Fußball
Eine Fußball-WM als Gelddruckmaschine
In wenigen Tagen blickt die ganze Welt nach Nordamerika. Am 11. Juni wird hier im legendären Aztekenstadion das Eröffnungsspiel zwischen Mexiko und Südafrika angepfiffen. Sobald der Pfiff ertönt, sind die Weltmeisterschaften, wie wir sie kennen, Geschichte. Vielmehr verwandeln sie sich in eine maximal effektive Gelddruckmaschine der FIFA und eines bestimmten Mannes.
(Mexiko.) Eigentlich steht das Aztekenstadion für Fußball-Romantik und Tradition. Legenden wie Pelé mit Brasilien oder Maradona mit Argentinien durften hier einst ihre WM-Titel feiern. Doch ausgerechnet in diesem Stadion beginnt diesen Sommer eine WM, die so auf Profit ausgelegt ist, dass für die eigentlichen Emotionen kaum noch Platz bleibt. Es sind so viele Mannschaften wie noch nie, fast doppelt so viele Spiele wie bei der letzten WM und Rekord-TV-Gelder für die FIFA. Präsident Gianni Infantino verkauft es als Chance für die kleinen Nationen, sich auf so einer großen Bühne zu präsentieren. Doch wer die Arbeit von ihm bei der FIFA verfolgt, weiß, dass der Schweizer hier nicht aus Nächstenliebe handelt, sondern in erster Linie um sich und der FIFA die Taschen zu füllen. Und natürlich muss man sagen, dass die Fans auch in gewisser Weise von den vielen Spielen profitieren. Man kann deutlich mehr Spiele live verfolgen und sich die Zeit bis zum nächsten Ligastart etwas besser vertreiben. Man bekommt für sein Geld also deutlich mehr geboten.
Ticketpreise so hoch wie nie
Doch wer denkt, die FIFA hätte hier nur eine Sekunde an die Fans gedacht, sollte sich einmal die Ticketpreise und die sonstigen Kosten rund um ein WM-Spiel anschauen. In der niedrigsten Kategorie würde eine Reise der deutschen Nationalmannschaft bis ins Finale knapp 6.000 € für den Fan kosten. Um zu verdeutlichen, wie absurd die Ticketpreise bei dieser WM sind, kann auch die offizielle Resale-Plattform der FIFA betrachtet werden. Hier werden die nachgefragten Tickets zu horrenden Preisen angeboten. So wurden drei Finaltickets für jeweils 2,3 Millionen Dollar angeboten, obwohl bis jetzt völlig unklar ist, wer dieses Spiel bestreiten wird. Dass die FIFA solche Angebote allerdings nur allzu gerne sieht, verwundert nicht. Bei jedem verkauften Ticket über die Resale-Plattform kassiert die FIFA nochmal zusätzlich 15 % vom Verkäufer und 15 % vom Käufer. Allein beim Verkauf eines dieser Tickets würden also nochmal etwa 700.000 Dollar an den Weltverband gehen.
Zusätzliche Kosten für Fans vor Ort
Neben den Wucherpreisen für die Tickets müssen Fans vor Ort allerdings noch mit weiteren Kosten rechnen. Für einen Parkplatz ruft die FIFA je nach Spiel zwischen 60 und 175 € auf und auch der öffentliche Transport zu den Spielen wird nicht billig. Obwohl die Preise bereits gesenkt worden sind, verlangt beispielsweise der Bundesstaat New Jersey für eine Fahrt, die in der Regel 13 Dollar kostet, während der WM einen Preis von knapp 100 Dollar. Der normale Fußballfan, der bei der WM 2006 noch maximal 600 € für ein Finalticket zahlen musste, ist bei dieser WM also alles andere als erwünscht. Die neue Zielgruppe besteht vielmehr aus wohlhabenden und bekannten Leuten, die vor allem für das Event da sind und nicht wegen des Sports und der Fußball-Romantik.
Intransparenz beim Ticketverkauf
Obwohl das gesamte Thema rund um die Tickets bereits dreist genug ist, hat die FIFA den Bogen kürzlich mit einer weiteren Aktion endgültig überspannt. Wie vor kurzem bekannt wurde, steht der Weltverband im Fokus von Ermittlungen im Falle von betrügerischen Verkaufsmethoden. Einige Fans kauften Tickets auf Grundlage der damals veröffentlichten Stadionpläne. Dabei wurden nicht direkte Plätze erworben, sondern nur Tickets innerhalb einer Kategorie. Im Nachhinein hat die FIFA die Stadionpläne allerdings nochmal neu sortiert. Das hat dazu geführt, dass einige Plätze in neue Kategorien eingeordnet wurden. Somit haben Fans für teurere Kategorien bezahlt, jedoch Tickets der günstigeren Kategorien erhalten. Der Verband begründet das mit der Aussage, dass die Stadionpläne nur als Orientierungshilfe und nicht als exakte Sitzplatzverteilung gedacht waren. Es ist also offensichtlich, dass die FIFA ihre Monopolstellung im Weltfußball einmal mehr schamlos ausnutzt.
Dennoch muss auch gesagt werden, dass die Vorfreude auf so ein großes Turnier weiterhin sehr hoch ist. Für den Zuschauer, der die Spiele sowieso nur von zu Hause aus verfolgen möchte, bietet die WM mehr Spiele und noch mehr Spannung. Damit verbunden dauert die WM dann auch länger. Trotzdem bleibt durch die Preise und die fragwürdigen Aktionen der FIFA ein fader Beigeschmack. Stellt sich die Frage, wie viel Fußball-Romantik in Zukunft noch übrig bleibt, wenn die FIFA weiterhin machen darf, was sie will.
Ein Kommentar von Aaron Mammel (Modul: Journalistische Darstellungsformen Kurs: BA-SJ-32-H-VZ-KS)
https://www.sportschau.de/fussball/fifa-wm-2026/wm-tickets-deutsche-fans-vor-fuenfstelligen-summen,tickets-dfb-wm-fans-100.html
https://www.kicker.de/wm-finaltickets-angebot-fuer-2-3-millionen-us-dollar-1213222/artikel
https://www.sportschau.de/fussball/fifa-wm-2026/fifa-will-fuer-parken-teils-horrende-preise,wm-parken-100.html
https://www.sueddeutsche.de/sport/wm-tickets-preise-fifa-us-justiz-ermittlungen-li.3490272
https://www.sportbuzzer.de/sportmix/wm-finale-ticket-preise-seit-2006-deutlich-teurer-geworden-54D2BAD6AB2C2C5B656C425DEF.html
https://www.kicker.de/bus-und-bahnpreise-zum-wm-finalort-teils-deutlich-gesenkt-1219159/artikel
Schlagworte: Aztekenstadion, Deutsche Nationalmannschaft, FHM, Fifa, Fußball Weltmeisterschaft, Gianni Infantino, Mexiko, Stadionerlebnis, Ticketpreise, Ticketwucher





