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Leichtathletik

U-20 EM: Mit großem Kader auf Medaillenjagd

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(Hannover) Vom 16. bis 19. Juli fanden im schwedischen Eskilstuna die U20-Europameisterschaften der Leichtathleten statt. Die 89 deutschen Top-Athleten von morgen sicherten sich 17 Medaillen, davon vier Goldene. „Die Gesichter von Olympia 2024 nehmen Konturen an“, so der deutsche U20-Bundestrainer Dietmar Chounard über seine erfolgreichen Schützlinge.

Veröffentlicht am 23. Juli 2015 von

Facettenreiche Titelkämpfe liegen hinter dem Nachwuchs der europäischen Leichtathletikelite. Abwechslungsreich waren nicht nur die spannenden Wettkämpfe zwischen den Stars von morgen, sondern auch das Wetter in Eskilstuna (Schweden), welches so manche Überraschung bereit hielt. Von strahlendem Sonnenschein bis hin zum plötzlichen Platzregen, der den Aufwärmplatz binnen Minuten in eine einzige Rutschbahn verwandelte. Ein Stadion auf das Leichtathletik-Europa schaute, welches erst kurz vor Beginn der EM von einem Sportplatz in ein ehrwürdiges Stadion verwandelt wurde.

Mittendrin: Das große deutsche Leichtathletik-Team. Angereist mit 89 Nachwuchsathleten, viele davon als Favoriten in ihren Disziplinen. Ebenso viele Neulinge im Nationaltrikot. Eine Mannschaft, die schon im Vorfeld viel Potential auf eine erfolgreiche und metallisch glänzende EM zu haben schien. Erwartungen, die erfüllt wurden. Mit 17 erkämpften Medaillen (4x Gold, 8x Silber, 5x Bronze) und Platz zwei in der Nationenwertung zeigte sich U20-/U18-Bundestrainer Dietmar Chounard sehr zufrieden. Auch wenn die schwierigen Wetterbedingungen eine große Herausforderung für die jungen Athleten dargestellt habe, manche Enttäuschung verdaut werden müsse, so sei der große Erfahrungszuwachs der größte Erfolg, den die Athleten erreichen konnten, so Chounard.

Doppelgold für Langstreckenspezialistin Alina Reh

Überragend zeigte sich Langstrecklerin Alina Reh, die bereits mit ihren jungen Jahren ihrer Favoritenrolle gleich zwei Mal gerecht wurde. Sowohl über 3000, als auch über 5000 Meter dominierte die 18-Jährige die Konkurrenz und sicherte sich im stark besetzten Feld souverän zwei Goldmedaillen. „Ihre Läufe zählten sicher zu den Highlights der Meisterschaften“, so Dietmar Chounard stolz über seine Athletin vom TSV Erbach, die auch noch im nächsten Jahr in der U20 startberechtigt ist.

Claudine Vita überzeugt mit Vielseitigkeit

Mit ebenfalls zwei Medaillen geschmückt, kehrte Claudine Vita aus Eskilstuna zurück. Die Neubrandenburgerin überzeugte mit Gold im Diskuswurf und Silber im Kugelstoßen und stellte wieder einmal ihre Vielseitigkeit unter Beweis. Nach dem goldenen Wurf im Diskusring noch unzufrieden, da eine neue Bestweite ausblieb, war der silberne Stoß mit der vier Kilogramm schweren Kugel zum EM-Silber für die 18-Jährige umso besser. Mit einer neuen Bestleistung von 17,31m schob sich die deutsche Athletin von Platz vier auf den Silberrang. Eine Leistung, die zufriedenstellte.

Hürdensprinter mit Silber und Bronze

Florian Lickteig und Henrik Hannemann sorgten am dritten Wettkampftag für Doppel-Edelmetall auf der 110m-Hürdendistanz. Nachdem erstmals seit 1981 drei DLV-Athleten den Endlauf im Hürdensprint erreichten, bahnte sich der Erfolg bereits an. Am Ende durften sich Florian Lickteig in 13,64s über Silber und Henrik Hannemann in 13,69s über Bronze freuen. Patrick Elger, als dritter Deutscher im Rennen, wurde Siebter. Ein packendes und dazu denkbar knappes Finale sorgte gerade beim Silbersprinter Lickteig für großen Jubel. Nach langen Verletzungssorgen war der Dudenhofener erst spät in die Saison gestartet, rechnete teilweise nicht mehr damit, überhaupt mit nach Schweden fahren zu dürfen und sicherte sich erst „Last-Minute“ das Ticket für die EM.

Wechselpatzer: Aus der Traum von Gold in der Staffel

Die deutschen Sprinterinnen galten als Favoriten auf der 4×100 Meter Strecke am letzten Wettkampftag. Bereits im Vorlauf zeigte die deutsche Staffel ihre Dominanz: Trotz verpatzter Wechsel gelang der sichere Einzug in den Endlauf. Gold schien das einzige logische Ziel, aus dem die Läuferinnen auch keinen Hehl machten. Doch der Fehlerteufel schlich sich auch dieses Mal ein. Nachdem der erste Wechsel im Gegensatz zum Vorlauf noch hervorragend klappte, patzte Lisa Mayer im zweiten Wechsel auf Gina Lückenkemper. Ein Duo, welches so eingespielt wie kein zweites in dieser Mannschaft ist. Der Stab fiel – und mit ihm sämtliche Gold-Träume.

Auch wenn nicht alle Medaillenhoffnungen zum gewünschten Erfolg führten, so konnte doch der Erfahrungsschatz der deutschen Leichtathleten von morgen um ein Vielfaches erweitert werden und man darf auf viele kommende und goldene Jahre hoffen.


Schlagworte: Alina Reh, Claudine Vita, Dietmar Chounard, DLV, DLV-Team, Eskilstuna, Florian Lickteig, Gina Lückenkemper, Henrik Hannemann, Leichtathletik, Lisa Mayer, Schweden, Titelkampf, U20-EM

Artikelinformationen


Datum: 23. Juli 2015
Veröffentlicht von:
Bildquelle: www.leichtathletik.de / Keil
Autor: Svenja Ebeling
Korrektur: Marvin Sonnemann


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