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Thomas Tuchel – Der Taktikfuchs im Portrait

Quelle: getty images
Foto: Alexandre Simoes
Borussia Dortmund

(Hannover) Alle Fußballfans in Deutschland redeten über Thomas Tuchel. Vereine umwarben ihn, Rekordangebote flatterten bei ihm ins Haus. Er entschied sich zur Saison 2015/16 bei Borussia Dortmund anzuheuern und das Erbe von Jürgen Klopp anzutreten. Doch wie denkt dieser Mann, der als größte Trainerhoffnung in Deutschland gilt? Der-Renner.eu stellt ihn euch vor.

Veröffentlicht am 15. Juli 2015 von

Der Start als Profitrainer

Im Jahr 2009 stellte der FSV Mainz 05 den Schwaben als neuen Cheftrainer vor, eine große Überraschung zum damaligen Zeitpunkt. Jörn Andersen hatte die Rheinhessen gerade erst zurück ins deutsche Oberhaus geführt. Tuchel war bis dato Übungsleiter der A-Junioren in Mainz und gewann mit dieser die deutsche Meisterschaft. Doch bereuen sollten die Verantwortlichen die Entscheidung nie, denn der 41-Jährige überzeugte von Beginn an.

Tuchels Erfolge

183 Bundesligaspiele bestritt er als Trainer der 05er und erreichte einen Punkteschnitt von 1,43 Zählern pro Spiel – eine Bilanz die sich sehen lässt. Gleich in seiner ersten Saison konnte er aus den ersten sechs Partien drei Siege und zwei Unentschieden erreichen, schlug sogar am dritten Spieltag den FC Bayern München. Am Ende der Spielzeit platzierte sich der Aufsteiger auf Rang neun, mehr als respektabel. Seine weitere Bilanz:

  • Saison 09/10: 5. Platz – Europa League – Qualifikation
  • Saison 10/11: 13. Platz
  • Saison 11/12: 13. Platz
  • Saison 12/13: 7. Platz – Europa League – Qualifikation

Der Ausstieg in Mainz

Einen wirklich ausschlaggebenden Grund für das Niederlegen seines Traineramtes gab es laut Tuchel nie. In einem Interview mit der Zeit erklärte er seine Entscheidung aufzuhören: „Also, den einen Grund gibt es nicht. Es war eine Mischung aus vielen Faktoren.“ Darunter sei dieser Grund gewesen: „14 Jahre Trainersein. Das war eine sehr intensive Zeit, denn ich habe die U14 des VfB mit derselben Energie begleitet wie die Profis in Mainz.“ Tuchel sagte weiter: „Noch vor meiner letzten Saison hatte ich das Gefühl: Lass es uns beenden, solange es noch so gut ist.“

Das Sabbatjahr

Ein Jahr Auszeit gönnte sich Thomas Tuchel ehe er zur kommenden Bundesligasaison beim BVB das Traineramt ausübt. In dieser Zeit verbrachte er sehr viel Zeit mit der Familie und versuchte außerdem sich weiterzubilden. Er tauschte sich mit Trainer aus anderen Sportarten aus, traf sich zum Abendessen mit Bayern-Coach Pep Guardiola. Desweiteren besuchte er einen Mathematiker, welcher Erhebungen zu Fußballspielen aufstellt, um alle Facetten dieses Sports kennenzulernen.

Die Spielphilosophie des Thomas Tuchel

Es geht sehr vielen Fußballbegeisterten so, dass sie den Spielstil des FC Barcelona verehren. Das berühmte „Tiki-Taka“ ist wohl jedem Fußballfreund bekannt. Doch Tuchel fasziniert nicht der hohe Ballbesitz der Katalanen, sondern er sagt: „Ich bin der Meinung, dass es die herausragende Leistung von Barcelona war, mit welcher Hingabe und Leidenschaft nach einem Ballverlust in der gegnerischen Hälfte die komplette Mannschaft sofort versucht hat, den Ball zurückzuerobern.“ Dies ist auch seine Form vom Fußball spielen – Pressing, Gegenpressing, am besten in der Hälfte des Gegners. Doch wenn sein Team den Ball hat, kein „Tiki-Taka“, kein hoher Ballbesitz, blitzschnelles umschalten und spielen in die Spitze.

Es wird spannend. Wird  Thomas Tuchel den BVB zurück in die Erfolgsspur bringen können? Christian Heidel, Manager von Mainz 05 meint: „Wenn einer es schaffen könnte, Dortmund nach Kloppo wieder in die richtige Bahn zu bringen, dann könnte das der Thomas sein. Er hat einfach überragende Qualitäten als Trainer.“ In Mainz ist es Tuchel gelungen Klopp sportlich zu übertreffen. Doch die Triumphe die Jürgen Klopp mit der Borussia in den vergangenen sieben Jahre feiern konnte, legen eine immens hohe Messlatte, es scheint nahezu unmöglich. Der Aufbau einer neuen Mannschaft und einer neuen Ära wird in Dortmund Zeit brauchen, doch vielleicht ist es genau der Herr Tuchel, der dieses erreichen wird.


Schlagworte: Bundesliga, BVB, Jürgen Klopp, Pep Guradiola, Thomas Tuchel, Tuchel

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Datum: 15. Juli 2015
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