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Rosberg gewinnt im Schatten des russischen Bären

Gettyimages

Der Russland Grand Prix stellt die Teams zur Abwechslung vor komplett andere Herausforderungen. Nicht die Haltbarkeit der Reifen sollte zum Problem werden sondern die Temperatur in den Gummies. Ferrari wird vom Firmenchef Marchionne unter Druck gesetzt, endlich Ergebnisse zu liefern. Die Mercedes wollen auch in Sochi weiter das Maß aller Dinge bilden.

Veröffentlicht am 01. Mai 2016 von

Der Privatkrieg Vettels mit Daniil Kwjat geht in die nächste Runde und wird noch für einigen Gesprächsstoff sorgen. An der Spitze setzt sich, bezeichnend für die Saison, Rosberg spielerisch gegen die Konkurrenz durch und wird selbst vom eigenen Teamkameraden nicht mehr erreicht. Hamilton leidet diese Saison an der Technik, die in der letzten Rosberg zu schaffen machte. Ein erneut ungefährdeter Start-Ziel Sieg.

(Hannover). Es scheint in der Formel 1 wieder wilder zuzugehen. Wie schon in den vergangenen Rennen, hat auch der Start in Russland seine Crashs. Der Führende Nico Rosberg kam gut weg und konnte seine Position problemlos verteidigen. Dahinter ging es spannender zu. Sebastian Vettel, von Startplatz sieben ins Rennen gegangen, legte einen super Start hin. Konnte er zu Anfang noch kein Kapital daraus schlagen, gelang es ihm kurz vor der ersten Kurve auf der Innenseite Plätze gut zumachen. Beim Anbremsen in die Kurve annullierten sich seine ganzen Positionsgewinne jedoch rasch wieder. Ein vollkommen übermotivierter Daniil Kwjat verschätzte sich komplett und rauschte in den Ferrari des Deutschen. In Folge dessen kam es zu einer Kollision von Vettel mit Ricciardo und einem Reifenschaden am roten Boliden.

Keine hundert Meter weiter, nachdem Vettel nun Platz um Platz verlor, sollte es zur zweiten Attacke des Russen gegen Vettel kommen. Der lädierte Ferrari wich von der Ideallinie und fuhr, vor allem aufgrund des Reifenschadens, langsamer. Wieder schoss der Red Bull von hinten an, touchierte den Ferrari und sorgte nun endgültig für das Aus Vettels. Der Deutsche krachte nach einem Dreher vollkommen hilflos in die Seitenbegrenzung und beendete das Rennen nach nicht einmal zwei Kurven. „Das ist schon wirklich frustrierend, da hat man alles richtig gemacht und kriegt dann zweimal von hinten einen Schlag, der zweite dann so heftig, dass man wirklich nichts mehr machen kann“, resümierte ein sichtlich genervter Vettel.

Aufregende Anfangsphase verwirbelt das Geschehen

Am Ende des Feldes wurde ein zweiter Deutscher ebenfalls früh aus dem Rennen genommen. Für Nico Hülkenberg im Force India endete das Rennen nachdem Gutierrez einen Unfall an Haryanto und ihm verursacht hat. Für den Mexikaner ging es weiter, die beiden anderen mussten ihre Boliden abstellen. Im weiteren Verlauf wurden sowohl für den Russen, als auch für den Haas-Piloten Strafen ausgesprochen. Das ganze Durcheinander nutze allen voran Lewis Hamilton, der sich weit an die Spitze tasten konnte. In Folge dessen wurde erst ein Virtual-Safety Car angezeigt. Da sich die Autos aber nicht so schnell bergen ließen, wurde schnell das richtige Safety Car auf die Strecke geschickt.

Hamilton bläst nochmal zur Jagd auf Rosberg

An der Spitze gelang Rosberg der Re-Start souverän. Schnell brachte er einen beruhigenden Abstand zwischen sich und Valteri Bottas. Hamilton musste lange Zeit hinter Kimi Räikkönen her fahren und verbrannte sich seine Supersoft, was ihm später einige Sekunden kosten sollte. Nach einem Fahrfehler vom Finnen sollte Hamilton ihn problemlos passieren können und nach einem taktischen Kniff mit einem verspäteten Boxenstopp sollte er sich auch den zweiten Finnen, in Person von Bottas, schnappen. Zu diesem Zeitpunkt gab es für Hamilton nur noch das Ziel Rosberg einzuholen. Einen Vorsprung von über 22 Sekunden sollte er bis auf dreizehn Sekunden reduzieren, bis ihn wieder einmal ein technisches Problem stoppte. Ein Problem mit der Kühlung sorgte dafür, dass Hamilton nicht mehr mit voller Leistung fahren durfte, ohne zu riskieren seinen Motor zu verlieren.

Entspanntes Ausfahren der Silbernen

Der Rest war ein Heimfahren des Ergebnisses. Zu dominant waren die Silbernen auch wieder an diesem Wochenende. Rosberg feiert seinen vierten Erfolg hintereinander in dieser Saison und den siebten saisonübergreifend. Mit diesem Triumph steigt Rosberg in einen elitären Kreis auf, mit Fahrern wie Vettel, Schumacher und Ascari. So konnte auch Niki Lauda nach dem Rennen nur seinen Hut ziehen. „Nico befindet sich in einer wahnsinnigen Form, er macht momentan alles richtig. Im Kopf macht es einfach Klick bei ihm“. Mit nun 100 Punkten bleibt Rosberg unangefochten an der Spitze der Fahrerwertung.

Rennergebnis:

1. Rosberg (1:32:41,997 Std); 2. Hamilton (+ 0:25.022); 3. Räikkönen (+ 0:31.998); 4. Bottas (+0:50.217); 5. Massa (+1:14.427); 6. Alonso (+1. Runde); 7. Magnussen (+1. Runde); 8. Grosjean (+1. Runde); 9. Perez (+1. Runde); 10. Button (+1. Runde); 11. Ricciardo (+1. Runde), 12. Sainz (+1. Runde); 13. Palmar (1. Runde); 14. Ericsson (+1. Runde); 15. Kwjat (+1. Runde); 16. Nasr (+1. Runde); 17. Gutierrez (+1. Runde); 18. Wehrlein (+2. Runden); 19. Verstappen (Ausfall); 20. Vettel (Ausfall); 21. Hülkenberg (Ausfall); 22. Haryanto (Ausfall)

Fahrerwertung:

1. Rosberg 100 Pkt; 2. Hamilton 57 Pkt; 3. Räikkönen 43 Pkt;                       4. Ricciardo 36 Pkt; 5. Vettel 33 Pkt; 6. Massa 32 Pkt; 7. Grosjean 22 Pkt; 8. Kwjat 21 Pkt; 9. Bottas 19 Pkt; 10. Verstappen 13 Pkt; 11. Alonso 8 Pkt; 12. Magnussen 6 Pkt; 13. Hülkenberg 6 Pkt; 14. Sainz 4 Pkt; 15. Perez 2 Pkt; 16. Button 1 Pkt; 17. Vandoorne 1 Pkt


Schlagworte: Crash, Daniil Kwjat, Ferrari, Lewis Hamilton, Mercedes, Nico Rosberg, Rennen, Russland Grand Prix 2016, Sebastian Vettel, Sochi

Artikelinformationen


Datum: 01. Mai 2016
Veröffentlicht von:
Autor: Marcel Musielak


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