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Revolution gescheitert – Keine Mehrheit für Fanvertreter

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Die Jahreshauptversammlung von Hannover 96 am Dienstag Abend sorgte bereits im Vorlauf für viel Gesprächsstoff. Fans organisierten sich und stellten drei Kandidaten für den neu zu wählenden Aufsichtsrat.

Veröffentlicht am 27. April 2016 von

(Hannover) Am Dienstag Abend fand die Jahreshauptversammlung von Hannover 96 statt. Über 800 Mitglieder versammelten sich im Hauptsaal des Hannoverschen Congress Centrum um unter anderem den Aufsichtsrat von Hannover 96 zu wählen und die Berichte des Vorstands zu hören.

Viel Zündstoff und mediales Interesse 

Das Interesse an der JHV ist bereits in den letzten Jahren gestiegen – Das Interesse in diesem Jahr wurde aber sogar als so groß eingeschätzt, dass das Congress Centrum angemietet werden musste. Rund 800 Mitglieder trafen sich trotz ÜSTRA-Streik und trotzen dem schlechten Wetter. Gründe für die rege Beteiligung in diesem Jahr gibt es genug. Die sportliche Situation der Profiabteilung von Hannover 96 führte zu großem Unmut bei vielen Mitgliedern und der anhaltende Streit zwischen Anhängern und Vereinsführung befeuerte viele Streitereien. Für viele Mitglieder der anderen Sparten von Hannover 96 ist die JHV jedes Jahr gleichzeitig aber auch die einzige Möglichkeit, ein Sprachrohr zu greifen und ihre Interessen zu verlautbaren. Neben den sportlichen Erfolgen im Amateurbereich in den verschiedensten Abteilungen, wurde auch mehrfach das Thema des neuen Vereinszentrum in der Stammesstraße thematisiert. Die Finanzierung des Vereinszentrums ist nach jahrelanger Planung nun gesichert und die Verantwortlichen sind zuversichtlich, dass der Bau des Zentrums noch in diesem Jahr beginnen kann. Das ebenfalls große mediale Interesse wurde aber durch eine ganz andere Thematik geweckt.

Pro Verein 1896 mobilisiert Wähler 

In den Wochen und Monaten vor der JHV vielen in Fanszene-Kreisen vermehrt die Worte ,,Pro Verein 1896″. Die Initiative kämpft für die Beibehaltung der 50+1 Regel, die im Jahr 2018 vom Vorstand von Hannover 96 aufgehoben werden kann. Dafür stellte die Vereinigung drei eigene Kandidaten für den Aufsichtsrat zur Wahl und mobilisierte über verschiedenste Kanäle Wähler, um Stimmen für die Kandidaten zu sammeln. Dabei wurde die Initiative auch aktiv von den Ultras Hannover unterstützt, die in ihrer Fanzeitschrift ,,i-Block“ für die Kandidaten warben und in den vergangenen Wochen für viele neue Mitglieder sorgten. Das Engagement der Faninitiative blieb auch dem bisherigen Vorstand nicht verborgen und so mobilisierte auch die Martin Kind wohlgesinnte Seite des Vereins, Mitglieder, die den Versuch der Faninitiative eine Mehrheit im Aufsichtsrat zu erlangen, verhindern sollte.

Jede Stimme entscheidet

Während der JHV zeichnete sich bereits ein sehr gespaltenes Bild ab. Beide Lager unterstützten die verschiedensten Wortmeldungen mit lautstarkem Applaus und die Wahl verzögerte sich durch viele Wortmeldungen bis weit nach 22 Uhr. Nach insgesamt vier Stunden verkündeten die Verantwortlichen das Wahlergebnis. Die befürchtete Revolution in Form einer Mehrheit der Fanvertreter im Aufsichtsrat scheiterte an nur 25 Stimmen, allerdings erreichten zwei der drei Kandidaten die nötigen Stimmen, um eine Position im Aufsichtsrat zu erlangen. Neben den neuen Mitgliedern Sebastian Kramer und Ralf Nestler, wurden drei bisherige Mitglieder des Aufsichtsrat bestätigt. Valentin Schmidt, Michael Beck, Dr. Veronika von Lintel, Sebastian Kramer und Ralf Nestler bilden für die nächsten drei Jahre den Aufsichtsrats des HSV von 1886 e.V.’s. Zu beobachten bleibt, wie und in welcher Form die zwei neuen Gesichter im Aufsichtsrat Einfluss auf die Entscheidungen im Bezug auf die 50+1 Regelung nehmen werden.


Schlagworte: Hannover 96, Jahreshauptversammlung, JHV, Martin Kind, Pro Verein 1896, Ultras Hannover

Artikelinformationen


Datum: 27. April 2016
Veröffentlicht von:
Autor: Patrick Herrmann


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