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VfL Oldenburg löst Pflichtaufgabe locker

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Die Bundesliga-Frauen bezwangen den israelischen Handball-Meister im EHF-Pokal mit zwei klaren Siegen. Wertvolle Erkenntnisse lieferten die Duelle aber kaum.

Veröffentlicht am 19. September 2016 von

Oldenburg – Über die Kräfteverhältnisse gab es keine zwei Meinungen. Auch die Ergebnisse spiegelten die klare Überlegenheit des VfL Oldenburg wider. Dennoch blieben am Sonntag einige Fragezeichen, was die aktuelle Stärke der Bundesliga-Handballerinnen betrifft.

Zu eindeutig fielen die 41:20- und 36:20-Erfolge in Hin- und Rückspiel gegen Israels Serienmeister Bnei Herzliya aus, um als Gradmesser zu dienen. Auf jeden Fall aber qualifizierten sich die VfL-Frauen vor 436 Zuschauern im Hinspiel und immerhin 352 im Rückmatch locker für die zweite Runde des EHF-Pokals.

„Wir brauchen diese Spiele“, hatte Trainer Leszek Krowicki vor den beiden Begegnungen in Oldenburg mit Blick auf die verletzungsbedingt holprige Vorbereitung immer wieder betont. Wertvolle sportliche Erkenntnisse lieferten die Europapokal-Duelle allerdings kaum. „Ich bin froh, dass wir eine Runde weiter sind, aber ich habe nicht das gesehen, was ich sehen wollte“, kritisierte der Coach eine phasenweise etwas zu lockere Einstellung seines Teams. Dabei bezog er sich vor allem auf einige „unnötige Gegentore“.

„Bitte morgen nicht so schnell spielen“, hatte sich Bneis Trainer Shlomo Hoffmann nach der Niederlage am Sonnabend scherzhaft von Krowicki gewünscht. Doch auch wenn die VfL-Frauen nicht immer Vollgas gaben, war das Tempo des Bundesligisten für die Gäste meistens zu hoch.

Dennoch war erwartungsgemäß am Sonntag die Luft raus. Knapp 20 Stunden zuvor hatte sich der Favorit einen 21-Tore-Vorsprung erarbeitet, so dass das offizielle „Auswärtsspiel“ in eigener Halle zur reinen Pflichtübung wurde. Die Clubs hatten sich nach der Auslosung geeinigt, aufgrund der weiten Anreise und der absehbar klaren sportlichen Verhältnisse beide Spiele in Oldenburg auszutragen. „Wir kannten den Gegner nicht und haben noch einmal etwas für die Liga ausprobiert“, bilanzierte die neue VfL-Spielführerin Kim Birke. „Es ist allerdings schwierig, bei so einer Überlegenheit sein Niveau zu halten“, ergänzte Oldenburgs Caroline Müller.

Trotzdem nutzten im Rückspiel besonders die jungen Oldenburger Talente die internationale Bühne, um auf sich aufmerksam zu machen. So zeigte Lena Thomas aus der Drittliga-Mannschaft eine ansprechende Leistung. Gleiches galt für Rechtsaußen Jenny Behrend, mit sechs Treffern beste VfL-Werferin. In der zweiten Runde (16. und 23. Oktober) wartet in Frankreichs Vizemeister Fleury Loiret ein weitaus härterer Brocken auf die Handballerinnen.

Doch zunächst geht es an diesem Mittwoch (19.30 Uhr/kleine EWE-Arena) in der Bundesliga gegen den deutschen Meister Thüringer HC. „Mit den Köpfen waren wir wohl schon woanders“, spielte Krowicki auf das mit Spannung erwartete Duell an. „Thüringen ist eine ganz andere Hausnummer“, bestätigte auch Birke. So dürften die Oldenburgerinnen am Mittwochabend mehr über ihre aktuelle Verfassung wissen.


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Datum: 19. September 2016
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