Fußball
Barcelonas Machtdemonstration in Oslo: Ewa Pajor führt Katalaninnen zum vierten Stern
Am 23. Mai 2026 krönte sich der FC Barcelona im ausverkauften Ullevål Stadion in Oslo zum neuen alten Champion der UEFA Women’s Champions League. In einem hochklassigen Finale setzten sich die Katalaninnen mit einem 4:0 (0:0) gegen Rekordsieger Olympique Lyon durch und sicherten sich damit den vierten Königsklassen Titel der Vereinsgeschichte.
(Oslo.) Die Partie begann ausgeglichen, wobei beide Teams starke Momente hatten. Die erste große Chance gehörte den Katalaninnen: Carolina Graham Hansen konnte sich auf dem rechten Flügel durchsetzen und im Rückraum Alexia bedienen. Die zweifache Weltfußballerin schließt direkt ab und verzog nur knapp nebens Tor. In der 14. Minute durften die Französinnen dann kurzfristig Jubeln: Nach einem Freistoß von Selma Bacha, kam Lyon Kapitänin Wendie Renard unbedrängt zum Kopfball, den Barcelona Keeperin Cata Coll nach vorne direkt vor die Füße von Lindsay Heaps parieren konnte, die aus kurzer Distanz nur noch einschieben musste. Doch der Treffer wurde nach VAR-Überprüfung wegen einer knappen Abseitsstellung aberkannt. „Das aberkannte Tor war ein wichtiger Moment im Spiel. Vielleicht läuft die Partie anders, wenn wir dort in Führung gehen,“ sagte Lyon Trainer Jonatan Giráldez auf der Pressekonferenz nach dem Spiel. Mit dieser Szene hatte die Partie endgültig Fahrt aufgenommen. Renard stand nur wenige Minuten später defensiv im Blickpunkt, als sie bei einem langen Ball von Barcelona mit Torhüterin Endler sich gegenseitig im Weg war. Pajor nutzte die Gunst der Stunde, nahm den Ball auf und lupfte diesen über Endler hinweg, allerdings ans rechte Außennetz (19.). Kurz vor der Pause musste Barcelonas Keeperin Cata Coll, die einen sehr guten Tag erwischte, ihr ganzes Können (zeigen) unter Beweis stellen, um einen gefährlichen Freistoß von Lyons Selma Bacha zu parieren. Barcelona tat sich in der ersten Halbzeit schwer im Spielaufbau. Lyon störte früh und zwang den spanischen Meister immer wieder zu Fehlern. „Wir haben vor allem in der ersten Halbzeit sehr gut gespielt. Wir hatten unsere Chancen, haben sie aber nicht genutzt – Barcelona dagegen schon,“ sagte Lindsey Heaps nach dem Spiel im Interview.
Pajor bringt Barcelona auf Kurs
Nach Wiederanpfiff drehte sich das Spiel. Barcelona kam besser aus der Kabine und ging früh ins Pressing. Die erste große Chance hatte aber Olympique: Hegerberg war frei durch, scheiterte abermals an Cata Coll (51.). Anschließend erhöhte Barcelona den Druck. In der 55. Minute brachte die polnische Starstürmerin Ewa Pajor die Katalaninnen in Führung: Nach einem präzisen Zuspiel von Petri, schob die ehemalige Wolfsburgerin unhaltbar flach links unten rein. Lyon brauchte nicht lange zum Antworten, doch sie scheiterten immer wieder an Barcas Keeperin Cata Coll, die einen harten und präzisen Ball von Vicki Becho (61.) traumhaft parierte. In der 69. Minute sorgte Pajor für die Vorentscheidung: Claudia Pina legte für Brugts ab, deren Hereingabe bis zum zweiten Pfosten durchrutschte. Dort behält Paralluelo die Übersicht und bediente Pajor, die aus kurzer Distanz zum 2:0 abstaubte.
Für Pajor war es ein besonderer Triumph, nachdem sie zuvor bereits fünf Endspiele verloren hatte. Mit elf Saisontoren sicherte sie sich zudem auch die Torjägerkrone.
Paralluelo trifft doppelt und besiegelt den Kantersieg
Mit zunehmender Spielzeit brach Lyon komplett auseinander. Barcelona dominierte Ballbesitz und Zweikämpfe, nutze die Räume die Lyon bei dem Versuch, den Anschluss zu erzielen hinterließ. Für einen kurzen Moment hatte Lyon den Ausgleich auf dem Fuß: Dumornay steckte den Ball auf Tabitha Chawinga (75.) durch, die anschließend frei auf Cata Coll zugelaufen ist. Die eingewechselte Olympique Stürmerin will die Kugel durch die Beine der Keeperin spielen, die noch rechtzeitig ihre Beine zubekommen hat. Lyon wirft jetzt alles nach vorne, kommt aber kaum durch, weil die Katalaninnen keine Lücken mehr bot. Nach erfolgreichen Klärungsaktionen der Katalaninnen müssen die Französinnen zum wiederholten Male neu aufbauen. In der 90. Minute sorgte die eingewechselte Salma Paralluelo für die endgültige Entscheidung: 16 Meter vor dem Tor zieht die Außenstürmerin einfach mal ab und jagte die Kugel kompromisslos oben rechts in den Winkel. Auch Paralluelo schnürt den Doppelpack. In der 90. +3 erhöhte sie dann auf das endgültige 4:0. Lyon war noch einmal weit aufgerückt, weshalb Barcelona viel Platz zum Kontern hatte. Pajor legte im perfekten Moment quer zu Paralluelo, die den Ball gegen die Laufrichtung von Endler flach rechts ins Eck versenkte.
Lyon hält nur eine Hälfte mit
Lyon hielt in der ersten Halbzeit noch mit Barcelona mit doch nach dem Rückstand mangelte es an Stabilität und Konsequenz. Lyon Trainer Jonatan Giráldez bezeichnete nach dem Spiel Barcelonas „überragende zweite Halbzeit“.
Die Niederlage war für den ehemaligen Barca Coach besonders schmerzhaft, da Lyon defensiv erhebliche Schwierigkeiten hatte. Für die deutsche Nationalspielerin Jule Brand endete das Finale trotz einer engagierten Leistung in der Startelf von Lyon ebenfalls enttäuschend. Die Französinnen müssen weiterhin auf ihren neunten Titel warten.
Barcelonas Dominanz im Frauenfußball
Mit dem Sieg bestätigte der FC Barcelona erneut seine Dominanz im europäischen Frauenfußball und zog in der ewigen Bestenliste mit vier Titeln mit Eintracht Frankfurt gleich und liegt nun gemeinsam auf Platz zwei hinter Lyon.
Die außergewöhnliche Entwicklung des Klubs wird durch vier Titel in sechs Jahren verdeutlicht. Insbesondere die junge Generation um Paralluelo, Coll, Ona Batlle und viele mehr lässt darauf schließen, dass die Erfolgsserie Barcelonas noch lange nicht zu Ende ist.
Aufstellungen:
- Barcelona: Coll – Batlle, Paredes, León, Brugts (85. Aicha) – Serrajordi (71. Aitana), Patri, Putellas (86. Kika) – Graham Hansen (62. Pina), Pajor, Paralluelo.
- OL Lyonnes: Endler – Lawrence, Renard, Engen, Bacha – Dumornay, Heaps, Yohannes (72. Shrader) – Becho (66. Chawinga), Hegerberg (66. Katoto), Brand.
Ein Bericht von Maya-Louise Krügel im Modul „Journalistische Darstellungsformen“ im Studium BA-SJ-32-H-VZ-KS.
Quellen:
https://www.sportschau.de/live-und-ergebnisse/ma11787661/liveticker
https://www.kicker.de/barcelona-gegen-lyon-2026-frauen-champions-league-5183493/ticker
https://www.sport.de/news/ne16800800/champions-league-dfb-star-verpasst-koenigsklassen-triumph/
Schlagworte: Ewa Pajor, FC Barcelona, Frauenfußball, Olympique Lyon, Oslo, Womens Champions League





