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VfL in der Krise: Wölfe vom Aussterben bedroht?

Es gab mal Zeiten, da galt der VfL Wolfsburg als ernstzunehmender, offensivfreudiger Gegner in der Fußballbundesliga. Nicht ohne Grund wurden Erfolge wie die deutsche Meisterschaft 2009 oder der Pokalsieg 2015 eingefahren. Doch anstelle von Champions-League-Nächten gegen die Topteams Europas müssen die Wölfe nun in die Relegation gegen den SC Paderborn. Und damit ist man noch gut bedient. Doch was ist da beim VW-Club eigentlich alles schiefgelaufen? Sind die einst so gefährlichen, hungrigen Wölfe nun vom „Aussterben bedroht“?

Veröffentlicht am 19. Mai 2026 von

(Wolfsburg.) Die Rettung, wenn man es überhaupt so nennen darf, gelang erst am letzten Spieltag. Der VfL Wolfsburg stand noch zu beginn des 32. Spieltages auf Tabellenplatz 17, einem direkten Abstiegsplatz. Beim drittletzten Bundesligaspiel der Saison konnte man zu Gast in Freiburg wenigstens einen Punkt einfahren und auf 26 Zähler stellen. Punktgleich mit dem FC St. Pauli. Am letzten Spieltag kam es dann zum direkten Duell. Die Wölfe zu Gast bei den Hamburgern. Tabellenplatz 17 gegen Tabellenplatz 16. Und als wäre der Druck nicht schon groß genug, konnte der Tabellenletzte aus Heidenheim am Spieltag zuvor ebenfalls noch auf 26 Punkte aufholen. Die vorzeitige Katastrophe konnte die Elf vom Autostadt-Trainer Dieter Hecking jedoch durch einen 3:1 Auswärtssieg verhindern. Hecking übernahm das Rudel Anfang März, als der VfL sich mit einem deutlichen Abwärtstrend nahezu am Abgrund befand. „Wir waren schon fast totgesagt“, so der VfL-Sportdirektor Pirmin Schwegler nach dem Erreichen der Relegation. Ob das Rudel jedoch dem Aussterben durch den möglichen Abstieg in die 2. Bundesliga entkommen kann, wird sich bei den beiden kommenden Partien zeigen.

Millionen-Rudel vor Blamage

Dass der Verein VfL Wolfsburg in die Relegation muss ist fragwürdig genug. Doch wenn zusätzlich noch die bestehenden Umstände betrachtet werden, haben die Grün-Weißen sich in dieser Spielzeit regelrecht die eigenen Pfoten verbrannt. Mit sechs Neuzugängen, unter anderem einem Topstar wie Christian Eriksen, 14 A-Nationalspielern und einem Kaderwert von rund 235 Millionen hatte der VW-Club vor Beginn der Saison wohl noch andere Ziele geplant, als gegen den Abstieg zu spielen. Dabei immer wieder das Thema um den Kaderwert: Die beiden direkten Absteiger Pauli und Heidenheim finden sich in der Marktwerttabelle mit einem Wert von 64 Millionen und 69 Millionen ebenfalls auf Platz 17 und 18 wieder. Die Wölfe hingegen stehen in dieser Tabelle auf dem achten Platz. Nun steht ein Gegner bevor, welcher gerade mal ein Sechstel vom Kaderwert der Wölfe besitzt. Rudelanführer Hecking weist von einer Favoritenrolle durch die Kadervergleiche ab. Logisch, wenn man es mit so einem Kader nicht mal in der Bundesliga unter die ersten 15 schafft. Der Trainer spricht im Interview mit der lokalen Zeitung von „Alibi-Diskussionen“, ist sich also der aktuellen Krise bewusst. Der SC Paderborn wird die Relegationsspiele gegen den VfL mit einem Kaderwert von rund 40 Millionen bestreiten. Dass Hecking trotz dieser Machtverhältnisse auf dem Papier von einer Favoritenrolle abstreitet, bestätigt die angespannte Situation in der Autostadt.

Der Überlebensplan von Hecking

Im Kampf der Relegation gegen die Bundesliga-Touristen aus Paderborn setzt der Chefcoach der Wolfsburger besonders auf seine dänische Achse um Mittelfeldmotor Christian Eriksen und Verteidiger Joakim Maehle: „Die beiden haben es wirklich in die Hand genommen. Das zeichnet die Mannschaft gerade aus, dass sie diesen Leuten folgt und ich gar nicht so viel sagen brauche, sondern die mit ihrer Autorität und Aura kriegen das schon geregelt“. Kaum zu glauben, dass Stars wie Eriksen, welcher vor ein paar Jahren noch in der Königsklasse bei Manchester United oder auch Tottenham aufgelaufen ist, nun gegen Mannschaften wie St. Pauli voran gehen können. Zudem unterstreicht die Aussage, dass „die Mannschaft diesen Leuten folgt“ die Orientierungslosigkeit beim Großteil des Wolfrudels. Lange Zeit hat das Übernehmen von Verantwortung gefehlt. Dass man zum Endspurt der Saison dann doch noch so etwas wie eine Führungsfigur identifizieren konnte, naht schon fast an einem Wunder.

Kampf um die Bundesliga

Wie auch immer, der Trainer der Wölfe möchte in den beiden Partien „brutal fokussiert sein“. Ob das Rudel diese Brutalität im Überlebenskampf auch auf den Platz bringen kann, wird sich am kommenden Donnerstag- und Montagabend zeigen. Anpfiff der Partien ist um jeweils 20:30 Uhr

Ein Kommentar von Jarek Büchau im Modul Journalistische Darstellungsformen im Studium BA-SJ-32-H-VZ-KS

Quellen:

https://www.waz-online.de/lokales/wolfsburg/vfl-kampf-um-klassenerhalt-im-liveticker-relegation-gegen-den-sc-paderborn-VA3I2R3P4NHUVN5W2PLUJP75HY.html

https://www.faz.net/agenturmeldungen/dpa/wolfsburg-in-relegation-hecking-baut-auf-autoritaet-und-aura-200840132.html

https://www.kicker.de/bundesliga-relegation/spieltag

https://www.transfermarkt.de/sc-paderborn-07/kader/verein/127

https://www.transfermarkt.de/1-bundesliga/marktwerteverein/wettbewerb/L1

https://www.bild.de/sport/fussball/vfl-wolfsburg-geheimplan-fuer-relegation-familien-power-fuer-hecking-6a08bd1dd1570d73067a216c

https://www.bundesliga.com/de/bundesliga/tabelle?view=full

 


Schlagworte: 1.FC Heidenheim, Abstiegskampf, Autostadt, Christian Eriksen, Dieter Hecking, FC St.Pauli, Joakim Maehle, Relegation, SC Paderborn 07, VfL Wolfsburg, Wölfe, Wolfsrudel

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Datum: 19. Mai 2026
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