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Fußball

Was kostet die Welt? Oder wenigstens ein Fußballspiel?

Quelle (gettyimages)

Die Ticketpreise in deutschen Stadien werden immer teurer. Viele Fans versuchen sich mit Protestaktionen dagegen zu wehren um eine Preisentwicklung wie in der englischen Premier League zu verhindern.

Veröffentlicht am 29. Februar 2016 von

(Hannover) Für Fans der großen Traditionsvereine Schalke 04 und Borussia Dortmund ist es nicht leicht an Tickets zu kommen. Gerade bei Auswärtsspielen, wenn dem Anhang der Gästemannschaft nur 10% der Eintrittskarten zustehen, bleiben viele Fans auf der Strecke. Die hohe Anfrage sorgt aber ebenfalls für einen weiteren negativen Effekt. Die Karten werden immer teurer.

Zuletzt beim DFB-Pokalspiel der Dortmunder in Stuttgart. Der günstigste Sitzplatz im Gästebereich kostete hier 38,50€. Mit Versand und Gebühren lag der Preis sogar über 40€. Für einen Großteil der Sitzplatzkarten mussten die Fans der Schwarz-Gelben sogar über 70€ zahlen. Eine Preispolitik die sowohl die Fans als auch der Verein Borussia Dortmund kritisierten.

„Grosses Tennis“

Die Initiative „Kein Zwanni / Fußball muss bezahlbar sein“ organisierte aus diesem Grund einen Teilboykott des Gästeblocks. Die ersten 20 Minuten des Spiels in Stuttgart blieb der Gästeblock leer. Auf zwei großen Transparenten war „Wann sieht man`s auch in Stuttgart ein, Fußball muss bezahlbar sein“ zu lesen. Nach 25 Minuten warfen die Dortmunder Fans Tennisbälle aufs Spielfeld und zeigten ein weiteres Banner mit der Aufschrift „Grosses Tennis“ als Anspielung auf die teils horrenden Ticketpreise bei Tennisveranstaltungen.

Im Mutterland des Fußballs

Fans des FC Liverpool würden sich über einen Ticketpreis von knapp 40€ freuen. Bei Spielen der Kategorie A, gegen andere Topteams wie Arsenal oder Manchester United, kostet der günstigste Sitzplatz umgerechnet ca. 60€. Eine mögliche Ermäßigung gibt es in diesen Blöcken nur für Rentner die über 65 Jahre alt sind. Für Jugendliche, Auszubildende oder Studenten gibt es keinen Preisnachlass. Auch die preiswerten Stehplätze die man aus den deutschen Stadien kennt, fallen aufgrund des generellen Stehplatzverbots in englischen Stadien weg.

„Enough is Enough“

Anfang Januar kündigte der FC Liverpool an, Karten der teuersten Kategorie von vorher 59 auf ca. 77 Pfund zu erhöhen. Daraufhin regte sich auch bei den Fans der Reds Widerstand. Aus Protest gegen die neuen Preise verließen knapp 10.000 Fans beim Spiel gegen Sunderland in der 77. Minute das Stadion. Andere Fans sangen „enough is enough, you greedy bastards, enough is enough“. Der FC Liverpool nahm die Preiserhöhung prompt zurück und versprach, dass die Ticketpreise die nächsten zwei Jahre gleichbleiben.

Fürs erste haben die Fans des FC Liverpool damit ein klares Statement gegen weitere Preiserhöhungen gesetzt. Für Geringverdiener und junge Leute bleibt ein regelmäßiger Besuch an der Anfield Road allerdings weiterhin nahezu unbezahlbar. Einer derartigen Preisentwicklung versuchen die Fans in den deutschen Stadien entgegenzuwirken. Ob sie damit Erfolg haben wird die Zukunft zeigen.


Schlagworte: Borussia Dortmund, Bundesliga, FC Liverpool, Premier League, Ticketpreise

Artikelinformationen


Datum: 29. Februar 2016
Veröffentlicht von:
Autor: Simon Kirsch


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