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Sportlerportrait

„Ich muss die Barriere in meinem Kopf durchbrechen“ – Sabine Lisicki im Portät

Unbenannt

Sie will die ganz große Karriere. Schon nach ihrem Erstrunden- Sieg der Australian Open 2008 verkündete die damals 18- Jährige ihren Traum, die neue Nummer Eins der Tenniswelt zu werden. Lange galt sie als die neue deutsche Tennishoffnung, doch eine zweite Steffi Graf ist sie bis heute nicht.

Veröffentlicht am 05. Juni 2015 von

(Hannover.) Die Karriere von Sabine Lisicki ist seit Beginn durch Höhen und Tiefen geprägt. Immer wieder muss sie verletzungsbedingt Pause machen. Auf einen Höhenflug folgt schnell der unsanfte Aufprall. Schon oft musste sich die 1,78 m große Rechtshänderin zurückkämpfen, um der Welt zu beweisen, dass sie bei den Besten mitspielen kann. Ihre bisherigen Bestleistungen zeigte sie auf dem „heiligen Rasen“ des All England Clubs in Wimbledon. Die große Bühne mit einer eindrucksvollen Kulisse scheinen der Deutschen zu liegen. „Sabine ist eine kleine Rampensau, die die große Bühnen mag und darauf brennt, allen zu zeigen, wie gut sie wirklich ist“, sagte Bundestrainerin Barbara Rittner einmal. Doch wirklich konstant ist ihre Leistung bisher nie gewesen.

Der Beginn ihrer Karriere

Mit sieben Jahren beginnt die gebürtige Troisdorferin mit dem Tennis. Bereits mit 14 entscheidet sich die damals schon sehr ehrgeizige Sportlerin an die berühmte Tennisakademie von Trainer-Legende Nick Bollettieri in den USA zu gehen. Dort erlernte sie neben ihrem heute bekannten Power-Tennis mit den harten Aufschlägen auch die Wichtigkeit der Willensstärke, mit der sie sich im Verlauf ihrer Karriere immer wieder unter die Top 20 kämpfte.

Bevor ihre Karriere jedoch richtig anfing, führte ein Ermüdungsbruch im Fuß Lisicki bereits zu mehreren Monate Pausen. Doch die willensstarke Deutsche arbeitete hart und zeigte sich bei ihrem Comeback 2008 so stark wie nie. Bei den Australian Open schaffte sie es überraschend bis unter die letzten 32 und wurde wenig später in das deutsche Fed- Cup-Team berufen. Weitere Erfolge blieben allerdings aus.

Die ersten großen Erfolge

Das Jahr 2009 war für die Blondine eine Achterbahnfahrt, die bis heute die Karriere der Deutschen zeichnet. Auf die Halbfinalteilnahme in Memphis folgten viele frühe Niederlagen. Die Leistung der Deutschen ist inkonstant und sie wirkt oft unkonzentriert. Dann präsentiert sich Lisicki wieder stark. In der, wie sie sagt, “besten Tenniswoche ihres Lebens” in Charleston gewann sie als Nummer 16 der Setzliste innerhalb einer Turnierwoche sechs Mal, ohne einen einzigen Satz abzugeben und sicherte sich somit den Turniersieg. Dieser Sieg führte zum erstmaligen Sprung unter die Top 50 der WTA- Rangliste zu kommen.

Beflügelt von diesem Erfolg, gelang es der Westfälin sich noch im selben Jahr in Wimbledon bis in das Viertelfinale durchzuspielen und sich weitere Ranglistenpunkte zu sichern. Sie gehörte zu den besten 25 der Welt.

Doch schon im darauffolgenden Jahr musste die Deutsche auf Grund einiger Verletzungen erneut viele Rückschläge einstecken. Größere Erfolge blieben aus und Lisicki fiel bis auf Platz 179 der Weltrangliste zurück.

Etablierung in die Weltspitze

Nach dieser erfolglosen Zeit, schaffte es „Bum Bum Bine“, „wie Lisicki liebevoll von ihren Fans genannt wird“, sich wieder zu steigern, sodass sie im Juni 2010 erneut einen großen Turniersieg einfahren konnte. Dieser Triumph brachte  sie zurück in die Top 100.

An diesen Erfolg knüpfte Lisicki an. Mit einem 6:1 Sieg im dritten Satz konnte sich Lisicki gegen die starke Französin Marion Bartoli durchsetzen und schaffte erneut den Sprung ins Halbfinale von Wimbledon 2011. In diesem zeigte sie nach anfänglicher Führung deutliche Schwächen und überließ damit der Turnierfavoritin Maria Sharapova fast kampflos den Sieg. Dennoch gilt das Erreichen des Halbfinals für die Deutsche als Riesenerfolg und es war ein Lichtblick für die gesamte Tennisnation.

Die Höhen und Tiefen ihrer Karriere

Doch wie so oft in ihrer Karriere folgte auch auf diesen Höhepunkt ein erneutes Formtief. Das Jahr 2012 war für die Deutsche alles andere als leicht und durch viele Rückschläge gezeichnet. Bei keinem Turnier kam sie über das Viertelfinale hinaus, scheiterte oft sogar schon in der ersten Runde.

Mit dem frühen Ausscheiden bei den Australian Open setzt sich auch 2013 Lisickis Pechsträhne weiter fort. Bis sie beim WTA-Turnier in Pattaya, bei dem sie nach Siegen über Tatjana Maria, Alexandra Panowa, Marina Eraković und Nina Brattschikowa erstmals seit April 2011 wieder in einem Final steht. Den Turniersieg verpasst sie allerdings knapp. Trotzdem sichert ihr dieser Erfolg einen Aufstieg bis auf Platz 40 der WTA- Rangliste.

Im Juli 2013 folgte dann der ganz große Coup. Als erste Deutsche nach Steffi Graf 1999 schaffte Lisicki den Einzug ins Finale des Wimbledon Championships. Den Sieg verpasste die aufschlagstarke Deutsche allerdings deutlich.

Wie so oft in der Karriere der 23- Jährigen folgte auf diesen Erfolg ein eher schlechtes Jahr 2014, das durch Krankheiten und immer wieder kleineren Verletzungen geprägt war. Lisicki gelang kein einziger Sieg, meist scheiterte sie schon in der zweiten Runde.

Aktuelle Form

Auch 2015 sucht die Westfälin weiterhin nach ihrer Bestform, von der sie in diesem Jahr so weit weg scheint wie lange nicht mehr. Zwei Erstrundenniederlagen und eine 0:6, 0:6 Blamage gegen eine junge Kasachin zeichnen die bisherige Saison. Auch in dem verlorenen Fed- Cup- Einzel zeigte Lisicki deutliche Schwächen und unterstreicht ihre derzeitige schlechte Form.

Die durchwachsene Karriere der Deutschen zeichnete sich schon früh ab. Bereits zu Beginn ihrer Karriere folgten meist auf große Erfolge lange Verletzungspausen und ein Formtief. Doch aufgeben ist für Lisicki, die sich aktuell mit neuem Selbstvertrauen zurückkämpft, keine Option. Sie will weitermachen und der Welt zeigen, dass sie zu den Besten der Welt gehört. „Das Gute ist ja, dass in diesem Jahr noch viele Turniere anstehen. Man darf das alles nicht überbewerten“, sagte sie erst kürzlich in einem Interview.

Aktuell steht sie mit Platz 19 der WTA Rangliste wieder unter den Top 20. Bleibt abzuwarten was das Jahr 2015 für sie bereithält. Eine konstante Saison wäre ihr jedenfalls zu wünschen.


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Artikelinformationen


Datum: 05. Juni 2015
Veröffentlicht von:
Korrektur: Louis Lambert


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