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Celtics gegen Warriors: Wer macht das Rennen in den NBA-Finals?

Rund sechs Wochen Playoff-Basketball sind gespielt und die Finals in der größten Liga der Welt stehen vor der Tür. Wer hat den Weg bis ins Endspiel gemacht und was kann der NBA-Fan in der letzten Serie der Saison erwarten?

Veröffentlicht am 31. Mai 2022 von

(Boston.) Nach Spiel sieben der Eastern-Conference-Finals-Serie steht der Gegner der Golden State Warriors fest: Die Boston Celtics ziehen nach dem knappen 100:96-Erfolg bei den Miami Heat das erste Mal seit 2010 wieder in die NBA-Finals ein. Miamis Superstar Jimmy Butler vergab wenige Sekunden vor Schluss noch einen Dreipunktewurf zur Führung und konnte seine erneut herausragende Leistung letztendlich nicht belohnen.

Deutlich komfortabler und bereits fünf Tage früher gelang den Warriors der Einzug in die Endspiel-Serie um die Larry O’Brien Trophy. Das Team um Superstar Stephen Curry gewann souverän mit 4:1 gegen die Dallas Mavericks.

 Warriors finden zu alter Stärke zurück

Nach Jahren voller Verletzungspech und fehlender Konkurrenzfähigkeit haben sich die Golden State Warriors in dieser Saison eindrucksvoll zurückgemeldet. Angeführt von Curry, Draymond Green und dem nach zwei schweren Verletzungen wiedergenesenen Klay Thompson, marschierten die Dubs nach zwei Jahren Playoff-Abstinenz auf Anhieb wieder bis in die Finals.

Das Trio stand im März dieses Jahres erstmals nach über 1000 Tagen wieder gemeinsam auf dem Parkett. Unterstützt von vielen jungen Spielern, sowie einigen Veteranen, erinnert das von Ballbewegung und Selbstlosigkeit geprägte Spiel der Kalifornier immer mehr an die erfolgreiche Zeit zwischen 2015 und 2019.

Der zurückgekehrte Erfolg verlieh dem Team von Trainer Steve Kerr eine gesunde Portion Selbstvertrauen. „Bislang hat noch niemand bewiesen, dass man uns schlagen kann, wenn wir komplett sind“, prahlte Green siegessicher beim US-amerikanischen TV-Sender „TNT“, unmittelbar nach dem fünften Spiel gegen Dallas.

Dass die Saison der Warriors bis in den Juni laufen wird, war zu Beginn der Spielzeit jedoch auch für den Defensiv-Spezialisten alles andere als selbstverständlich. „Vor der Saison konnte ich nicht garantieren, dass wir eine Meisterschaft gewinnen werden“, erinnerte sich Green, „aber mit Klay, Steph und mir haben wir immer eine Chance.“

Boston übersteht Nervenschlachten

Auch die Boston Celtics haben in diesen Playoffs eindrucksvoll gezeigt, dass sie ernsthafte Anwärter auf den Titel sind. Nach einem überraschend deutlichen 4:0-Sieg über die Brooklyn Nets, zeigte sich das Team von Trainer Ime Udoka in den darauffolgenden Serien nervenstark: Gegen die Milwaukee Bucks, den amtierenden Champion und die an erster Stelle gesetzten Heat, gewannen die Celtics jeweils im entscheidenden siebten Spiel.

Dabei war oft die vielseitige Defensive, rund um den frisch gekürten Defensive Player of the Year Marcus Smart, der Schlüssel zum Erfolg. Während die Verteidigung auch zu Beginn der Saison schon ordentlich funktionierte und zu den statistisch besten der Liga gehörte, sah das Offensivspiel bis zum Januar alles andere als finaltauglich aus.

Nach einem enttäuschenden Start und zahlreichen Niederlagen bis in den Januar, entwickelte sich der Angriff rund um das junge Duo aus Jayson Tatum und Jaylen Brown in der zweiten Saisonhälfte zu einer echten Waffe, die letztendlich den Einzug in die Finals ermöglichte.

Mit den Celtics steht auch Daniel Theis, nach Detlef Schrempf und Dirk Nowitzki als erst dritter Deutsche überhaupt in den Finals. Trotz einiger verletzungsbedingter Ausfälle im Kader der Celtics, spielte der 30-Jährige zuletzt allerdings keine Rolle in der Rotation.

Ist Bostons Defensive zu knacken?

Die letzten direkten Duelle der beiden Finalteilnehmer zeigen eine ausgeglichene Statistik. Bei den zwei Partien in der regulären Saison, gewann jeweils die Auswärtsmannschaft. Wie aussagekräftig die beiden Partien für den Verlauf der Finalspiele sind, ist allerdings äußerst fraglich. Der Ausgang der ersten Begegnung im Dezember wurde erheblich von Corona-Ausfällen beeinflusst, während in der zweiten Partie Curry das Parkett früh wegen einer Verletzung verlassen musste.

Interessant wird sein, zu sehen, wie die Warriors mit der körperlichen Länge der Celtics-Spieler zurechtkommen werden. Während die Dubs in den Serien gegen kleiner aufgestellte Teams, wie die Denver Nuggets und Dallas Mavericks mühelos siegten (jeweils 4:1), bereitete ihnen der großgewachsene Kader der Memphis Grizzlies in der zweiten Runde teilweise Probleme und forcierte zumindest eine Serie über sechs Spiele.

Die Celtics stellten im Kalenderjahr 2022 die statistisch beste Defensive der Liga und ließen in den Playoffs regelmäßig Teams an ihrer aggressiven und disziplinierten Verteidigung verzweifeln. Mit einem Offensivstil, der derartig von Bewegung abseits des Balls und rund um Curry und Thompson, zwei der besten Schützen aller Zeiten konzipiert ist, wurde Boston auf dem Weg in die Finals allerdings bisher nicht konfrontiert.

Auf dem Papier dürfte der „switchlastige“ defensive Ansatz der Eastern-Conference-Champions aber ein effektives Mittel gegen die Offensivpower der Warriors sein. 

Ein ungleiches Erfahrungsduell

Ein nicht zu unterschätzender Aspekt in dieser Serie könnte die große Diskrepanz in der Erfahrung der beiden Mannschaften werden. Kein einziger Spieler der Celtics hat jemals auch nur eine Minute in den Finals gespielt. Die Warriors hingegen konnten, diese Spielzeit eingerechnet, sechs der letzten acht Finals erreichen. Curry, Green, Thompson und André Iguodala sind dreifache Champions und kennen die NBA-Finals so gut wie kaum jemand.

Genau darauf schwört auch Draymond Green, der emotionale Leader der Warriors. Der Forward versicherte, der erfahrene Kern der Dubs wisse, „was es braucht, um eine Meisterschaft zu gewinnen“. Celtics-Superstar Tatum bezeichnete im amerikanischen TV derweil Spiel sieben gegen Miami als „größtes Spiel“ seiner jungen Karriere.

Auch auf der Trainerposition könnte der Erfahrungsunterschied kaum größer sein. Celtics-Coach Udoka befindet sich in seiner ersten Saison als NBA-Trainer, während Kerr von den Warriors drei Titel als Trainer, sowie vier als Spieler in seiner Vita zu verbuchen hat.

In der Nacht auf Freitag (3 Uhr) wird sich in Spiel eins zeigen, wie viel die Erfahrung von Curry & Co. wirklich wert ist und ob die jüngeren Celtics der großen Aufgabe schon gewachsen sind. Die Serie startet in Kalifornien im Chase Center der Warriors, da sich das Team aufgrund der besseren Siegesquote in der regulären Saison das Heimrecht sichern konnte.

Veröffentlicht von Nicolas Schreinemacher, Sportjournalismus & Sportmarketing (BA-SJ-06-TZ-FS)

Quellen:

https://www.spox.com/de/sport/ussport/nba/2205/News/playoffs-draymond-green-toent-finals-matchup-boston-celtics.html

https://www.nba.com/news/2022-finals-preview-warriors-celtics

https://www.kicker.de/miami-gegen-boston-2022-nba-playoffs-4773281/spielbericht

https://www.goldenstateofmind.com/2022/5/30/23147089/nba-finals-warriors-celtics-series-preview-deep-dive-steph-curry-jayson-tatum

https://www.nbcsports.com/bayarea/warriors/steph-curry-klay-thompson-draymond-green-put-nba-notice-first-game-back

 

 


Schlagworte: Basketball, Boston Celtics, Golden State Warriors, Jayson Tatum, NBA, NBA Finals, Stephen Curry

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Datum: 31. Mai 2022
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