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„Talent reicht nicht mehr!“ Julia Görges – eine deutsche Tennishoffnung im Portrait

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(Hannover) Die letzten zwei Jahre liefen für Julia Görges alles andere als gut. Nach einem Kapselanriss im rechten Handgelenk 2013 und einer langen verletzungsbedingten Pause hatte die Norddeutsche Probleme, zu ihrer vorherigen Form zurück zu finden. Doch jetzt will die 26- Jährige wieder angreifen und sich zurück in die Top 20 der Weltrangliste spielen.

Veröffentlicht am 17. September 2015 von

Seit ihrem dreizehnten Lebensjahr träumte Görges von einer Karriere als Tennisprofi und richtete nach dem Erlagen der mittleren Reife ihr Leben dementsprechend aus. So nahm sie bereits mit 16 an den ITF- Turnieren in Deutschland teil und schaffe 2005 den Einstieg in die WTA- Weltrangliste. Genau zehn Jahre später gehört sie zu den Besten der Welt.

 Beginn der Karriere

Seit ihrem siebten Lebensjahr spielt Görges Tennis. Mit dem Einstieg in die Profitour 2005 beginnt für die 1,80 Meter große Rechtshänderin ihr Traum einer großen Tenniskarriere. Im März 2007 gelingt Görges beim WTA- Turnier in Doha erstmals der Sprung in das Hauptfeld eines WTA- Turniers. Knapp ein halbes Jahr später feiert sie ihr Debüt im Hauptfeld eines Grand- Slam Turniers und verbesserte ihre Position um 300 Plätze auf der WTA- Weltrangliste, bevor sie sich Ende 2007 entscheidet, ihrem damaligen Trainer Björn Jacob nach Hannover in ein Tennisinternat zu folgen. „Im Tennisinternat von Hannover habe ich mein eigenes Zimmer, so dass ich jetzt sehr oft im Leistungszentrum Hannover trainiere“, beschreibt Görges die Situation vor dem Trainerwechsel 2009. Seitdem wird sie von Sascha Nensel trainiert. Ihrer Wahlheimat Hannover ist sie trotzdem treu geblieben. Die 26- Jährige ist ein absoluter Familienmensch und hält sich in der Zeit zwischen Training und Turnieren auch gerne zu Hause bei ihren Eltern auf. „Ich vermisse meine Familie schon“, äußerte sie sich vor einigen Jahren auf die Frage zu ihrer Familie.

Den Durchbruch ihrer Karriere schaffte Görges im Jahr 2010, als sie sich in Bad Gastein ihren ersten WTA- Einzeltitel sicherte, der sie bis in die Top 50 der Welt katapultierte. Seitdem ging es für die Brünette mit der starken Vorhand steil bergauf. Große Erfolge bei wichtigen Turnieren wie dem in Stuttgart und den Grand Slams bringen Görges nur ein Jahr später bis unter die Top 15 der WTA- Weltrangliste, der höchsten Platzierung ihrer Karriere. Mit der Teilnahme an den Olympischen Spielen 2012, bei denen sich Görges bis in das Achtelfinale durchspielte, geht für die Norddeutsche ein weiterer Traum in Erfüllung.

 Der Absturz in der Weltrangliste

Das folgende Jahr beginnt für die Frohnatur aus Bad Oldesloe zunächst weiterhin positiv mit dem Achtelfinaleinzug bei den Australian Open. Doch nur kurze Zeit später muss Görges aufgrund einer Verletzung eine längere Pause einlegen, die sie nach 16 Erstrundenpleiten bis auf Platz 73 der WTA- Weltrangliste zurückwirft. Auch 2014 ist ein eher schlechtes Jahr für Görges, in dem sie ihre Platzierung kaum verbessern kann.

Durch ihre lange verletzungsbedingte Pause hat die aufschlagstarke Rechtshänderin gelernt, mit Niederlagen umzugehen und mit neuer Motivation in das Tennisjahr 2015 zu starten. „Man sollte jedes dieser Jahre genießen. Wenn man positiv bleibt und hart arbeitet, dann kommt alles wieder in die richtigen Bahnen“, so Görges, die auf dem Platz als Kämpferin gilt.

Privat beschreibt sich Görges selbst als „eigentlich ganz normal“. Als eine sehr lustige Person, die gerne Spaß hat und sich mit Freunden trifft oder, ganz klassisch, ein Buch liest. Die leidenschaftliche Kinogängerin ist ein großer Bayern- Fan und interessiert sich sehr für Biathlon. Ihr größtes Vorbild ist der Schweizer Tennisspieler Roger Federer.

Der Kampf zurück

Ihrem Ziel, erneut die Top 20 der WTA- Weltrangliste zu erreichen, kommt Görges im Jahr 2015 einen bedeutenden Schritt näher. Mehrere Achtelfinalteilnahmen durch starke Leistungen zeigen ihre harte Arbeit der vergangenen Jahre und das vorhandene Potential, sich auch aus Niederlagen immer wieder nach vorne zu arbeiten. Görges ist auf jeden Fall optimistisch, dieses Ziel zu erreichen. „Wenn ich weiter konstant meine Leistungen bei den WTA-Turnieren und den Grand-Slams bringe, ist das auf jeden Fall möglich. In der Rangliste „Road-to-Singapore“ rangiere ich aktuell zwischen 30 und 35, was zeigt, dass die Richtung auf jeden Fall stimmt und ich auf dem richtigen Weg bin. Insgesamt bin ich mit meinen Leistungen, die ich in der bisherigen Saison 2015 gezeigt habe, absolut zufrieden“, so die Norddeutsche.


Schlagworte: Grand Slam, Julia Görges, Roger Federer, Tennis, WTA

Artikelinformationen


Datum: 17. September 2015
Veröffentlicht von:
Bildquelle: getty images
Autor: Karen Früh
Korrektur: Marvin Sonnemann


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