Handball
Deutsche Handballerinnen gewinnen WM-Silber
Historischer Erfolg für die DHB-Frauen: Als Außenseiterinnen ins Finale gegangen, haben die deutschen Handballerinnen den Favoritinnen aus Norwegen einen Kampf geliefert. Beim 20:23 (11:11) verpasste das DHB-Team nur knapp den WM-Titel. Der Gewinn der Silbermedaille ist dennoch der größte Erfolg seit 2007.
(Rotterdam.) Die deutschen Handballerinnen haben bei der Weltmeisterschaft mit dem Gewinn der Silbermedaille für einen historischen Erfolg gesorgt. Als Außenseiterinnen ins Finale gestartet, verlangte das DHB-Team dem großen Favoriten Norwegen alles ab und unterlag am Ende nur knapp mit 20:23 (11:11). Trotz der Enttäuschung über die Finalniederlage überwog nach dem Spiel der Stolz über die erste WM-Medaille seit 18 Jahren.
Starker Weg ins Finale
Der Finaleinzug der deutschen Handballerinnen war das Ergebnis einer langen und konsequenten Entwicklung. Seit dem ersten gemeinsamen Lehrgang im März formte Bundestrainer Markus Gaugisch ein eingespieltes Team, das während der Weltmeisterschaft von Spiel zu Spiel überzeugte. In der Vorrunde feierte Deutschland Siege gegen Island (32:25), Uruguay (12:38) und Serbien (31:20). In der Hauptrunde konnte Deutschland sich über weitere Siege gegen Färöer (36:26), Montenegro (18:36) und Spanien (25:29) freuen und zog ungeschlagen ins Viertelfinale ein. Im Viertelfinale wartete Brasilien auf die Damen des DHBs. Aber auch die Brasilianerinnen konnten den Lauf der Deutschen nicht stoppen und unterlagen ihnen mit einem 30:23. Dieser Sieg war historisch, denn es war das erste mal seit 18 Jahren, dass sich die deutsche Nationalmannschaft der Frauen für ein Halbfinale qualifiziert hat. Diesen Lauf wollten die deutschen Frauen der Nationalmannschaft nutzen, um sich im Spiel gegen die Titelverteidiger aus Frankreich das Ticket für das Finale zu buchen. Sie bezwungen die Französinnen mit 29:23 und standen damit im Finale.
Ausgeglichenes Finale gegen den Favoriten
Beim ausverkauften Finale in Rotterdam in der Ahoy Arena entwickelte sich ein hochklassiger und intensiver Kampf für die 8.500 ZuschauerInnen. Deutschland hielt von Beginn an dagegen und ging Phasenweise sogar mit bis zu zwei Toren in Führung. Zur Halbzeit gingen beide Teams mit einem 11:11 in die Kabinen. Nach dem Seitenwechsel verlor die deutsche Mannschaft die Konzentration, sodass die Norwegerinnen sich mit bis zu 3 Toren absetzen konnten. In der 47. Minute kam das deutsche Team nochmal ran, so kam es zu einem Zwischenstand von 19:19 in der 49. Minute. Die Norweger bewiesen weiterhin Stärke mit einigen Paraden ihrer Torhüterin Katrine Lunde und Toren der Welthandballerin Henny Reistad. Am Ende verloren die Deutschen mit 20:23.
Stolz trotz Enttäuschung
Nach dem Spiel zeigte sich Bundestrainer Markus Gaugisch in einem Interview mit dem ZDF emotional: „Jetzt ist Zeit, traurig zu sein. Dann kommt der Stolz.” Auch im Team überwog trotz Enttäuschung die Anerkennung der eigenen Leistung. Selbst die norwegische Nationalspielerin Nora Mørk sprach ihren Respekt aus: Deutschland habe „den Code geknackt” und bewiesen, dass mit dieser Mannschaft wieder zu rechnen sei.
Starke Einzelspielerinnen und Auszeichnungen
Sportlich ragten mehrere Spielerinnen raus. Beste deutsche Torschützinnen im Finale waren Viola Leuchter, Emily Vogel und Alina Grijseels mit jeweils vier Treffern. Leuchter wurde zudem als „Best Young Player” des Turniers ausgezeichnet, während Vogel und Döll ins All-Star-Team der WM gewählt wurden.
Große Bedeutung für den deutschen Frauenhandball
Der Gewinn der Silbermedaille ist der größte Erfolg seit dem WM-Bronze 2007 und das erste erreichte Finale seit knapp 30 Jahren. Der Verband honorierte die Leistung mit einer Rekordprämie von 300.000€. Auch wenn der Titel unerfüllt blieb, hat die Mannschaft ein klares Zeichen gesetzt – für sich selbst und auch für die Zukunft des deutschen Frauenhandballs.
Ein Bericht von Enya Sauer (Modul: Journalistische Darstellungsformen, Kurs: BA-SJ-32-H-VZ-KS)
https://www.dhb.de/news/WM-2025-DHB-Team-Frauen-erste-medaille-seit-2007
https://www.zdfheute.de/sport/handball-wm-frauen-dhb-team-norwegen-antje-doell-100.html
https://www1.wdr.de/nachrichten/deutsche-handballerinnen-verlieren-wm-finale-100.html
https://www.handball-world.news/artikel/grijseels-wer-norwegen-bei-23-gegentoren-haelt-1175822
https://www.sportschau.de/handball/furiose-dhb-frauen-verpassen-wm-gold-nur-knapp,nachdreher-handball-wm-100.html
Schlagworte: Antje Döll, DHB-Frauen, Emily Vogel, Finale, Handball WM, Silbermedaille, Viola Leuchter





