Fußball
Zwei entgegengesetzte Halbzeiten – Dortmunder Remis in Freiburg
Nach dem ernüchternden Remis in der Champions League am Mittwoch, kam Borussia Dortmund erneut nicht über ein Unentschieden hinaus. Im Freiburger Europa-Park-Stadion dominierten die Schwarz-Gelben in der ersten Halbzeit und gingen durch Ramy Bensebaini in Führung. In der zweiten Halbzeit verloren die Gäste durch den Platzverweis für Jobe Bellingham die Kontrolle über das Spiel. So erzielte Lucas Höler 15 Minuten vor Schluss per Traumtor den Ausgleich für die Breisgauer.
(Freiburg.) Freiburgs Trainer Julian Schuster rotierte nach dem 1:0 Sieg gegen Salzburg in der Europa League auf vier Positionen und brachte Anthony Jung, Lukas Kübler, Patrick Osterhage und Lucas Höler neu in die Startelf. Phillip Lienhart fehlte mit Leistenproblemen und Jan-Niklas Beste krankheitsbedingt. Vincenzo Grifo und Junior Adamu nahmen vorerst auf der Bank Platz.
BVB mit stark dezimierten Kader
Im Vergleich zum 2:2 in der Königsklasse gegen Bodö/Glimt nahm Niko Kovac ebenfalls vier Wechsel vor. Waldemar Anton, Aaron Anselmino und Julian Brandt mussten aufgrund von muskulären Problemen aus dem Kader gestrichen werden. Maximilian Beier wurde durch Serhou Guirassy ersetzt. Zudem starteten Emre Can, Julian Ryerson und Carney Chukwuemeka. Die beiden Youngster Julien Duranville und Cole Campbell wurden ebenfalls nicht im Kader berücksichtigt. Als Grund dafür nannte Kovac lustlose Trainingsauftritte in den letzten Woche und eine Verspätung. Aufgrund dieser Personalsorgen saßen nur fünf Feldspieler auf der Dortmunder Bank.
Dortmund in der ersten Halbzeit überlegen
Dortmund begann von Anfang an spielbestimmend und arbeitete sich einige Chancen heraus. Zunächst vergab Guirassy zweimal aus kurzer Distanz per Kopf (5./17.). Nach 21 Minuten scheiterte Chukwuemeka am langen Pfosten. Bei den Dortmundern ging viel über die rechte Seite von Yan Couto. Der Brasilianer überzeugte schon in der Champions League und brachte die Freiburger Hintermannschaft mit einigen gefährlichen Flanken in Bedrängnis. So auch nach etwas mehr als einer halben Stunde. Couto brachte einen präzise getretenen Freistoß aus dem rechten Halbfeld in Richtung Bensebaini an den langen Pfosten. Der Algerier setzte sich im Zweikampf gegen Maximilian Eggestein durch und stocherte den Ball zum Führungstreffer über die Linie. Nach dem Ausgleich kamen die Gastgeber durch Yuito Suzuki (39.) und Christian Günter (45.) noch zweimal gefährlich vors Tor. Die zwingenderen Torchancen waren allerding auf Seiten der Schwarz-Gelben zu verzeichnen, weshalb diese verdient mit der Führung in die Halbzeitpause gingen.
Platzverweis kurz nach der Halbzeitpause
Nach einem verhaltenen Beginn beider Mannschaften im zweiten Abschnitt sah Dortmunds Jobe Bellingham plötzlich die rote Karte. BVB-Schlussmann Gregor Kobel setzte den Mittelfeldspieler mit einem Pass unter Druck und übersah dabei den heraneilenden Freiburger Phillip Treu. Bellingham versuchte den Ball abzuschirmen, traf seinen Gegenspieler allerdings regelwidrig am Bein. Weil Treu sonst frei aufs gegnerische Tor zugelaufen wäre, blieb Schiedsrichter Zwayer nichts anderes übrig, als den 20-jährigen Engländer vom Platz zu stellen. „Das war ein Missverständnis. Ich muss einen besseren Pass spielen, das nehme ich auf mich“, erklärte Kobel nach dem Spiel. Den darauffolgenden Freistoß setzte Freiburgs Kapitän Christian Günter noch knapp am linken Pfosten vorbei. Doch daraufhin kippte das Spiel in die andere Richtung. Die Gastgeber übernahmen die Kontrolle über das Spiel und setzten sich in der gegnerischen Hälfte fest. Der ansonsten solide BVB-Keeper parierte erst gegen Treu (64.) und wehrte wenig später auch den abgefälschten Distanzschuss von Suzuki ab.
Traumtor von Höler sorgt für umjubelten Ausgleich
Doch eine Viertelstunde vor Schluss war auch Kobel geschlagen. Eine Hereingabe über die linke Seite von Günter nahm Lucas Höler gekonnt an und traf per sehenswertem Seitfallzieher aus der Drehung, sodass der Ball mit Hilfe des rechten Innenpfosten einschlug. „Dass ich den so treffe, dazu gehört natürlich auch ein bisschen Glück, aber ich bin sehr froh darüber, dass der da so reingegangen ist“, erklärt Höler sein Kunststück. Auch in der Schlussphase kam der BVB kaum noch zu Entlastung und lies sich tief in die eigene Hälfte fallen. Den Freiburgern gelang kurz vor Schluss noch der vermeintliche Ausgleich nach einer Ecke, doch mit kurzer Verzögerung ging die Fahne des Assistenten hoch. Eggestein stand bei einer Kopfverlängerung von Matthias Ginter knapp im Abseits. Daraufhin passierte nichts mehr. Durch ein finales Torschussverhältnis von 21:9 lassen die Freiburger verdient einen Punkt im Breisgau, während Dortmund erneut eine Führung nicht über die Zeit bringen kann.
Kovac verteidigt seine Mannschaft
Dennoch nahm Kovac seine Mannschaft nach dem Spiel in Schutz: „Du musst damit zufrieden sein. Du kannst nicht erwarten, dass du gegen Freiburg in Unterzahl das Spiel gewinnst“. SC-Kapitän Christian Günter ägert sich hingegen über zwei „verlorene Punkte“: „Bei dem Spielverlauf hätten wir gerne mehr mitgenommen. Der Lucky Punch wäre Wahnsinn gewesen, wenn wir den noch hätten setzten können“. Die Freiburger müssen am Wochenende nach Wolfsburg, während Dortmund im Borussen-Duell die Gladbacher empfängt.
Eine Meldung von Timon Schoppe (Modul: Journalistische Dartstellungsformen, Kurs: BA-SJ-32-H-VZ-KS)
https://www.kicker.de/freiburg-gegen-dortmund-2025-bundesliga-5050870/ticker
https://www.fussballdaten.de/vereine/sc-freiburg/borussia-dortmund/spiele/
https://www.badische-zeitung.de/dem-sc-freiburg-gelingt-trotz-ueberzahl-nur-ein-unentschieden-gegen-dortmund
https://www.sportschau.de/fussball/bundesliga/kobel-patzer-und-hoeler-hammer-freiburg-und-bvb-remis,spielbericht-sc-freiburg-borussia-dortmund-118.html
https://www.ruhr24.de/bvb/borussia-bvb-sc-freiburg-live-ticker-serhou-guirassy-yan-couto-fabio-silva-spiel-heute-dortmund-94082037.html
Schlagworte: Dortmund, Freiburg, Gregor Kobel, Jobe Bellingham, Julian Schuster, Lucas Höler, Niko Kovac, Phillip Treu, Platzverweis, Ramy Bensebaini, Rote Karte, Seitfallzieher, Traumtor, Yan Couto





