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Endstation Inter Mailand – Bayer 04 scheitert im Viertelfinale der Europa League

Bayer 04 Leverkusen verliert im Viertelfinale der Europa League mit 1:2 (1:2). Mailand-Stürmer Roemelu Lukaku war in der Düsseldorfer Merkur Spiel-Arena der Mann des Abends.

Veröffentlicht am 11. August 2020 von

(Düsseldorf.) Zum Viertelfinale des Corona-geschuldeten Blitzturniers trafen in Düsseldorf Inter Mailand und Bayer 04 Leverkusen aufeinander. Bayer setzte sich zuletzt im Achtelfinale souverän gegen die Rangers aus Glasgow durch, Inter schlug den FC Getafe zweimal. Die Mailänder stellten die beste Abwehr der diesjährigen Serie A und haben in Person von Romelu Lukako und Lautaro Martinez eins der gefährlichsten Sturmduos Europas.

Peter Bosz musste Lenker und Denker Charles Aranguiz ersetzen, der eine Gelbsperre abzusitzen hatte. Julian Baumgartlinger rückte für ihn ins zentrale Mittelfeld neben Palacios. Zudem ersetzte Kerem Demirbay, der seine Gelbsperre gegen Glasgow abgesessen hatte, Florian Wirtz im zentral offensiven Mittelfeld. Zudem verletzte sich Sven Bender beim Aufwärmen, Jonathan Tah rückte für ihn neben Tapsoba in die Innenverteidigung.

Aufstellungen: 

Inter Mailand (3-5-2): Handanovic – Godin, de Vrij, Bastoni (84. Skriniar) – d´ Ambrosio (59. Moses) – Barella, Brozovic, Gagliardini (59. Eriksen), A. Young – Lukaku, Martinez (64. A. Sanchez)

Bayer Leverkusen (4-2-3-1): Hradecky – L. Bender (85. Bellarabi), Tah, Tapsoba, Sinkgraven (68. Wendell) – Baumgartlinger (68. Amiri), Palacios (59. Bailey) – Havertz, Demirbay, Diaby – Volland (85. Alario)

 

Inter gibt den Ton an – Barella trifft technisch stark

In den ersten Minuten der Partie zeigte Inter, in welche Richtung die Partie laufen soll. Mit schnellen und präzisen Kombinationen deuteten die Italiener ihre Klasse früh an. Besonders der physisch starke Romelu Lukaku behauptete jegliche Anspiele, zog dabei meist mindestens einen Verteidiger auf sich und leitete die Bälle punktgenau weiter. In der 15. Minute spielete Ashley Young den bulligen Belgier im Strafraum der Leverkusener an. Lukaku schirmte den Ball überragend gegen Tapsoba ab und suchte sofort den Abschluss. Sein geblockter Schuss landete auf dem Fuß vom Nicolo Barella, der den Ball aus rund 16m mit dem Außenrist ins lange Eck schlenzte. Eine technisch sehr starke Aktion vom zentralen Mittelfeldmann der Mailänder. Fünf Minuten später kam es zur nächsten guten Chance für die Mannschaft von Antonio Conte. Martinez tankte sich über die rechte Seite durch und legte den Ball zurück auf Barella. Der Torschütze zum 1:0 konnte den Ball aus gut acht Metern jedoch nicht genug platzieren.

Lukaku belohnt sich – Havertz macht den Anschluss

Nur Sekunden nach der vergebenen Chance von Barella, zappelte der Ball zum zweiten Mal im Netz von Bayer Leverkusen. Wie schon beim 1:0 bediente Ashley Young den wuchtigen Lukaku im Sechzehner mit einem flachen, harten Zuspiel. Lukaku setzte sich körperlich erneut unnachahmlich gegen Tapsoba durch und schob den Ball im Fallen vorbei an Hradecky (21.). Das 2:0 verunsicherte die Werkself nun vollkommen. zwei Minuten später bot sich erneut Lukaku die Großchance zum 3:0. Diesmal scheiterte er jedoch am stark parierenden Lukas Hradecky (23.). Stattdessen musste plötzlich Inter-Keeper Handanovic hinter sich greifen. Nach einem starken Doppelpass zwischen Volland und Havertz, war letzterer plötzlich frei im Strafraum der Italiener. Bayers Shooting-Star schaute Handanovic aus und schoss ihm den Ball wuchtig durch die Beine zum 1:2 (25.). Eine extrem wichtige Antwort für die in der Phase leicht überforderten Leverkusener.  Nun ging es Schlag auf Schlag. Inter arbeitete sich erneut in den Starfraum der Rheinländer, wo eine Flanke von D´ Ambrosio vermeintlich den Arm von Sikgraven berührte (26.). Schiedsrichter Carlos del Cerro Grande zeigte, ohne zu zögern, auf den Punkt. Nach Absprache mit dem VAR und einem genaueren Blick auf die Szene nahm er seine Entscheidung zurück, da Sinkgraven den Arm rechtzeitig angelegt hatte und der Ball nur die Schulter berührte. Die fahrige Partie beruhigte sich in der Folge etwas, sodass es bis zur Halbzeitpause nur in Ansätzen gefährlich wurde, jedoch auf beiden Seiten keine weiteren Torchancen entstanden. Mit dem Spielstand von 2:1 für die Favoriten aus Mailand ging die Partie in die Halbzeitpause.

Bayer kommt mutiger aus der Kabine

Die ersten Minuten nach Wiederanpfiff verliefen etwas unkontrolliert. Bayer war gezwungen, im Laufe der zweiten Hälfte mehr zu investieren und mutiger zu werden. Zwar hatte die Mannschaft von Bosz nun mehr Anteile und gingen bissiger in die Zweikämpfe, gefährlich wurde es dennoch wieder auf der anderen Seite. Ein schnell ausgeführter Freistoß überrumpelte die Leverkusener Hintermannschaft. Die Flanke des freistehenden Martinez konnte Hradecky entschärfen (52.). Peter Bosz reagierte in der 59. Minute erstmals und brachte Leon Bailey für Palacios. Demirbay rückte auf die Palacios Position, Havertz hinter Kevin Volland und Bailey ging auf den rechten Flügel. Das Leverkusener Spiel sollte somit an Schnelligkeit und Flexibilität gewinnen. In der 66. und 75. Minute hielt Bayer-Keeper Hradecky sein Team zuerst gegen Sanchez und aus kurzer Distanz gegen Moses stark im Spiel. Bayer fehlte es an Ideen im letzten Drittel, bis dahin lief der Ball schnell und ordentlich. In den entscheidenden Momenten war jedoch immer ein Bein im Weg. In der 79. Spielminute gelang Kai Havertz fast der wichtige Ausgleichstreffer. Nach einer scharfen Flanke von Leon Bailey verpasste der deutsche Nationalspieler nur um Zentimeter den Ball.

VAR greift erneut ein – Inter verteidigt stark und bringt den Sieg ins Ziel

Die letzten zehn Minuten warf Bayer nochmal alles in die Partie, Bosz wechselte mit Amiri, Bellarabi und Alario ausschließlich offensiv. Inter ließ sich vermehrt hinten reindrängen und lauerte auf Konter. Einer dieser Konter mündete beim Mann des Abends, Romelu Lukaku, der von Tapsoba stark beackert wurde und eine Ecke rausholen konnte (84.) Bayer fand weiterhin keine Wege durch die kompakte Abwehr der Schwarz-Blauen, sodass es zu einigen Ballverlusten und Kontergelegenheiten für Inter kam: Barella und Eriksen spielten einen Doppelpass im Leverkusener Strafraum. Dabei ist Barella nach einem leichten Rempler von Bellarabi zu Fall gekommen. Auch Eriksen ging nach einem Kontakt am Fuß zu Boden, woraufhin Del Cerro Grande erneut auf den Punkt zeigte. Auch diese Szene wurde ausführlich vom VAR gecheckt und schließlich korrigiert. Barella hatte auf dem Boden den Ball entscheidend mit der Hand berührt. Nach dem neuen Regelwerk ist eine solche Situation strafwürdig. Die zweite korrekte Korrektur durch den VAR und die Chance für Bayer, noch einmal zurückzukommen.  Letzte Flanken von Amiri und Demirbay blieben unverwertet, sodass der Unparteiische nach siebenminütiger Nachspielzeit abpfiff.

Inter weiterhin auf Kurs – Bayer verabschiedet sich aus der Saison

Inter Mailand steht somit im Halbfinale des in NRW ausgetragenen Blitzturniers der Europa League. Dort wartet der Sieger aus dem Spiel FC Basel gegen Schachtar Donezk. Beide Teams sollten im Normalfall kein Stolperstein auf dem Weg ins Finale sein.

Bayer hingegen verabschiedet sich somit auch aus dem dritten Wettbewerb und blickt auf eine ordentliche Saison zurück. Nächstes Jahr gilt es erneut, in der Europa League anzugreifen und in der Bundesliga um die Champions League Ränge zu spielen. Das diesjährige, verlorene DFB-Pokal Finale soll auch nächstes Jahr der Anspruch sein. Es bleibt abzuwarten was nun rund um die Personalie Kai Havertz passiert und wie Bayer personell auf dem Transfermarkt nachlegen kann.

 

 

Tom Ediger, Sportmarketing & Sportjournalismus

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Schlagworte: Bayer 04, Bayer 04 Leverkusen, Blitzturnier, Europa League, Inter Mailand, Kai Havertz, Romelu Lukaku, Viertelfinale

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Datum: 11. August 2020
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