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Leichtathletik

Robert Harting setzt neue Zeichen im Kampf gegen Doping

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(Hannover) Er polarisiert, kritisiert, ermahnt. Diskuswerfer Robert Harting ist nicht nur stark im Ring, sondern macht sich vor allem stark im Kampf gegen Doping in der Leichtathletik. Mit seinem neuesten Vorschlag sollen ehemalige Dopingsünder unfreiwillig besonders gekennzeichnet werden.

Veröffentlicht am 24. September 2015 von

Olympiasieger. Weltmeister. Europameister. Sportler des Jahres. Robert Harting (SCC Berlin) ist wohl einer der bekanntesten und erfolgreichsten deutschen Leichtathleten. Der Hüne im Ring machte in den letzten Jahren allerdings auch außerhalb des Käfigs auf sich aufmerksam. Besonders bekannt ist der Berliner für seine unverblümte Kritik an den nationalen und internationalen Leichtathletikverbänden, sowie für den akribischen Kampf gegen Doping.

In jüngster Vergangenheit attackierte Harting in einem Youtube-Video zusammen mit anderen deutschen Leichtathleten den Weltverband IAAF, der den Doping-Missbrauch nicht entschieden bekämpfe, sondern eher vertusche und geschehen ließe, so Harting. Mit Aussagen wie „Wir können euch nicht mehr trauen“ oder „Ihr zerstört unseren Sport“ reagierten die Athleten in ihrem Youtube-Video auf die jüngsten Doping-Enthüllungen der ARD und der britischen Zeitung „Sunday Times“. Die Journalisten ließen eine Datenbank der IAAF mit 12000 Bluttests von ca. 5000 Läufern, darunter rund 150 Medaillengewinner bei Olympischen Spielen und Weltmeisterschaften, testen. Das Erschütternde: 800 von 5000 Athleten sollen dopingverdächtige Blutwerte aufgewiesen haben!

Rote Startnummern für ehemalige Dopingsünder

Neben dem kritisierenden Video forderte Harting eine besondere Brandmarkung für ehemalige Dopingsünder. „Die Dopingsünder müssten auf den ersten Blick zu erkennen sein und beispielsweise mit einer roten Startnummer gekennzeichnet werden“, erklärte Harting im Interview. Der Fernsehzuschauer müsse während der Übertragung sofort wissen, wer schon einmal betrogen habe. In Bezug auf das 100m-Finale der Männer bei der Leichtathletik-WM in Peking setzte Harting ein besonderes Zeichen: „Ich schaue mir das Rennen nicht mehr an, lege eine offizielle Schweigeminute ein und schalte den Fernseher aus, bevor es losgeht“, erläuterte der Diskuswerfer seine persönliche Reaktion auf die zahlreichen ehemaligen Dopinggesperrten auf der Startliste.

Eine Idee und Möglichkeit, die sowohl mehr Transparenz für die Zuschauer bieten, als auch eine Distanzierung des Weltverbandes zum Thema Doping mit sich führen könnte – vielleicht ein notwendiger Schritt in Richtung „dopingfreie Leichtathletik“?


Schlagworte: Doping, Dopingsünder, IAAF, Leichtathletik, Robert Harting

Artikelinformationen


Datum: 24. September 2015
Veröffentlicht von:
Bildquelle: © Getty-Images
Autor: Svenja Ebeling
Korrektur: Marvin Sonnemann


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