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Fußball

Step by step – Dortmund erledigt Tottenham

Quelle dpa, Ina Fassbender

Es sollte ein Achtelfinal-Kracher werden. Am Ende war es eine eindeutige Angelegenheit für die Borussia aus Dortmund. Die Erwartungen an ein vorgezogenes lagen wie ein Schatten über dem Spiel. Eine Menge Wechsel bremsten die Londoner aber ebenso aus, wie eine gut aufgelegte Elf aus Dortmund. Marco Reus und Pierre Emerick Aubameyang sorgen mit ihren Treffern für eine hervorragende Ausgangssituation im Rückspiel in einer Woche.

Veröffentlicht am 11. März 2016 von

(Hannover). Die Erwartungen an das Spiel Dortmund gegen Tottenham Hotspur waren groß. Vom vorweg genommen Finale war die Rede. Dem wurde das Aufeinandertreffen jedoch nicht gerecht. Der BVB spielte in der ersten Halbzeit, bis auf den Anfang, groß auf und führte verdient mit 1:0 durch den Treffer von Pierre-Emerick Aubameyang. In der zweiten Hälfte sorgte Marco Reus mit einem Doppelpack für den 3:0 Heimsieg und eine sehr gute Ausgangssituation für das Rückspiel.

Einmal schütteln und ab in den Angriff

Die erste Halbzeit fing aus Sicht des BVB fahrig an. So kamen die Mannen von Mauricio Pochettino, die, im Vergleich zum Wochenende, auf sieben Positionen verändert waren, zur ersten Chance des Spiels durch Eriksen. Es sollte dann aber für lange Zeit die Einzige bleiben. Der BVB kam im Folgenden immer besser ins Spiel und diktierte das Geschehen auf dem Platz. Bereits nach sieben Minuten gab es die erste große Chance für den BVB. Ein schönes Zuspiel von Aubameyang auf Durm, welcher jedoch knapp verzog. Danach häuften sich die Chancen für den BVB, fast im Minutentakt brachte die Mannschaft von Trainer Tuchel die Londoner in Verlegenheit. In der 14. Minute brach das erste Mal Jubel im Signal-Iduna-Park aus. Die Freude währte aber nur kurz. Der Treffer von Aubameyang wurde wegen Abseits zurecht zurückgepfiffen. In den nächsten Minuten lies es der BVB etwas ruhiger angehen, verlor dennoch nicht die Kontrolle über das Spiel. Eine schöne Ballstafette auf der linken Seite über Reus, Castro und schlussendlich Schmelzer, der die Flanke in den Strafraum brachte, verwertet die Nummer 17 der Dortmunder zum hochverdienten 1:0. Dies war auch gleichzeitig der Halbzeitstand.

Ist das der Tabellenzweite aus England?

Mit großer Verwunderung musste man feststellen, dass die Mannschaft aus London all das vermissen lies, was man eingangs des Spiels von ihnen erwartet hatte. Die Umstellungen haben ihr Übriges getan, um den Spielfluss zu unterbinden. Das auf die Bank setzen ihrer besten Spieler, Kane und Lamela war deutlich anzumerken. Es ist müßig drüber zu spekulieren, wie es zu einer solchen Aufstellung kam. Die Aussicht von fünf Punkten Rückstand in der heimischen Liga und das damit verbundene Schonen der Spieler war schon deutlich anzumerken. Dem BVB genügte eine durchschnittliche Leistung, um alles unter Kontrolle zu haben. Ein eindeutiges Spiel, aber ohne die Spannung, die im Vorfeld erwartet wurde.

Die Grenzen schonungslos aufgedeckt

Die zweite Hälfte fand erstmal ohne personelle Änderungen statt. So verwundert es auch nicht, dass das Spiel weiter nur eine Richtung kannte. Der BVB kam aufmerksam aus der Pause und agierte auch, allem voran in Person von Marco Reus, aggressiver. Die erste große Chance war dann für die 51. Minute aufgespart worden. Der gut aufgelegte Henrik Mkhitaryan steckte perfekt durch auf den gestarteten Aubameyang. Dieser überlupfte Schlussmann Hugo Lloris, verfehlte das Tor aber knapp, der mitgelaufenen Castro erwischte den Ball noch kurz vor der Grundlinie, traf aus spitzen Winkel jedoch nur den Pfosten. Zehn Minuten später sollten die Borussen dann doch zum Jubeln kommen. Mkhitaryan und Castro spielen sich auf der linken Seite nach einer Ecke den Ball zu, letzterer flankt den Ball in die Mitte, wo der eingewechselte Subotic wartet und auf den zweiten Pfosten verlängert. Hier wartet Marco Reus und nimmt den Ball mit vollen Risiko aus der Luft und hämmert diesen aus kurzer Distanz oben in die Maschen.

Das Warten auf die anfangs Gefürchteten geht weiter

Auch nach dem 2:0 lies der BVB nicht locker und spielte weiter auf den nächsten Treffer. Bereits neun Minuten später spielte sich der BVB das nächste Mal vor das Tor der Londoner. Weigl, der im Mittelfeld den Ball auf Aubameyang spielt, leitete den Angriff ein. Der Gabuner dribbelte anschließend in die Offensive und legte links auf Castro raus, der den Ball mit viel Gefühl auf den Elfmeterpunkt chippte, wo erneut Reus vollkommen frei stand und problemlos zum 3:0 vollstrecken konnte. Eine erschreckende Leistung der Mannen um die ehemaligen Bundesligisten Wimmer und Son. So konnte man den Eindruck gewinnen, dass die Spurs das Spiel beim Stand von 3:0 ins Rückspiel retten wollten. Es dauerte bis in die Schlussphase, bis ein Hauch von Gefahr vor dem Tor von Weifenfeller entstehen konnte. Ein Freistoß vom eingewechselten Lamela segelt durch den Strafraum und wurde am Ende von Weidenfeller gehalten. Bis Ende des Spiels ließ es Dortmund dann erstmalig etwas gemächlicher angehen und so kam Tottenham zu etwas mehr Ballbesitz. Dieser sollte aber wirkungslos bleiben und so blieb es bei einem ungefährdeten Heimsieg der Borussia aus Dortmund.

Ein großartiges Spiel braucht zwei großartige Mannschaften

Das ganz große Spiel blieb aus, was aber nicht an den Dortmundern lag. Mauricio Pochettino wechselte munter durch. Wohl auch mit dem Fokus aufs nächste Meisterschaftsspiel. Anders kann man diese Leistung nicht erklären. Eine erschreckend schwache Elf aus London, ohne jeglichen Biss oder Spielwitz angetreten im Europa League Achtelfinale. Die Elf von Thomas Tuchel kam durch einen kurzen Weckruf der Londoner besser ins Spiel und diktierte von da an das Geschehen nach belieben. Matchwinner, nach einer gehörigen Leistungssteigerung in Halbzeit Zwei, war Marco Reus mit seinen zwei Treffern. Für das Rückspiel eine hervorragende Ausgangssituation der Schwarz-Gelben. Das Rückspiel an der White Hard Lane in einer Woche benötigt eine gehörige Leistungssteigerung von den Spurs, um sich nicht vor eigenem Publikum erneut vorführen zu lassen.


Schlagworte: Achtelfinale, Borussia Dortmund, Europa League, Marco Reus, Mauricio Pochettino, Pierre Emerick Aubameyang, Signal Iduna Park, Thomas Tuchel, Tottenham Hotspur

Artikelinformationen


Datum: 11. März 2016
Veröffentlicht von:
Autor: Marcel Musielak


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