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Schurken im Scheinwerferlicht

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Mehr Schein als Sein. Es war nur eine Frage der Zeit bis eine Institution die korrupten Machenschaften der FIFA aufdeckt. Ist das jetzt der Zeitpunkt für die Aufklärung oder wurden die verhafteten FIFA-Funktionäre nur für andere Personen wie Sepp Blatter geopfert?

Veröffentlicht am 02. Juni 2015 von

(Hannover.) Es ist ein Kampf um Einfluss, Macht und Prestige. Ein Leben im Scheinwerferlicht, ob in namenhaft besetzten VIP-Logen internationaler Fußball-Stadien oder stolzem Schrittes auf den roten Teppichen elitärer Kreise. Blitzlichtgewitter in Dauerschleife. Was sich anhört wie der Empfang einflussreicher Politiker beim jährlichen globalen Gipfeltreffen oder die Ankunft boulevardmedienrelevanter Staatsoberhäupter, ist schlicht und einfach das Bild eines ranghohen Fifa-Funktionärs, wie es der Gesellschaft häufig präsentiert wird.

Dabei sticht kein Name und kein Gesicht so entschieden in den Medien hervor, wie die Statur des Fifa-Präsidenten Joseph Blatter. Seit mehr als 40 Jahren arbeitet Blatter für den Fußball-Weltverband, seit 1998 ist er Präsident. Blatter ist das Ebenbild eines jenen Fifa-Funktionärs, der sich auf den roten Teppichen dieser Welt gebührend feiern lässt. Sein Verdienst: Unter seiner Regie ist die Fifa zu einem ebenso mächtigen wie korrupten Konstrukt gewachsen.

Schmiergeldzahlungen und manipulierte Wahlen

Immer wieder kursieren Spekulationen über Schmiergeldzahlungen innerhalb und außerhalb der Organisation. Vier Präsidentschafts-Wahlen hat Blatter überlebt, vermutlich alle durch ihn und seine Handlanger manipuliert. Seine Handlanger, dass sind die Männer, die die unschönen Aufgaben für Blatter erledigen, weit weniger prunkvoll als die Auftritte auf roten Teppichen. Dazu zählen vor allem Blatters Intimus und Stellvertreter Jeffrey Webb, der südamerikanische Sportfunktionär Eugenio Figueredo und der aus Trinidad und Tobago stammende Sportfunktionär Jack Warner, nicht selten verstrickt in Skandale und Eskapaden rund um den Fußball-Weltverband.

Je nach Betrachtungsweise ist die Fifa ein von Korruption zerfressener oder von Korruption infiltrierter Verband. Ein Verband, der bislang schalten und walten konnte, wie er wollte. Bislang. Denn nun wurden Blatters Handlanger gestellt. Am vergangenen Mittwoch stellte das FBI nach verdeckter Ermittlung Haftbefehl gegen Warner, Figueredo und Webb. Der Grund: Nicht nachvollziehbare Transaktionen von Spendengeldern. Warner, Figueredo und Webb hatten sich jahrelang Schmiergeldsummen in Millionenhöhe gezahlt.

Der Fußball-Weltverband distanzierte sich unmittelbar nach der Strafanzeige vom Verdacht der Korruption. „Man könne nicht die Fifa dafür verantwortlich machen, dass ein paar Funktionäre sich unabhängig von ihrer Aufgabe als Fifa-Repräsentant haben korrumpieren lassen“, erklärte Fifa-Sprecher Alexander Koch in einer Talkshow gegenüber Moderator Günther Jauch.

Warner, Figueredo und Webb spielen bei der Fifa nun keine Rolle mehr. Sepp Blatter schon. Wie erwartet entschied der Schweizer auch die diesjährige Präsidentschaftswahl für sich und hält auch die kommenden vier Jahre das Amt des Fifa-Oberhaupts inne. Während Warner, Figueredo und Webb ihren Kopf hinhalten, glänzt Joseph Blatter auch weiterhin als strahlender Wohltäter, dem ausschließlich die Entwicklung und der Erhalt der globalen Wirtschaftsmacht Fußball am Herzen liegt. Die Gier nach Einfluss, Macht und Prestige wird auch weiterhin die Welt regieren.


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Datum: 02. Juni 2015
Veröffentlicht von:
Korrektur: Louis Lambert


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