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Paukenschlag in Gladbach: Lucien Favre tritt überraschend zurück

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(Hannover.) Lucien Favre ist am gestrigen Sonntagabend von seinem Amt als Cheftrainer bei Borussia Mönchengladbach zurückgetreten. Der 57-Jährige gab als Grund an, nicht mehr der richtige Trainer für die Mannschaft zu sein und dass er diese nicht mehr erreiche.

Veröffentlicht am 21. September 2015 von

Favre reichte am Vormittag ein Rücktrittsgesuch beim Verein ein, welches allerdings abgelehnt wurde. Daraufhin ging der Schweizer eigenmächtig an die Presse und machte seinen Rücktritt selbst publik. Damit zog Favre, der seit Februar 2011 Cheftrainer in Gladbach war und aus dem einstigen Abstiegskandidaten einen Champions League-Kandidaten machte, die Konsequenz aus dem schlechtesten Saisonstart der Vereinsgeschichte mit sechs Niederlagen in der Bundesliga und Champions League.

Vereinsführung völlig überrumpelt

Von Seiten der Vereinsführung hieß es, „dass man Favres Schritt nicht akzeptiere und weiterhin uneingeschränkt und voller Überzeugung hinter ihm stehe“. Manager Max Eberl erklärte: „Wir sind nach wie vor total davon überzeugt, dass Lucien der perfekte Trainer für Borussia ist und wir gemeinsam mit ihm die aktuelle, sehr schwierige sportliche Situation überstehen werden.“

Gladbachs Präsident Rolf König fühlte sich ebenfalls vor den Kopf gestoßen und zeigte sich traurig gegenüber Favres Entschluss: „Wir haben gehofft, dass wir ihn auch dieses Mal überzeugen können, bei uns und mit uns weiterzumachen. Mit seinem öffentlich gemachten Rücktritt hat er nun Fakten geschaffen, die uns bis ins Mark treffen. Wir haben mit Lucien Favre viereinhalb überaus erfolgreiche sportliche Jahre hinter uns und sind sehr traurig, dass dieser gemeinsame Weg nun offenbar zu Ende ist.“

Schubert übernimmt

Am heutigen Montagnachmittag wurde zudem bereits Favres Nachfolger bekannt gegeben. Der bisherige U23-Trainer Andre Schubert wird interimsweise das Amt des Cheftrainers übernehmen. Für den bisherigen Regionalliga-Coach wird U19-Trainer Arie van Lent in der U23 einspringen. Viel Zeit wird Schubert zum Eingewöhnen allerdings nicht bleiben. Bereits am kommenden Mittwoch spielen die Fohlen gegen den FC Augsburg.

Lucien Favres Erklärung im Wortlaut:

„Nach reiflicher Überlegung und eingehender Analyse bin ich zu der Erkenntnis gekommen: Es ist in dieser Situation die beste Entscheidung, mein Amt als Cheftrainer bei Borussia Mönchengladbach niederzulegen. Es war eine unvergessliche Zeit, die ich hier in Mönchengladbach erlebt habe. Ich durfte die Borussia vom Fast-Absteiger in die Champions League führen. Es gab viele unglaubliche berauschende Momente. Ich hatte hier ein tolles Trainerteam, eine unglaublich engagierte und professionelle Vereinsführung. Ich danke allen für ihren steten und vertrauensvollen Support! Ich bin lange genug im Geschäft, habe als Spieler und Trainer schon viele schwierige Situationen erlebt und immer wieder dazu gelernt. Da muss ich zum aktuellen Zeitpunkt ehrlich für mich sagen: Es ist jetzt an der Zeit und die beste Entscheidung für den Verein und die Mannschaft, eine Veränderung herbeizuführen.

Ich habe nicht mehr das Gefühl, der perfekte Trainer für Borussia Mönchengladbach zu sein. Da muss ich ehrlich zu mir und meinen Partnern professionell sagen: Es geht um den Verein, um den Mythos Borussia! Ich muss diese Entscheidung für Borussia und die Zukunft treffen.

Auch wenn es pathetisch klingt: Ich werde die ereignisreichen Jahre bei Borussia als meine schönste und emotionalste Zeit als Trainer nie vergessen! Die Spieler, mit denen ich arbeiten durfte! Die Vereinsführung, mit der ich immer vertrauensvoll zusammengearbeitet habe. Und da ist vor allem der Borussia-Park, da sind die Fans, die bei jedem Spiel diese unvergleichliche Stimmung erzeugen können. Ihr werdet immer in meinem Herzen bleiben!“


Schlagworte: Borussia Mönchengladbach, Bundesliga, Champions-League, Lucien Favre, Max Eberl, Rücktritt

Artikelinformationen


Datum: 21. September 2015
Veröffentlicht von:
Autor: Marvin Sonnemann
Korrektur: Katharina Freise


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