:24 glücklich im Tor. Den Sieg hat der OHV damit aber immer noch nicht sicher. Erneut verkürzt Dierberg mit einem verwandelten Siebenmeter. Noch 30 Sekunden. Die Auricher behalten gegen die offene Manndeckung der Potsdamer die Nerven.

Etliche Glanzparaden durch Torwart Möhlmann

Der Sieg geht zu großen Teilen auf das Konto der Abwehr. „Gut, dass wir da so souverän waren“, sagte Blacha, der ihr das Prädikat hervorragend verlieh. Allen voran Sven Seidler und im Tor Frederik Möhlmann, der von Anfang bis Ende etliche Paraden zeigte und maßgeblichen Anteil am Erfolg hatte.

Hätten die Auricher ihre hochkarätigen Torchancen alle genutzt, hätte es nach einer Viertelstunde nicht nur 6:6 gestanden und wäre das Spiel nicht bis zur 26. Minute (12:11) Kopf an Kopf gewesen. Paul Jordan, Kreisläufer Jannes Hertlein und Wilke de Buhr, der nach einem Pass von Möhlmann einen Gegenstoß erfolgreich abschloss, warfen dann eine 15:11-Halbzeitführung heraus. Schon bis da war es ein packendes Spiel mit einem wahnsinnig hohen Tempo.

Die Auricher bauten ihre Führung aus. Der Rest ist bekannt. Nach einem nervenaufreibenden Spiel konnte Blacha am Ende dann doch auch wieder lächeln: „Wir haben gegen eine favorisierte Mannschaft gewonnen. Das zählt.“


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Datum: 19. September 2016
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