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SC Paderborn feuert Trainer Effenberg

gettyimages, Stefan Effenberg

Der abstiegsbedrohte SC Paderborn feuert Stefan Effenberg. Schuld daran ist nicht nur der sportliche Misserfolg, sondern auch negative Schlagzeilen abseits des Platzes. Der neue Trainer war schon zweimal Interimscoach beim SCP.

Veröffentlicht am 03. März 2016 von

(Hannover) Nach zuletzt zwölf sieglosen Spielen trennt sich der SC Paderborn von Trainer Stefan Effenberg. Erst im Oktober hatte er das Traineramt übernommen und geriet mit dem Verein immer mehr in den Abstiegskampf. Zurzeit steht der SC Paderborn mit nur 19 Punkten auf dem vorletzten Tabellenplatz. Der neue Trainer wird René Müller, bisheriger Leiter des Nachwuchs-Leistungszentrum.

Noch im Februar hatte Präsident Wilfried Finke betont, sie würden an Effenberg festhalten, auch wenn es Richtung dritte Liga gehen sollte. Doch neben den sportlichen Problemen kam es in den vergangenen Monaten vermehrt auch zu negativen Schlagzeilen außerhalb des Platzes. Diese könnten nun ausschlaggebend für die Entlassung gewesen sein, obwohl Effenberg nicht für alle Geschehnisse verantwortlich war. So war es beispielsweise Präsident Finke, der die früheren Leistungsträger Saglik, Brückner und Lakic suspendiert hatte. Diese Entscheidung wurde weder bei den Fans noch bei den Mitspielern positiv aufgenommen, vor allem da es keine ausführliche Erklärung dazu gab. Der nächste Skandal folgte im Wintertraininglager in Belek, als sich Stürmer Nick Proschwitz in den öffentlichen Räumen eines Hotels entblößte und demnach folgerichtig ebenfalls suspendiert wurde.

Auch Effenberg sorgt für Negativschlagzeilen

Nach den Spielern sorgte dann auch noch Effenberg selbst für Negativmeldungen. Im Februar musste der „Tiger“ einen Strafbefehl wegen Trunkenheit am Steuer akzeptieren, ehe in den vergangenen Tagen bekannt wurde, dass er keine gültige Trainerlizenz besitzt. Die Nachricht, dass er nicht bei notwendigen Fortbildungsveranstaltungen erschienen war, brachte wohl das Fass endgültig zum Überlaufen. Finke hatte sich „Gedanken gemacht über die Geschehnisse der letzten Monate und natürlich auch über die Nebengeräusche.“ Daher hatte Finke Effenberg am Mittwoch in einem Gespräch mitgeteilt, dass die Zusammenarbeit ab sofort beendet sei. Die Zukunft des bis dato Co-Trainers Sören Osterland steht indessen offen. Die Entscheidung über die weitere Anstellung als Trainer beim Sportclub aus Paderborn kann erst nach Ende der Saison abschließend geklärt werden.

Der neue Trainer in Paderborn ist derweil kein Unbekannter. René Müller, der bis dahin das Nachwuchs-Leistungszentrum geleitet hatte, übernimmt das Amt für den Rest der Saison. Der 41-jährige war bereits 2013 und in dieser Saison als Interimstrainer eingesetzt worden. Mit Müller möchte Finke aus Effenbergs „Hollywood-Welt, die uns Paderbornern nicht gut zu Gesicht steht“ entfliehen. Er musste eingestehen, dass er die bundesweite Medienpräsenz unterschätzt hatte. Für Effenberg ist also schon nach fast fünf Monaten wieder Schluss. Und das, obwohl er zu seinem ersten Trainerjob sagte: „Der erste Schuss muss sitzen.“ Doch dieser Schuss ging wohl gründlich daneben.


Schlagworte: 2. Bundesliga, Osterland, René Müller, SC Paderborn, Stefan Effenberg, Trainerentlassung, Wilfried Finke

Artikelinformationen


Datum: 03. März 2016
Veröffentlicht von:
Autor: Lisa Brautmeier


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