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Champions League Finale in Hannover

(Hannover). Die Wassersportfreunde 98 Hannover waren am Wochenende Gastgeber des wichtigsten Turniers im europäischen Wasserball. Das LEN Final 8 war zum ersten Mal in der niedersächsischen Landeshauptstadt beheimatet.

Veröffentlicht am 11. Juni 2019 von

Man stelle sich vor, Ronaldo, Messi und Neymar treffen sich mit weiteren 5 europäischen Top Teams in Hannover und spielen den Champions League Titel aus. So geschehen am Pfingstwochenende im Stadionbad. Nur dass die Stars nicht Messi und Ronaldo, sondern Varga und Filipovic hießen. Die Wassersportfreunde 98 Hannover haben erstmals das Finalturnier der LEN Wasserball Champions League ausgerichtet. Mithilfe der großen Wasserballfamilie aus Hannover und vieler freiwilliger Helfer wurde die Veranstaltung zu einem vollen Erfolg.

Das Stadionbad wurde für die Großveranstaltung extra umgebaut, um statt einiger hundert Zuschauer pro Spiel, knapp 2000 begrüßen zu können. Dafür wurden mobile Tribünen angefordert, die auf dem Nichtschwimmerbecken, sowie der Wasseroberfläche hinter den Toren installiert wurden. An der Längsseite war nun Platz für 700 Zuschauer, die weiteren Tribünen boten je 300 Menschen Platz. Diese Maßnahme machte das Spielfeld zu einem Center Court, wie man es sonst nur vom Tennis kennt. Die Zuschauer waren so nah am Geschehen wie nie im Stadionbad.

Als Gastgeber durfte die Mannschaft von Waspo 98, unabhängig des sportlichen Abschneidens in der Saison, am Turnier teilnehmen. Die Gäste kamen aus Piräus, Budapest, Genua, Brescia, Mailand, Dubrovnik und Barcelona. 

Der Modus sah vor, dass die 4 Top gesetzten Mannschaften gegen die 4 schwächeren Teams antreten sollten. Die Sieger spielten dann in einer Art Halbfinale um den Finaleinzug und den Titel, die Verlierer spielten ebenfalls Halbfinals, um die weiteren Platzierungen zu ermitteln.

Das Turnier

In den Erstrundenpartien setzten sich die Teams aus Genua, Budapest, Piräus und Barcelona durch. Die Siege waren allesamt hart umkämpft, der haushohe Favorit aus Genua zum Beispiel konnte sich nur mit 14 zu 10 gegen Waspo durchsetzen. Torhüter Moritz Schenkel stellte nach der Partie die Überlegenheit der Gäste heraus und sagte, dass man Pro Recco geärgert, man „hintenraus aber die Extraklasse der Italiener gemerkt“ habe. 

Das erste Halbfinale zwischen Pro Recco und Olympiakos Piräus bot Wasserball der absoluten Weltklasse. Mit einer Schar an griechischen Fans im Rücken und einer harten aber fairen Spielweise setzte sich Piräus am Ende gegen das Starensemble aus Italien durch und erreichte als erste Mannschaft das Finale. Für die Italiener, um Superstar Filip Filipovic, ging es um Platz 3, der aufgrund ihrer herausragenden Spieler einer Enttäuschung gleich kommt. Der frühere Torwart von Waspo, Roger Kong meinte, für Recco zähle nur Gold und prophezeite einen emotionslosen Auftritt der Italiener im Spiel um Platz 3. Kong wurde eines besseren belehrt, Pro Recco setzte sich gegen die Mannschaft aus Barcelona mit 8:7 durch und sicherte sich die Bronzemedaille.

Piräus und Budapest im Endspiel

Im Finale standen sich die Ungarn von Ferencvaros Budapest und Olympiakos Piräus gegenüber. Budapest war im Halbfinale erfolgreich, der Mannschaftskapitän Denes Varga netzte 3 Mal und brachte sein Team ins Finale. Das Endspiel entwickelte sich zu einer wahren Nervenschlacht:

Ferencvaros führte bis zum Beginn des vierten Viertels durchgehend, es ging mit 10:7 in den Schlussabschnitt. Einziger Wermutstropfen war die Hinausstellung von Varga im dritten Viertel, ansonsten sprach alles für die Ungarn. Im Schlussabschnitt drehte Olympiakos auf: Zwei Treffer von Konstantinos Genidounias und ein Tor von Ioannis Fountoulis brachten den Ausgleich und retteten Piräus ins 5m Werfen. 

Die Griechen gingen nach zwei Würfen in Führung, gaben diese jedoch wieder ab, sodass die Ungarn nach drei Durchgängen in Front lagen. Nach einer Runde ohne Treffer sollten alle Schützen treffen. Die Entscheidung brachte Agryropoulos, der den Ball an den Pfosten warf und Ferencvaros Budapest zum Champions League Sieger krönte.

Die persönlichen Auszeichnungen bei der Siegerehrung erhielten Filipovic, für den besten Spieler der Saison, sowie Varga, für den besten Spieler des Finalturniers. 

Waspo Hannover

Für Waspo blieb nach dem Spiel um Platz 7 nur der letzte Platz, im Vordergrund stand jedoch der reibungslose Ablauf der Veranstaltung. Für den deutschen Wasserball ist die Ausrichtung einer solchen Großveranstaltung mit den Weltstars des Sports, ein weiterer Meilenstein, um den Sport auch hierzulande populär zu machen. Ob es beim nächsten LEN Final 8 in Hannover im Jahre 2021 zu sportlichen Erfolgen reichen wird, steht in den Sternen.

 

Ein Bericht von Lars Schwarz (BA-SJ-12-H-VZ)


Schlagworte: Championsleague, Denes Varga, Filip Filipovic, Hannover, LEN, Stadionbad, waspo 98

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Datum: 11. Juni 2019
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