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Rosberg erobert auch das Land der aufgehenden Sonne

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Nico Rosberg in der Form seines Lebens, ein grandioser Lauf mit dem Piloten vor ihm schon Weltmeister wurden. Sein interner Konkurrent steht mit Hamilton am Ende des Feldes, hat aber schon bewiesen, dass er in der Lage ist auch von dort gute Ergebnisse zu liefern. Die Ferraris müssen nach einem verpatzen Qualifying im Rennen ihre beste Pace zeigen.

Veröffentlicht am 17. April 2016 von

(Hannover) Nico Rosberg fährt weiter von Erfolg zu Erfolg, auch äußere Einflüsse können ihn nicht stoppen. Die Ferraris nehmen sich früh selbst aus der Verlosung um den Sieg und Rosbergs Kollege Hamilton legt eine furiose Aufholjagd hin, die am Ende nicht mit einer besseren Plazierung belohnt wird. Der Grand Prix von Shanghai hält eine Menge Spannung bereit.

Schon vor dem Start hatte Mercedes sich gegen eine Attacke von Daniel Ricciardo abgesichert. Der Grundstein wurde im Qualifying tags zuvor gelegt, als Rosberg seine beste Zeit in Q2 mit der soften Reifenmischung fuhr. Daraus ergab sich aber auch ein kalkulierter schwächerer Start des Deutschen. Die Ingenieure von Mercedes sollten Recht behalten. Ricciardo im Red Bull zog am Start direkt am Mercedes vorbei und sicherte sich die Führung vor der ersten Kurve. Die Spannung zog sich auch weiter ins Feld hinein. Sebastian Vettel im Ferrari mit einem schwachen Start, der auch sofort bestraft wurde. In der Zufahrt auf die erste Kurve überraschte ihn, ein perfekt gestarteter Kwjat, der auf der Innenseite der Kurve hineinstach und Vettel irritierte, welcher daraufhin in seien Teamkollegen crashte. „Er kam angeschossen wie ein Torpedo“, gab Vettel im Teamradio zu Protokoll, „wie ein Wahnsinniger“. Beide Ferrari verloren dadurch reichlich Plätze.

Bedingt durch diesen Unfall, bei dem auch Teile auf der Strecke blieben, wurde auch Hamilton am Ende des Feldes beeinflusst. Der Brite fuhr über die Trümmerteile und beschädigte sich nach einer Kollision seinen Frontflügel, der sich etwas später verabschiedete und unter seinem Boliden wiederfand. Eine Anfangsphase mit vielen weiteren Positionskämpfen und Trümmerteilen auf der Strecke.

Heiße Anfangsphase und deren Ausläufer

Die Teile, die auf der Strecke zurückblieben, waren dann auch für die folgende Safety-Car-Phase verantwortlich. Daniel Ricciardo fuhr sich, nachdem er von Rosberg wieder überholt wurde, ein herumliegendes Teil in die Reifen, welches diesen platzen lies. Nachdem der Reifen dann auf der Strecke herumflog, wurde das Safety-Car auf die Strecke geschickt, um wieder Ordnung auf dem Track herzustellen. Helfen sollte diese Phase den hinten fahrenden Boliden, die in der Anfagsphase an die Box mussten oder von vornherein aus den letzten Reihen starten mussten. Das Feld rückte so zwangsläufig wieder näher zusammen und der von Rosberg rausgefahrene Vorsprung war erstmal wieder dahin. Den Re-Start löste der Mercedespilot dann aber souverän und gab keinem seiner Konkurrenten die Chance zu einem Manöver gegen ihn.

Es braucht auch Abkühlung nach heißen Phasen

Zur Mitte des Rennens beruhigte sich das Fahrerfeld wieder etwas. Aber hier wurde ersichtlich, dass die Teams, im Gegensatz zu den vorherigen Jahren, komplett unterschiedliche Strategien fuhren. Während Mercedes, bis auf zwei Runden in der Safty-Car-Phase, komplett auf die Supersofts verzichtete, waren diese bei der Strategie von Ferrari wichtiger Bestandteil. Die Italiener mussten aber auch antizyklisch agieren um überhaupt noch Chancen auf ein gutes Ergebnis zu erlangen. Die Boliden von Räikkönen und Vettel pflügten durchs Feld und kamen so immer weiter nach vorn. Die Strecke bot gute Möglichkeiten für Überholmanöver und mit Hilfe des DRS kam es auch in der Abkühlungsphase des Rennens zu einer Menge Duelle.

Schlussphase als Triumphzug Rosbergs

Der vom letzten Platz gestartete Hamilton fuhr in der Schlussphase noch bis auf Rang sieben vor und machte dabei seine Ankündigung wahr, alles zu tun was er kann. Einzig Felipe Massa sollte seine Auholjagd beenden und so ein noch besseres Ergebnis verhindern. „Warum ich nicht vorbei kam, sehen Sie sich die Autos an. Er hat seinen Wagen einfach nicht zerstört wie ich“, gab Hamilton im Anschluss den Reportern preis. Sebastian Vettel konnte seine persönlich Fede kurz vor Schluss damit krönen den, in seinen Augen, Schuldigen für das schwierige Rennen zu überholen. Mit den soften Reifen war er, dem auf Mediums fahrenden Russen, auch von der Geschwindigkeit weit überlegen. Das alles fand trotz der Platzierung von zwei und drei, weit hinter dem souveränen Spitzenreiter Nico Rosberg statt. Ein nie gefährdeter Sieg des Deutschen und sein dritter in Folge. Ein gutes Omen für Rosberg zum Schluss noch. Piloten welche die ersten drei Rennen gewinnen konnten, wurden am Ende der Saison auch immer Weltmeister.

 

Vorläufiges Endergebnis:
1. Nico Rosberg (1:38:53,891 Std), 2. Vettel (+ 0:37,776), 3. Kwjat (+ 0:45,936), 4. Ricciardo (0:52,688), 5. Räikkönen (+ 1:05,872), 6. Massa (+ 1:15,511), 7. Hamilton (+ 1:18,230), 8. Verstappen (+ 1:19,268), 9. Sainz Jr. (+ 1:24,127), 10. Bottas (+ 1:26,192), 11. Perez (+ 1:34,283), 12. Alonso (+ 1:37,253), 13. Button (+ 1:41,990), 14. Gutierrez (1. Runde), 15. Hülkenberg (1. Runde), 16. Ericsson (1. Runde), 17. Magnussen (1. Runde), 18. Wehrlein (1. Runde), 19. Grosjean (1. Runde), 20. Nasr (1. Runde), 21. Haryanto (1. Runde), 22. Palmer (1. Runde)

 

Fahrerwertung nach 3 von 21 Rennen:
1. Rosberg 75 Punkte, 2. Hamilton 39 Punkte, 3. Ricciardo 36 Punkte, 4. Vettel 33 Punkte, 5. Räikkönen 28 Punkte, 6. Massa 22 Punkte, 7. Kwjat 21 Punkte, 8. Grosjean 18 Punkte, 9. Verstappen 13 Punkte, 10. Bottas 7 Punkte, 11. Hülkenberg 6 Punkte, 12. Sainz Jr. 4 Punkte, 13. Vandoorne 1 Punkt


Schlagworte: China Grand Prix 2016, Daniel Kwjat, Daniel Ricciardo, Formel 1, Kimi Räikkönen, Lewis Hamilton, Nico Rosberg, Sebastian Vettel, Shanghai

Artikelinformationen


Datum: 17. April 2016
Veröffentlicht von:
Autor: Marcel Musielak


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