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Vincent Feigenbutz – „Die Stunde der Wahrheit“

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 Vincent Feigenbutz kann heute Abend jüngster deutscher Box-Weltmeister aller Zeiten werden. In der Baden-Arena in Offenburg steigt der gerade einmal 20-Jährige gegen den Italienier Giovanni De Carolis in den Ring. Doch wer ist eigentlich der Supermittelgewichtler, der aktuell zu den größten Nachwuchshoffnungen Deutschlands gehört? Der-Renner.eu stellt ihn Euch vor.

Veröffentlicht am 10. Januar 2016 von

Der gebürtige Karlsruher beeindruckt durch seine K.o.-Bilanz und seinen spektakulären Kampfstil. – Die Trainingsmethoden wirken legendär.  Hühner jagen und Fische mit den bloßen Händen fangen. Nächte im Wald verbringen, alleine. Die Aufgabe? Wieder heim finden. All diese Dinge gehören ebenso zur Vorbereitung von „Iron Junior“, wie Feigenbutz genannt wird, wie das Holz hacken. „Wir hatten uns für Vincent wieder ein paar Gemeinheiten überlegt, aber alles mit praktischem Hintergrund“, sagt sein Coach Hansi Brenner über die ungewöhnliche Kampfvorbereitung für seinen Schützling.

Das „Überlebenstraining“ in den slowenischen Bergen hat sich aber schon öfters bewährt – und macht sich auch in seiner beeindruckenden Kampfbilanz bemerkbar: 21 Kämpfe, 20 Siege, 19 davon durch vorzeitigen Knockout. Neunmal überstand der jeweilige Gegner nicht einmal die erste Runde. Als „K.o.-Prinz“ und „Prince Vince“ wird der 20-Jährige von den Medien bereits gefeiert. Und auch sein Kampfname lässt keinen Zweifel daran aufkommen, dass er sich an den Größten der Szene orientiert und irgendwann selbst ein ganz Großer werden will. Doch dieses Mal stellte der „Iron Junior“ seine Vorbereitung um. Erstmals ging der Feinmechaniker-Azubi eben nicht den in die Berge. Feigenbutz schwitzte im heimischen Gym.

Unbekümmert und ohne Zurückhaltung

„Iron Junior“ nennt er sich, in Anlehnung an sein Idol Mike Tyson: „Der hat auch nichts anbrennen lassen und immer das vorzeitige Ende gesucht – genau wie ich es auch tue“, sagte Feigenbutz in einem Interview mit Boxen.com.

Es ist eben jenes „nichts anbrennen lassen“, dieser unbekümmerte und gleichzeitig spektakuläre Kampfstil, mit dem Feigenbutz in der Boxszene aufhorchen lässt. Der Knockout ist das Ziel, er sucht in seinen Kämpfen stets das vorzeitige Ende. „Das Schöne bei dem Jungen ist, dass er seine Kämpfe immer völlig befreit angeht. Man sieht ihm den Spaß, sich Mann gegen Mann zu beweisen, förmlich an. Seine Auftritte haben Spaßfaktor zehn und die Halle tobt überall, wo er boxt“, spricht Coach Hans-Peter Brenner über den Stil seines Schützlings.

„Langes Abwarten liegt mir nicht. Ich habe schon jetzt das Gefühl, mit der Weltspitze mitzuhalten und diese auch zu schlagen. Wenn man seine Chance erkennt, dann sollte man sie auch nutzen“, unterstreicht Feigenbutz selbst seine Ambitionen.

„Für ihn gibt’s nur Boxen“

Ein klassisches Großmaul ist Feigenbutz indes dennoch nicht. Denn so gibt zwischen der Person, die aus dem Karlsruher Stadtteil Daxlanden kommt, und dem Profi-Boxer doch so einige Widersprüche. Privat ist der junge Boxer ein ruhiger Geselle. Er hat keine extravaganten Frisuren, trägt keine schrillen Outfits und ist ein leidenschaftlicher Angler.

Parallel zur Boxkarriere absolviert er zudem eine Ausbildung zum Feinwerkmechaniker bei den Stadtwerken Karlsruhe. Dennoch ist der Fokus klar. „Für ihn gibt’s nur Boxen und Angeln. Er braucht keine Freundin, das kommt alles später“, sagte sein Manager Reiner Gottwald der Süddeutschen Zeitung.

In der selben Kaderschmiede aus der unter anderem Regina Halmich hervorging, wurde der damals 14-Jährige erstmals im Karlsruher „Bulldog Gym“ vorstellig. Dem bis heute seinem Tross angehörten Entdecker, Jürgen Lutz, hat der Fighter viel zu verdanken. Eben dieser Jürgen Lutz nahm ihn in seine Trainingsgruppe auf und ließ ihn, ohne auch nur ein Kampf im Amateurbereich bestritten zu haben, einen Profikampf boxen.

Alleine dieser Werdegang ist schon außergewöhnlich und zeigt, dass er über besondere Qualitäten verfügt.

 

Heute Abend ist, wie Sat1 den Kampf anwirbt, „die Stunde der Wahrheit. Aus dem Prinzen könnte also tatsächlich der jüngste deutsche Boxkönig aller Zeiten werden.

 


Schlagworte: Boxen, Feigenbutz, Sauerland

Artikelinformationen


Datum: 10. Januar 2016
Veröffentlicht von:
Autor: Sven Brinkmeyer
Korrektur: Thomas Fetzer


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