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England erstmals seit 2007 wieder im WM- Finale

Die kleine Sensation bei der Rugby-Weltmeisterschaft 2019 ist perfekt. Im Halbfinale schlägt England die „Rugbygroßmacht“ Neuseeland und zieht erstmals seit 2007 wieder in ein Finale einer Rugby- Weltmeisterschaft ein. Am Ende entschieden der große Kampfgeist des englischen Teams und die zu hohe Fehlerquote der „All Blacks“ aus Neuseeland die Partie zu Gunsten Englands.

Veröffentlicht am 26. Oktober 2019 von

(Yokohama.) Das Nissan- Stadion in Yokohama dürfte vielen in Deutschland noch ein bekannter Name sein. Hier unterlag im Jahr 2002 die deutsche Fussballnationalmannschaft Brasilien im WM Finale mit 0:2. Auch in diesem Jahr sollte es in diesem Stadion zu einem historischen Spiel kommen, allerdings in einer anderen Sportart: Im Rahmen der Rugby- Weltmeisterschaft trafen hier mit England und Neuseeland zwei große Rugbynationen im Halbfinale aufeinander. Auf der einen Seite die Engländer, das „Mutterland“ des Rugbys und bis heute einiziger europäischer Weltmeister in dieser Sportart (2003). Auf der anderen Seite Neuseeland. Die „All Blacks“ gewannen die letzten beiden WM Titel (2011 und 2015) und wollten ihren Titel auch in diesem Jahr ein weiteres Mal verteidigen. Die Chancen für ein Rugby Spiel der Spitzenklasse standen also gut.

Spiel nur in eine Richtung 

Das Spiel selbst nahm auch sofort Fahrt auf. Nach nur zwei Minuten brachten die Engländer in Person von Manu Tuilagi den Ball das erste Mal im Malfeld (Endzone) der Neuseeländer unter. Durch diesen „Versuch“ gingen die „Red Roses“ (Spitzname Englands) mit 7:0 in Führung. Überraschender Weise entwickelte sich das Spiel nur in eine Richtung , nämlich in Richtung des neuseeländischen Malfelds. England spielte eine konsequente und disziplinierte Verteidigung und gewann die entscheidenden Standardsituationen (Gedränge und Gasse) meistens für sich. Hinzu kamen zu viele ungewöhnlich fahrlässige spielerische Fehler bei Pässen und Ballfängen der Neuseeländer, die diese Grunddisziplin des Rugbys sonst perfekt beherrschen. Außerdem verstießen die „All Blacks“ zu oft gegen die Regeln, sodass England kurz vor der Pause seine Führung noch weiter ausbauen konnte. George Ford traf per „Straftritt“ durch die Torstangen und erhöhte auf 10:0 für England. Mit dieser knappen, aber verdienten Führung für die „Red Roses“ ging es in die Kabine.

Neuseeland bestraft sich selbst 

Die zweite Hälfte begann ähnlich wie die erste Halbzeit mit „Vollgasrugby“ der englischen Mannschaft. Dieses Mal verpassten die Engländer es zunächst aber, sich zu belohnen. Zunächst verfehlte Ford mit einem weiteren „Straftritt“ die Torstangen. Dann wurde ein „Versuch“ der Engländer auf Grund eines „Vorballes“, also eines unerlaubten Vorwärtspasses, von Schiedsrichter Nigel Owens und seinem Team korrekter Weise aberkannt. Owens hatte die Partie über volle 80 Minuten gut im Griff. Ähnlich gut wie England die Neuseeländer. Ford erhöhte in der 48. Minute per „Straftritt“ auf 13:0 für England. Gerade mit guten „Vorwärstkicks“ (Schüsse nach vorne aus der Hand) setzten die Engländer den Neuseeländern gut zu. Doch nun kam es zum letzten Aufbäumen der Neuseeländer. Julian Savea fand eine Lücke in der englischen Verteidigung und legte den ersten „Versuch“. Die „All Blacks“ verkürzten somit auf 13:7. Doch statt konsequent zu verteidigen und mutig nach vorne zu spielen bestrafte sich Neuseeland selbst. Durch zwei Fouls nahe des eigenen Malfelds erhielten die Engländer zwei „Straftritte“, die Ford beide sicher verwandelte. Erst in der 63. Minute zum 16:7 und dann zehn Minuten vor Schluss zum 19:7 (70. Minute). England verteidigte diese Führung nun konsequent und brachte sie über die Zeit. Am Ende gewannen die Engländer mit 19:7 und machte somit eine kleine Sensation perfekt.

Die Favoriten aus Neuseeland bereits im Halbfinale am Boden. (Foto via gettyimages)

Erstmals neuer Weltmeister seit 2011

Somit ist es amtlich: England steht das erste Mal seit 2007 wieder in einem WM Finale und hat die Chance seinen zweiten Titel nach 2003 zu holen. Gleichzeitig ist der Finaleinzug das Ergebnis harter Arbeit seit der Katastrophe in der „Heim-WM“ 2015. Damals schied das Team überraschend in der Gruppenphase aus. Nun haben die „Red Roses“ also die Chance durch einen Triumph dieses sportliche Debakel vergessen zu lassen. Gleichzeitig steht mit dem Ausscheiden der Neuseeländer auch eines fest: Die Rugby-Welt bekommt das erste Mal seit 2011 wieder einen neuen Weltmeister, da mit Neuseeland der Weltmeister von 2011 und 2015 das Finale verpasst.  Am Ende ist der Sieg der Engländer allerdings hoch verdient. Auf dem Platz waren sie die bessere Mannschaft, spielten gutes Defensivrugby und waren in den entscheidenden Situationen konsequenter und erzielten somit mehr Punkte. Neuseeland gelang dagegen aus dem Spiel heraus fast gar nichts und man leistete sich zu viele entscheidende Fehler.

Am Ende bleibt den „All Blacks“ mit dem Spiel um den Dritten Platz wohl nur die Ernüchterung nach einem starken Turnier. Ein schwaches Spiel reichte, um den Titelverteidiger zu Fall zu bringen. England hingegen kann sich auf das Finale in der nächsten Woche freuen. Der Gegner wird morgen zwischen Wales und Südafrika ermittelt und von einer lange nicht mehr so starken englischen Mannschaft empfangen werden.

Timm Ottenberg, Sportjournalismus & Sportmarketing (BA-SJ-14-H-VZ, Lehrredaktion)


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Datum: 26. Oktober 2019
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