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Spitzenspiel der Regionalliga Nord entgleitet völlig

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Das Gipfeltreffen in der Regionalliga Nord zwischen dem VfB Oldenburg und dem VfL Wolfsburg II endete mit einem Eklat. Nach einem Platzverweis unterbrach Schiedsrichter Malte Göttsch die Partie für rund zehn Minuten. Nach dem Spiel erhoben die Verantwortlichen des VfB schwere Vorwürfe gegen den VfL und dem Schiedsrichter. Beide Vereine gaben eine Stellungnahme ab.

Veröffentlicht am 15. April 2016 von

(Hannover) Eigentlich hätte das Spitzenspiel der Regionalliga des gastgebenden VfB Oldenburg und dem VfL Wolfsburg II am Sonntagnachmittag ein Fußballfest werden sollen. Stattdessen lief beim 2:1-Auswärtserfolg der Wölfe, die den Tabellenführer vorerst vom Thron stießen, im Marschwegstadion alles aus dem Ruder. Als die Bundesliga-Reserve ihre Führung in der 62. Minute auf 2:0 ausgebaut hatten, gerieten der VfB-Torjäger Kifuta Kiala Makangu, der laut Aussage seines Trainers Dietmar Hirsch (Foto) das ganze Spiel über rassistisch beleidigt wurde, an der Mittellinie mit dem Wolfsburger Bastian Schulz aneinander. Der Gästespieler ging zu Boden. Schiedsrichter Malte Göttsch (Stuvenborn) zeigte Kifuta nach Besprechung mit seinem Linienrichter die Rote Karte. Der kongolesische Stürmer fühlte sich ungerecht behandelt und weigerte sich, das Feld zu verlassen. In der unübersichtlichen Situation entschied sich Göttsch um 16.18 Uhr, die Partie zu unterbrechen, und verschwand mit seinem Gespann in der Kabine. Zehn Minuten später ging es weiter, nachdem der Referee auch noch Hirsch auf die Tribüne verbannt hatte.

Auch nach der Unterbrechung blieb es hektisch im Marschwegstadion. Einige Oldenburger Spieler zogen sich Verletzungen zu und der VfB monierte mehrere nicht gegebene Platzverweise. Erst in der Nachspielzeit bekam Wolfsburgs Marvin Kleihs für einen Ellenbogenschlag den roten Karton serviert. Mit dem Schlusspfiff folgte ein Handgemenge, der VfL II musste die Heimreise schließlich unter Polizeischutz antreten.

Im Anschluss machten in Oldenburg Gerüchte die Runde, dass Göttsch Sympathien für den VfL Wolfsburg hege. Grund dafür sei ein angeblicher Facebook-Eintrag des Schiedsrichters, der auf eine gewisse Nähe zum Verein schließen lässt. „Ich habe mich beim Staffelleiter schon beschwert“, erklärte VfB-Geschäftsführer Philipp Herrnberger am Sonntagabend. Ärger hatte es allerdings schon vor dem Eklat gegeben. Die Gastgeber hatten sich nach einem nicht gegebenen Treffer und zwei verweigerten Foulelfmeter benachteiligt gefühlt.

Aussage gegen Aussage

Auf den Vorwurf, dass Spieler der Wolfsburger Zweitvertretung Kifuta rassistisch beleidigt haben soll, reagierte VfL-Teamleiter Pablo Thiam wie folgt: „Wir wehren uns ausdrücklich gegen die Vorwürfe, während und nach dem Spiel rassistische Äußerungen getätigt zu haben. So etwas hat beim VfL Wolfsburg grundsätzlich keinen Platz, davon distanzieren wir uns ganz klar“, betont der Ex-Profi in einer Stellungnahme des Klubs. „Es war eine sehr hitzige Atmosphäre und wir haben alles getan, um die Situation zu beruhigen“, so der Sportliche Leiter des VfL II weiter. „So haben unsere Spieler nach Abpfiff sofort versucht, den Platz verlassen, um nicht in tumultartige Szenen zu geraten.“

Herrnberger reagierte darauf mit Unverständnis und äußerte sich auf der eigenen Homepage: „Diese Aussagen gehen komplett an den Fakten vorbei und sollen lediglich dazu dienen, das Wolfsburger Fehlverhalten zu verharmlosen, aber dagegen werden wir uns ganz klar verwehren.“


Schlagworte: Dietmar Hirsch, Fußball, Pablo Thiam, Regionalliga, Valérien Ismaël, VfB Oldenburg, VfL Wolfsburg

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Datum: 15. April 2016
Veröffentlicht von:
Autor: Niklas Grönitz


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