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Leichtathletik

WM: Roleder und Molitor sorgen überraschend für Edelmetall

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(Hannover.) Bei der diesjährigen Leichtathletik-WM vom 22. bis 30. August im Nationalstadion Peking (China) sorgten die beiden DLV-Damen Cindy Roleder und Katharina Molitor in ihren Disziplinen jeweils für einen überraschenden Erfolg und bescherten dem DLV Silber und Gold.

Veröffentlicht am 09. September 2015 von

Sieben Jahre nach den Olympischen Spielen kam die Weltelite der Leichtathletik wieder im „Vogelnest“ von Peking zusammen. Das Nationalstadion war Austragungsstätte der 15. Leichtathletik-Weltmeisterschaften Ende August. Das Team des Deutschen Leichtathletikverbandes (DLV) trat mit 66 Athleten die Reise nach China an.

Insgesamt sammelte die hochkarätig besetzte deutsche Mannschaft acht Mal Edelmetall (zwei Mal Gold, drei Mal Silber, drei Mal Bronze) und konnte 28 Platzierungen unter den Top-Acht verbuchen. Auch wenn ein Platz Vier in der Nationenwertung, sowie die beste WM-Bilanz seit 1999 erreicht werden konnte, so sei das Zählen der Medaillen nicht der Entwicklung in der Leichtathletik entsprechend, mahnte DLV-Chefcoach Idriss Gonschinska vor dem zunehmend schärfer werdenden Konkurrenzkampf in der Weltspitze: „Die Wettbewerbsdichte wird enger und sich in Richtung Rio [Austragungsort der Olympischen Spiele 2016] weiter verschärfen. Millimeter und Zehntelsekunden können entscheiden. Wir werden unsere Schlüsse ziehen und uns für Brasilien etwas einfallen lassen.“

Persönliche Bestleistung und historisches Silber für Cindy Roleder

Für einen der Höhepunkte aus deutscher Sicht sorgte Cindy Roleder (SC DHfK Leipzig) auf der 100m Hürdendistanz. Mit einer Bestzeit von 12,80s reiste die Leipzigerin nach Peking. Auserkorenes Ziel: Das WM-Finale. Doch dann kam alles ganz anders: Perfekter Start. Fulminanter Endspurt. 12,59s – Persönliche Bestleistung. Silber für Roleder. Grenzenloser Jubel. „Das war ein Traumlauf! Und eine hammermäßige Zeit. Vom ersten Schritt bis zur letzten Hürde hat heute alles gepasst.“, reflektierte die 26-Jährige fassungslos den Lauf ihres Lebens, der ihr das Sensationssilber bescherte. Mit persönlicher Bestzeit und der ersten WM-Medaille für das deutsche Team in dieser Disziplin seit 28 Jahren bescherte die Leipzigerin Leichtathletik-Deutschland einer der größten Überraschungen dieser WM.

Gold-Wurf im letzten Versuch – vier deutsche Speerwerferinnen im WM-Finale

Titelverteidigerin Christina Obergföll (LG Offenburg), Linda Stahl und Katharina Molitor (beide TSV Bayer Leverkusen 04), sowie Jüngste im Bunde Christin Hussong (LAZ Zweibrücken) machten es in der Qualifikation unnötig spannend: Alle vier DLV-Werferinnen machten das Finale erst im letzten Versuch klar. „Der Stein, der mir danach vom Herzen gefallen ist, war riesig.“, schilderte Topfavoritin Obergföll nach dem knappen Finaleinzug. Deutschland – Die Werfer-Nation. Vier heiße Eisen im Feuer. Von einer Medaille war sicherlich auszugehen, doch, dass es Gold werden sollte und dazu noch von „Außenseiterin“ Katharina Molitor – damit hatte nun keiner gerechnet.

Es war ein schwerfälliges Finale für die deutschen Werferinnen. Kein Totalausfall. Keine Spitzenleistung. Erst nach den dritten Versuchen nahm der Wettkampf allmählich Fahrt auf. Für einen Aufschrei vor heimischem Publikum sorgte die Chinesin Huihui Lyu mit 66,13m in Durchgang fünf. Landesrekord. Goldkurs. Keine Werferin schien an diesem Tag noch etwas gegen diese Weite ausrichten zu können. Von Wurf zu Wurf begann die Chinesin mehr zu jubeln. Scharrte zahlreiche Fotografen um sich. Doch – zu früh gefreut: Für den letzten Wurf des Wettkampfes und vor feiernden chinesischen Fans im Rücken trat die Leverkusenerin Molitor auf die Anlaufbahn. Bronze ist sicher, aber die Farbe der Medaille liegt im eigenen Wurf. Noch einmal pushen. Noch einmal alles geben. Der Anlauf stimmt. Der Abwurf stimmt. 67,69m. Persönliche Bestleistung. Goldmedaille für Katharina Molitor. Ihre erste internationale Medaille. Endlich kann sie einmal aus den Schatten der großen Namen des eigenen Landes heraustreten. „Im Vorfeld habe ich vielleicht von einer Medaille geträumt – aber dass es Gold wird, hätte ich niemals gedacht. Das ist unglaublich!“, versuchte die 31-Jährige ihren Triumph in Worte zu fassen.

Schon jetzt stehen die Zeichen auf Rio 2016. DLV-Cheftrainer Idriss Gonschinska erwarte bis Rio einen noch weiteren Anstieg des ohnehin schon hohen Niveaus der Leichtathletik-Weltspitze und freue sich auf das nächste internationale Großereignis.


Schlagworte: Cindy Roleder, Highlight 2015, Hürdensprint, Idriss Gonschinska, Katharina Molitor, Leichtathletik, Speerwurf, Weltelite, WM Peking

Artikelinformationen


Datum: 09. September 2015
Veröffentlicht von:
Bildquelle: © dpa
Autor: Svenja Ebeling


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