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Einzug ins DFB-Pokal Halbfinale geglückt – Bayer bezwingt Union Berlin mit 3:1

Bayer Leverkusen besiegt die Eisernen aus Berlin im DFB-Pokal Viertelfinale mit 3:1 (0:1). Nach einer schwachen ersten Halbzeit dreht die Elf von Peter Bosz im zweiten Durchgang auf und wird schlussendlich der Favoritenrolle gerecht.

Veröffentlicht am 05. März 2020 von

(Leverkusen.) Das dritte Aufeinandertreffen in der Saison: Bayer Leverkusen empfing den 1. FC Union Berlin zum DFB-Pokal Viertelfinale in der BayArena. Vor rund 18.500 Zuschauern wollten beide Mannschaften alles daransetzen, ins Halbfinale einzuziehen und sich die Chancen für das berühmtberüchtigte Finale im Berliner Olympia Stadion zu sichern.

Bayer-Trainer Bosz nahm im Vergleich zum Remis in Leipzig lediglich zwei Änderungen vor. Charles Aranguiz und Daley Sinkgraven rückten für den jungen Exequiel Palacios und Wendell in die Startelf. Auf eine größere Rotation verzichtete Bosz, der sich bereits öffentlich zur Wichtigkeit des Wettbewerbs äußerte.

Union-Trainer Urs Fischer, der mit seiner Mannschaft auf einem guten Weg zum Saisonziel Klassenerhalt ist, rotierte seine Elf auf fünf Positionen. Unter anderem nahmen Kapitän Trimmel und Top-Torjäger Sebastian Andersson vorerst auf der Bank platz.

Aufstellungen:

Bayer Leverkusen (3-4-3): Hradecky- Tah (46. Diaby), S. Bender, Tapsoba- Amiri (46. Weiser), Aranguiz, Demirbay, Sinkgraven – Havertz, Alario, Bailey (69. Bellarabi)

Union Berlin (5-4-1): Gikiewicz- Ryerson, Friedrich, Schlotterbeck, Parensen, Lenz – Bülter (74. Trimmel), Prömel (82. Kroos), Andrich, Ingvartsen – Ujah (70. Andersson)

 

Union beginnt mutig – Leverkusen erneut ideenlos

Die erste Viertelstunde der Partie gehörte klar den Gästen aus Köpenick. Wie auch im Ligarückspiel fand die Werkself wenige Lösungen, die Abwehrreihe der Gäste unter Druck zu setzen. Die ersten beiden Chancen gehörten folglich den Unionern. Ujah brachte aus spitzem Winkel nicht genug Druck hinter den Ball (3.), Bülter scheiterte aus kurzer Distanz per Kopf an Hradecky (11.). Nach gut 20 Minuten beruhigte sich nicht nur das Spiel, sondern auch die Atmosphäre. Beide Fanlager stellten den Support auf Grund eines medizinischen Notfalls im Stadion ein. Auf dem Feld geschahen kaum offensive Aktionen beider Mannschaften. Bayer hatte wie erwartet mehr Ballbesitz, konnte jedoch keine zwingende Chance erspielen. Die Eisernen waren bemüht in der Defensive kompakt zu stehen und die konteranfällig wirkende Dreierkette der Leverkusener zu überrumpeln.

Ingvartsen nickt ein – Pausenführung für die Gäste

Mitten in die gespenstische Atmosphäre des Stadions, kam vor der Pause der erste Torschrei aus dem Gästeblock. Nach starker Flankenvorlage von Marius Bülter segelte der Ball punktgenau auf Marcus Ingvartsen. Der Däne behielt die Übersicht und köpfte ins linke Eck zur Führung der Gäste (39.). Nach dem Tor bekommen auch die eingesetzten Sanitäter ihren Beifall von der Tribüne. Sowohl die Bayer-Anhänger, als auch die lautstark präsenten Unioner peitschten ihr Team wieder nach vorne. Sportlich passierte bis zur Pause wenig. Die bekannte Effektivität der Berliner brachte eine 1:0 Pausenführung mit sich.

Bosz stellt um – Bayer deutlich gefährlicher

In der Halbzeit wechselte Bosz wie bereits im Ligarückspiel bei den Köpenickern vor drei Wochen doppelt. Mitchell Weiser kam für den angeschlagenen Nadiem Amiri, der formstarke Franzose Moussa Diaby ersetzte Jonathan Tah. Bayer stellte somit hinten auf eine Viererkette um. Vorne sollten durch Diaby und die veränderte Formation neue Impulse gesetzt werden. Bereits zwei Minuten nach der Pause hat Diaby seine erste Aktion. Parensen und Gikiewicz konnten den flinken Flügelspieler in letzter Sekunde mit vereinten Kräften stoppen (47.). Bayer zeigte mehr Wille und Bereitschaft als noch im ersten Durchgang, weitere Anläufe von Havertz (48.) und Diaby (59.) konnten vor der Gefahrenzone vereitelt werden. Einer der Dauerbrenner der Eisernen, Robert Andrich, fasste sich nach 64. Minuten ein Herz und schoss die Kugel aus 25 Metern knapp am rechten Winkel vorbei. Dies wäre sein vierter Treffer im laufenden Wettbewerb gewesen.

Lenz sieht gelb-rot – Leverkusen dreht das Spiel

Der bereits mit gelb vorbelastete Christopher Lenz will sich am gegnerischen Strafraum den Ball zurückerobern und trifft Charles Aranguiz hart an der Wade. Schiedsrichter Benjamin Cortus zögerte nicht lange und zeigte dem laufstarken Linksverteidiger die zweite gelbe Karte (71.). Union hatte nun mit einem Mann weniger eine Monster-Aufgabe zu bewältigen. Kurz nach dem Platzverweis konnte der eingewechselte Karim Bellarabi einen Steckpass von Kapitän Havertz platziert an den rechten Innenpfosten schießen. Von dort aus gelang der Ball hinter die Linie zum umjubelten Ausgleich für die Hausherren (72.). Union wirkte zunehmend kraftloser und desorientiert in der Hintermannschaft. Weitere Großchancen der Werkself durch Bender (79.) und Demirbay (84.) blieben erfolgslos. Schließlich war es ein Standard von Kerem Demirbay, der Bayer auf die Siegerstraße brachte: Die Ecke flog auf den Kopf vom kleingewachsenen Charles Aranguiz, der den Ball unbedrängt ins linke Eck köpfen konnte (86.). Der Wille, den Ausgleich zu erzielen war Union anzumerken, die Kraft und Präzision ging jedoch verloren. So hatte Kai Havertz zu Beginn der dreiminütigen Nachspielzeit die Entscheidung auf dem Fuß. Sein Lupfer landete jedoch auf dem Kasten von Gikiewicz (90.+1). Nach einem erneuten Ballverlust in der Offensive, gerieten die Gäste in den nächsten Konter. Drei Leverkusener liefen auf den Keeper der Rot-Weißen zu, Verteidiger Marvin Friedrich kam nicht mehr entscheidend hinterher. Bellarabi legte quer auf Diaby, der Gikiewicz umkurvte und zum 3:1 einschoss (90.+2). Das Spiel war entschieden. Cortus pfiff ab und Favorit Leverkusen steht im Halbfinale des DFB-Pokals.

Union mit vollem Fokus auf den Ligabetrieb – Was erwartet die Rheinländer im Halbfinale?

Die Köpenicker reisen von Leverkusen aus direkt weiter nach Freiburg, wo das nächste Ligaspiel ansteht. Die Mission Klassenerhalt ist auf einem guten Weg, das Halbfinale im DFB-Pokal wäre ein schöner Bonus gewesen. Jetzt geht es für die Berliner darum, die Kräfte für die letzten zehn Spiele der Bundesliga zu bündeln und sich weiter Richtung Saisonziel zu arbeiten.

Bayer Leverkusen ist der ersehnte Einzug ins Halbfinale geglückt. Ebenfalls im Wettbewerb ist der Underdog 1. FC Saarbrücken, sowie die Eintracht aus Frankfurt und der FC Bayern München. Ehe es zum Europa League Achtelfinal-Hinspiel nach Glasgow geht, empfängt die Werkself am 25. Spieltag der Bundesliga Eintracht Frankfurt.

 

Tom Ediger, Sportmarketing & Sportjournalismus

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Schlagworte: 1. Fc Union Berlin, BayArena, Bayer 04 Leverkusen, DFB-Pokal, Eisern, Sieg, Viertelfinale

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Datum: 05. März 2020
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