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Pep Guardiola: Der Zauber ist verflogen

(Hannover) Und wieder ist es passiert. Die Bayern verlieren zum dritten Mal in Folge das Finale des Supercups. Trainer Pep Guardiola gerät dadurch bereits vor Beginn der Saison in eine erneute Diskussion. Vor allem geht es um die aktuelle Transferpolitik.

Veröffentlicht am 04. August 2015 von

Als Pep Guardiola 2013 beim FC Bayern vorgestellt wurde, war die Euphorie riesig. „Der beste Trainer der Welt geht zur besten Mannschaft der Welt“ hieß es. Und in gewisser Weise stimmte diese Aussage auch. Der Katalane hatte mit dem FC Barcelona zuvor alles gewonnen, was es zu gewinnen gab. Von 2008 bis 2012 gewann er insgesamt 14 Titel, darunter zwei Mal die Champions League. Und der FC Bayern hatte zuvor unter Jupp Heynckes das sagenumwobene Triple aus Meisterschaft, DFB-Pokal und Champions League geholt und sich damit in der internationalen Fußballwelt mehr als nur Respekt verschafft, als man beispielsweise den FC Barcelona im Halbfinale der Champions League mit 0:3 und 0:4 nach Hause schickte.

Erwartungen waren zu groß

Die Erwartungshaltung an den neuen Trainer war also schon von Anfang an sehr hoch. Und Guardiola wollte mit dem Druck auch umgehen: „Ich werde versuchen, das hohe Niveau, auf das Heynckes den FC Bayern in der vergangenen Saison geführt hat, zu halten.“

Zwei Jahre später sieht die Situation jedoch ganz anders aus. Die Statistik der letzten Jahre verzeichnet einen allgemeinen Abwärtstrend. 2013/14 gewann man noch das Double aus Meisterschaft und DFB-Pokalsieger, währenddessen man in der letzten Saison „nur“ Deutscher Meister wurde. Das aber zum frühsten Zeitpunkt in der Geschichte der Bundesliga. Ein Erfolg, der für einen FC Bayern München allerdings nicht genug ist.

Die Niederlage zuletzt im Supercup gegen den VfL Wolfsburg, als man es zum dritten Mal in Folge verpasste, die Trophäe mit nach Hause zu nehmen, heizt eine neue Diskussion um den Trainer an. Knackpunkt ist dabei vor allem die Transferpolitik.

Transferpolitik kommt einem spanisch vor

Guardiola setzt im Vergleich zu Vorgänger Heynckes mehr auf den spielerischen Fußball, der gut anzusehen ist. Genau für diesen braucht er Spieler, die in sein Konzept passen. Spanier, um genau zu sein. In den letzten drei Jahren hat sich die Transferpolitik des FCB sehr stark verändert. Spanische Spieler wie Javi Martinez, Thiago Alcantara, Xabi Alonso und Juan Bernat kamen nach München und verdrängten nach und nach die deutschen Nationalspieler. 2013 war es Mario Gomez, den es als Erstes traf. Ein Jahr später musste Toni Kroos gehen. Und in diesem Jahr verließ sogar das bayerische Urgestein Bastian Schweinsteiger die Bayern in Richtung England. Ein Transfer, den viele Fans überhaupt nicht nachvollziehen können und den Frust in Richtung des Trainers leiten.

Zuletzt äußerte sich auch Ottmar Hitzfeld kritisch zu der aktuellen Transferpolitik: „Die Bayern müssen aufpassen, dass Deutsch die Hauptsprache in der Mannschaft bleibt und nicht nur Spanisch gesprochen wird. Der FC Bayern muss allmählich darauf achten, dass er nicht zu viele ausländische Spieler verpflichtet“, schrieb der ehemalige Coach des Rekordmeisters in seiner Kolumne im kicker. „Dieser Trend ist in letzter Zeit zu verzeichnen, während es früher immer das Ziel des FCB war, die besten deutschen Fußballer zu beschäftigen“, ergänzte der 66-Jährige.

Spekulationen um Guardiolas Zukunft

Ob und wie es mit Guardiola nach der jetzt anstehenden Saison läuft, bleibt abzuwarten. Fakt ist aber, dass es vom Katalanen kein klares Bekenntnis gab, seinen bis 2016 laufenden Vertrag vorzeitig zu verlängern. Ganz im Gegenteil. Immer wieder tauchen Spekulationen zwischen ihm und Manchester City auf. Ein Gerücht, ob wahr oder nicht, das die aktuelle Situation nicht gerade verbessert. Vor allem der sportliche Erfolg wird wohl das Verhältnis zwischen Trainer und Fans bestimmen.


Schlagworte: Bundesliga, FC Bayern München, Pep Guardiola, Supercup

Artikelinformationen


Datum: 04. August 2015
Veröffentlicht von:
Autor: Marvin Sonnemann
Korrektur: Svenja Ebeling


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