Fußball
Von den Königlichen zu den Narren Europas
Bei Real Madrid hängt der Haussegen mal so ordentlich schief. Die einstigen Königlichen werden mit Ende der Saison 25/26 etwas schaffen, was für Real Madrid untypisch ist. Die Madrilenen werden die zweite Saison in Folge keinen Titel in die spanische Hauptstadt bringen. Was bedeutet das für den spanischen Riesen? Folgt jetzt eine Entwicklung wie sie schon einige ehemaligen Giganten Europas erleiden mussten?
(Madrid.) Nach dem verlorenen Clasico gegen den Erzrivalen Barcelona ist es amtlich. Real Madrid wird diese Saison erneut keinen Titel gewinnen. Etwas normalerweise Undenkbares für diesen Verein. Der Verein, der seit 2010 unter anderem sechs Champions-League-Titel und fünf Liga-Titel gewinnen konnte.
Erste Risse gab es Anfang des Jahres. Nach nur 232 Tagen im Amt wurde Xabi Alonso entlassen. Ein Grund dafür dürfte sicherlich sein schwieriges Verhältnis mit Starspieler Vinicius Jr. sein. Die schwierige Beziehung zeigte sich nach der Auswechslung im Clasico im Oktober 2025, bei der der Brasilianer tobte. So etwas gehört sich natürlich nicht für so einen Verein und zog die soeben beschriebenen Spuren nach sich. Ein erster Bruch im Palast der Königlichen.
Im Frühjahr 2026 gab es den nächsten Skandal in Madrid. Eine Petition gegen Mbappe tauchte auf. Sie forderte, dass er den Verein verlassen solle. Es zeigt, was für eine Spannung um den Verein existiert und was für ein Vereinsklima vorherrscht. Zumal Kylian Mbappe auch noch gute Leistungen zeigt. In der laufenden Saison erreicht der Franzose stolze 47 Scorer in 41 Spielen. Aufgrund einer Verletzung fiel er zuletzt aus und verbrachte seine freie Zeit in Italien. Erst kurz vor Spielbeginn landete er in Madrid. Das machte die Fans anscheinend extrem sauer.
Im Mai 2026 dann der große Knall. Im Februar soll der deutsche Nationalspieler Antonio Rüdiger dem jungen Spanier Alvaro Carreras ins Gesicht geschlagen haben. Jedoch soll dieser Vorfall bereits geklärt worden sein. Im Mai ereignete sich dann jedoch der nächste Skandal. Fede Valverde musste nach einer Auseinandersetzung mit Aurelien Tchouameni ins Krankenhaus eingeliefert werden. Der Uruguayer war infolge eines heftigen Streites mit dem Kopf aufgeschlagen und zog sich ein Schädel-Hirn-Trauma zu. Infolge dieser Verletzung steht er bis zu zwei Wochen nicht zur Verfügung. Beide Spieler erhielten eine Strafe von 500 Tausend Euro.
Das alles zeigt: Die Mannschaft von Real Madrid ist keine Mannschaft, es ist eine Gruppe von Einzelakteuren und Charakteren, die offensichtlich nicht zusammenpasst. In diesem Umfeld, in dem einzelne Spieler größer sind als Trainer, siehe Xabi Alonso, kann kein Erfolg entstehen.
Der Trainer, der die Kabine wieder einigermaßen in den Griff bekommen soll, scheint gefunden zu sein. Transferjournalisten wie Fabrizio Romano berichten: Die Wahl soll auf Jose Mourinho gefallen sein. Der Portugiese, der bereits von 2010 bis 2013 den Hauptstadtklub trainierte, könnte bald wieder an der Seitenlinie des Bernabeus stehen. Die Frage, die sich hier jedoch stellt, ist: Hat es „The Special One“ noch drauf oder ist er mittlerweile eher „The Normal One“? Seine letzten Stationen waren nämlich nicht wirklich erfolgreich. Seinen letzten Titel konnte er 21/22 mit der Roma gewinnen. In diesem Fall handelt es sich um die Conference-League. Den letzten relevanten Titel gewann er 14/15 mit Chelsea. Dort gewann er die Premier League. Wenn man Jose Mourinho aber eins zutrauen kann, dann, Startruppen im Zaun zu halten. Er coachte schließlich schon Vereine wie Manchester United, Chelsea, Real Madrid, Inter Mailand und die Tottenham Hotspur.
Egal welcher Trainer in der nächsten Saison auf der Trainerbank sitzt, er benötigt einen besseren Kader, vor allem einen fitteren Kader. Militao machte 36% der möglichen Spielminuten in LaLiga, Rüdiger 44%, Alaba acht Prozent, Carvajal 25% und Rodrygo 21%. Klar, Horrorverletzungen wie der Kreuzbandriss bei Rodrygo können passieren, jedoch ist die Verletzungshistorie vor allem in der Abwehr in dieser Saison zu groß. Dort muss zwingend etwas passieren. Aber auch Charakter-Clashes wie bei Tchouameni und Valverde dürfen in der nächsten Saison nicht mehr existieren. Dazu muss man sich überlegen, was man mit den Ego-Spielern wie Vinicius und Mbappe in Zukunft macht. Dann wird sich zeigen, ob die Königlichen zum Narren geworden sind, oder ob sie wieder zur royalen Elite aufsteigen können.
Eine Kommentar von Paul Rieksneuwöhner im Modul „Journalistische Darstellungsformen“ im Studium BA-SJ-32-H-VZ-KS.
Quellen:
Instagram (liveherewego): https://www.instagram.com/p/DX_ILMGiMYp/
Instagram (Fabrizio Romano): https://www.instagram.com/p/DYMZ1AjjAhf/?img_index=1
Sky Sport: https://sport.sky.de/fussball/artikel/die-gruende-fuer-das-real-aus-von-xabi-alonso/13493604/34240
Transfermarkt (Real Madrid/Kader): https://www.transfermarkt.de/real-madrid/kader/verein/418/saison_id/2025
Transfermarkt (Jose Mourinho/Trainerprofil): https://www.transfermarkt.de/jose-mourinho/stationen/trainer/781
Schlagworte: Alvaro Carreras, Antonio Rüdiger, Aurelien Tchouameni, FC Barcelona, Fede Valverde, Florentino Perez, José Mourinho, Kylian Mbappe, Real Madrid, Xabi Alonso




