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Reifen-Chaos in Monaco

during the Monaco Formula One Grand Prix at Circuit de Monaco on May 29, 2016 in Monte-Carlo, Monaco.

Der Circuit de Monaco ist eine der berühmtesten Rennstrecken der Welt. Mitten in der Hauptstadt Monte-Carlo messen sich die besten Fahrer der Welt auf dem kurvenreichen Stadtkurs. Seinen Heim-Grand-Prix konnte Nico Rosberg in den letzten Jahren dreimal in Folge gewinnen. Auch vor diesem Rennen stehen die Chancen nicht schlecht für den Deutschen, mit Wohnsitz in Monaco.

Veröffentlicht am 29. Mai 2016 von

Hannover. Lewis Hamilton sicherte sich beim Großen Preis von Monaco seinen ersten Saison-Sieg und konnte den Abstand zum Teamkollegen Nico Rosberg auf 24 Zähler verkürzen. Zweiter wurde der Australier Daniel Ricciardo im Red Bull. Der Pechvogel des Tages verspielte seine Poleposition vom Start durch einen ungeschickten Boxenstopp. Überraschender Dritter wurde Sergio Perez (Force India). Sebastian Vettel konnte sich nur mit einem vierten Platz belohnen. Der WM Führende Nico Rosberg beendete das Rennen auf Platz sieben. Auf der Zielgeraden wurde er noch von Landsmann Nico Hülkenberg überholt.

Achtmal sieglos, 43 Punkte Rückstand

Die Ausgangssituationen für Lewis Hamilton, vor dem Großen Preis von Monaco, waren sicherlich schon besser. Der amtierende Weltmeister steckt in einer Formkrise und hink Teamkollegen Nico Rosberg sportlich und in der Weltrangliste klar hinterher.  Die Krönung des Ganzen konnte man in Barcelona beobachten. Hamilton versuchte bereits in Kurve 3 mit einem gewagten Manöver an Rosberg vorbeizuziehen, katapultierte damit jedoch beide Fahrzeuge aus dem Rennen. „Wenn man weiter so fällt, ist es schwierig, sich immer wieder auf innovative Weise neu zu motivieren und weiter an sich zu glauben“ sagte der Brite über die letzten Monate. Seinen letzten Sieg fuhr er 2015 in Texas ein. Mit den Punkten sicherte sich Hamilton damals vorzeitig seinen dritten Weltmeistertitel in der Formel1. Den Rest der Saison wirkte er nicht mehr so bissig wie zuvor und überließ Nico Rosberg die meisten Rennen kampflos. Auch in der neuen Saison wartet Hamilton weiter auf einen Titel.

Guter Start für Red Bull

Zu Beginn des Rennens sprach einiges für einen Sieg von Ricciardo. Das Rennen wurde wegen starken Regens mit einem Safety-Car-Start begonnen. Der Australier konnte bereits nach 15 Runden einen beachtlichen Vorsprung von 13,4 Sekunden vor Rosberg rausfahren. Nach dem Safety-Car-Start fuhr er dem Mercedes vor der Nase weg. Rosbergs Auto hatte Probleme die Reifen auf Temperatur zu bekommen. So konnte der Deutsche keinen Druck ausüben und musste sich früh geschlagen geben. Mercedes sah die größeren Chancen bei Hamilton und so ließ Rosberg seinen deutlich schnelleren Teamkollegen vorbeiziehen. „Mit der Pace im Nassen hatte ich keine Chance. Es ist verständlich, dass das Team es dann mit Lewis versuchen möchte, der zu dem Zeitpunkt viel schneller war. Das habe ich eingesehen und ihn vorbeigelassen. Somit konnte er auch gewinnen“ gestand Rosberg nach dem Rennen.

Ricciardo wird zum Pechvogel des Rennens

Red Bull und Mercedes versuchten sich an unterschiedliche Reifenstrategien um den Sieg für ihren Piloten zu sichern. Das Wetter verbesserte sich im Laufe des Rennens und so wurde die Strecke auch wieder trocken. Daniel Ricciardo wechselte bereits in der 23. Runde auf Intermediates, Hamilton blieb jedoch draußen und versuchte erst zum spät möglichsten Zeitpunkt auf Slicks zu wechseln. Als der Brite in der 31. Runde zum Reifenwechsel in die Box kam war Ricciardo bereits, trotz des zusätzlichen Stopps, längst wieder an ihm dran. Er erhoffte sich eine Chance Hamilton bereits beim nächsten Boxenstopp überholen zu können. Mit neuer Bestzeit kam Riccardo in die Boxengasse und baute den Vorsprung auf Hamilton nochmal aus. Doch beim Stopp ging einiges schief. So lag ein falscher Reifen zum Wechsel bereit. Die Mechaniker mussten nochmals in die Box um den richtigen Reifen zu holen. Diese verlorene Zeit kostete Ricciardo das Überholmanöver und letztlich auch den Titel.

Pokern um die Reifen

Bei Red Bull hoffte man bis zum Schluss darauf, dass die weichen Reifen von Hamilton nicht bis zum Rennende durchhalten würden. Doch dieser Gefallen wurde ihnen nicht gewährt. Selbst das intensive Verteidigen bei den Attacken durch Ricciardo machte den Reifen nichts aus und Hamilton konnte mit seiner Erfahrung dazu beitragen, dass diese nur aufs nötigste belastet wurden. Doch das wirklich bittere an der Geschichte: Nur dank eines Testlaufs seitens Red Bull wusste Mercedes überhaupt von der Beständigkeit der Reifen. „Wir wussten von einem Red-Bull-Longrun am Donnerstag, dass der Reifen 40 Runden geht“, grinst Mercedes-Sportchef Toto Wolff. Damit hat Red Bull die Strategie geliefert mit der sie am Ende geschlagen wurden

Und Verstappen?

Der frisch gekürte jüngste Grand-Prix-Sieger aller Zeiten hatte auch seine Schwierigkeiten in Monaco. Nachdem der Niederländer bereits im freien Training und im Qualifying sein Auto in der Bande versenkte, sollte es auch im Rennen nicht lange gut gehen. Bereits in der 35. Runde fuhr Verstappen in die Leitplanke. Und zwar in der Kurve, in der er bereits vor dem Rennen schon zweimal sein Auto abschoss. „Die Räder haben blockiert, von da an war ich nur noch Passagier“ äußerte sich der 18-Jährige zu seinem Unfall. Dieser dreifache Ausfall an einem Wochenende wirft natürlich einen schlechten Schatten auf den Sieger vom Großen Preis von Barcelona.


Schlagworte: Circuit de Monaco, Daniel Ricciardo, Formel1, Lewis Hamilton, Max Verstappen, Mercedes, Monaco, Monte-Carlo, Nico Hülkenberg, Nico Rosberg, Red Bull, Sergio Perez

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Datum: 29. Mai 2016
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