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NFL und NFLPA einigen sich

Einen Monat vor dem geplanten Saisonstart haben sich NFL und NFLPA auf einen Rahmenkatalog bezüglich des Ablaufes geeinigt. Durch die immer noch hohen Infektionszahlen des Covid-19 Virus in den USA verständigten sich Liga und Gewerkschaft unter anderem auf eine komplette Absage der Vorbereitungsspiele. Die Trainingscamps hingegen sollen wie geplant statt finden, wenn auch mit Anpassungen. Trotz der Einigungen könnte ein Nachwuchstalent den Saisonstart trotzdem verpassen. Auch auf ein paar Stars der Liga werden die fans verzichten müssen.

Veröffentlicht am 29. Juli 2020 von

(New York.) Der Streit um den Saisonstart der NFL am 10. September scheint geklärt. Am letzten Freitag einigten sich die National Football League und die Spielergewerkschaft der NFL, die NFLPA, laut der Nachrichtenagentur AP auf einen Rahmenkatalog für die Saisonvorbereitung. Die wichtigste Einigung aus den Verhandlung stellt die komplette Absage der Vorbereitungsspiele im August dar. Des Weiteren umfasst der Katalog eine Verkleinerung des Kaders in der Saisonvorbereitung von 90 auf 80 Spieler. Die Trainingsmannschaft, das Practice Squad, wird hingegen von zwölf auf 16 Spieler erweitert. Eine „Corona-Reserved“ Liste für infizierte Spieler wird außerdem ins Leben gerufen. Für den Ablauf des Trainingscamps wurde ein strenger Ablaufplan entwickelt.

Strenger Ablaufplan für Trainingscamp 

Um hohe interne Infektionen in einem Team zu verhindern, wurde der Ablaufplan für das Camp sehr streng gestaltet. Am 28. Juli starten die Teams in das Trainingscamp. Lediglich der amtierende Super Bowl Sieger Kansas City Chiefs und die Houston Texans durften das Camp schon am 25. August beginnen. Beide stehen sich am 10. September im Eröffnungsspiel der NFL Saison gegenüber. Die ersten beiden Tage werden genutzt um die Spieler auf Covid-19 zu testen und virtuelle Meetings abzuhalten. Ab dem fünften Tag dürfen alle negativ getesteten Spieler in die Anlagen der Teams und den regulären Medizincheck abhalten. Außerdem werden die Spieler die nächsten zwei Wochen jeden Tag getestet. Die Ausrüstung wird ebenfalls angepasst. Danach beginnen die Teams mit Trainingseinheiten, bei denen der Fokus auf Kraft und Ausdauer gelegt wird. Auch das theoretische Durchgehen von Spielzügen, sogenannte Walk- Throughs, ist erlaubt. Vom 12. bis zum 16. August dürfen die Teams wieder auf den Platz. Jedoch finden diese Einheiten ohne Pads und damit auch ohne Kontakt statt. Die vier Einheiten dürfen eine maximale Länge von 3,5 Stunden haben. Davon dürfen Wiederrum nur zwei Stunden für das Training auf dem Platz genutzt werden. Der Rest soll wieder für Walk- Throughs genutzt werden. Ab dem 17. August findet dann das gewohnte Trainings mit Helm und Pad statt. Auch Kontakt ist wieder erlaubt. Bis zum 5. September dürfen insgesamt 14 Kontakteinheiten stattfinden. Die Einheiten starten mit einer Länge von 90 Minuten. Von Einheit zu Einheit wird die Trainingszeit um 15 Minuten erweitert.

Am 5. September enden die Trainingscamps der Teams. An diesem Tag muss der 80 Mann starke Kader auf eine Größe von 53 Spieler verkleinert werden. Dafür haben die Teams bis 22 Uhr Ortszeit Zeit. Außerdem müssen die 16 Spieler des Practice Squad festgelegt werden. Am 7. September startet dann mit 53 Spielern pro Team die Vorbereitung auf den ersten Spieltag der NFL Saison 2020.

Kleinere Kader- größere Chance? 

Neben dem genauen Ablauf der Trainingscamps einigten sich NFL und NFLPA auch auf eine Verkleinerung des Kaders der Teams. Normalerweise dürfen Teams während der Trainingscamps 90 Spieler im Kader haben. Dieser muss bis zum Start der Saison auf 53 Spieler verkleinert werden. Dies geschieht wie bereits erwähnt bis zum 5. September 22 Uhr. Soweit der Ablaufplan im Normalfall. Durch die immer noch starke Ausbreitung des Coronavirus in den USA einigten sich Liga und Gewerkschaft darauf, den Kader auf 80 Spieler zu Beginn der Trainingscamps zu verkleinern. Diese Änderung betrifft vor allem ungedraftete und junge Spieler, die sonst im Trainingscamp um ihren Platz im Kader treffen. Jedoch haben diese Spieler durch zwei weitere neue Regelungen eine bessere Chance es in den Kader eines Teams zu schaffen, wenn sie den ersten Cut von 90 auf 80 Spieler überstehen. Denn im Rahmen der Verhandlungen wurde sich darauf geeinigt, das Practice Squad von 12 auf 16 Spieler zu erweitern. Das Practice Squad bezeichnet die Trainingsmannschaft der NFL Teams. Die Spieler aus dieser Gruppe nehmen am Training des Teams teil, gehören aber nicht zum Spielkader.

Die Erweiterung des Practice Squad bezieht sich direkt auf die Schaffung der sogenannten „Corona-Reserved-List“. Diese Liste stellt eine Ergänzung zur „Injured Reserved Liste“ dar, die Teams nutzen können um den Kaderplatz eines schwer verletzten Spielers für die Saison neu besetzen zu können, ohne den verletzten Spieler entlassen zu müssen. Auf der „Corona-Reserved-List“ landet ein Spieler, wenn er oder seine Familie positiv auf das Covid-19 Virus getestet wird. Das Team kann den Platz im Kader in dieser Zeit neu besetzen und dabei auf die Spieler aus dem Practice Squad zurück greifen.  Wird der infizierte Spieler negativ getestet, erhält er sofort seinen Kaderplatz zurück. Somit wird eine Welle von Entlassungen verhindert und vor allem junge Spieler könnte so eine Chance bekommen sich zu beweisen.

Vikings „verlieren“ Nachwuchstalent

Wie NFL Insider Ian Rapaport auf Twitter berichtete, gab es am gestrigen Abend den ersten Fall eines Spielers, der auf dieser Corona Liste gelandet ist. Vikings Passempfänger und Nachwuchstalent Justin Jefferson wurde positiv auf das Virus getestet. Zuvor war mit Eric Sugarman der zuständige Athletiktrainer für die Coronatests des Teams ebenfalls positiv auf das Virus getestet wurden. Die Vikings reagierten vorbildlich und unverzüglich und packten Jefferson auf die Corona Liste der NFL. Ob das Nachwuchstalent dadurch den Saisonstart verpassen wird, ist noch unklar. Selbst wenn Jefferson rechtzeitig wieder gesund werden sollte, könnte sein Trainingsrückstand einen Start ab dem ersten Spiel verhindern.

Andere Spieler hingegen haben bereits bekannt gegeben, dass sie auf eine Teilnahme an der Saison 2020 aus gesundheitlichen Gründen verzichten werden. Der prominenteste unter ihnen ist Chiefs Offensive Line Spieler und Super Bowl Sieger Laurent Duvernay-Tardif. Tardif besitzt einen Doktor der Medizin und arbeitete seit dem Ausbruch des Coronavirus zu Beginn des Jahres als Aushilfsarzt in einem Krankenhaus in seiner Heimat Montreal in Kanada. Nun gab Tardif bekannt, dass er vor hat dies auch weiter zu tun und somit auf eine Teilnahme an der NFL Saison 2020 verzichtet. Wie andere Spieler auch nutzt er dafür die sogenannte „Opt-Out-Option“, die es Spielern erlaubt bei Verzicht auf einen Großteil des Gehalts für die Saison zu verzichten und dafür nicht spielen zu müssen.

Keine „Bubble“ wie NBA

Corona beeinflusst die NFL genauso wie alle anderen Sportarten in den USA. Der Fahrplan für die Saisonvorbereitung ist nun festgelegt wurden. Unklar bleibt weiterhin, ob der Plan der NFL aufgehen wird und die Saison 2020 vollständig gespielt werden kann. Eine sogenannte „Bubble“, wie es die NBA oder NHL Platz wird es jedoch für die NFL nicht geben. Eine solche „Bubble“ sieht vor, dass die Spieler, Trainer und alle anderen Zugehörigen des Teams auf einem Gelände isoliert werden und dort die Saison in einem Turniermodus beenden. So veranstaltet die NBA zum Beispiel ein solches Turnier in Disney Land in Orlando. Gegenüber ESPN verneinte Allen Solls, Medienverantwortlicher der NFL, solche Pläne. Viel mehr wolle die NFL bei positiven Test schnell und effizient reagieren. Das sie das kann, hat sie im Fall der Minnesota Vikings bereits unter Beweis gestellt.

NFL mit Fans im Stadion?

Manche Fragen bleiben jedoch weiter offen. Zum Beispiel die Frage, ob es 2020 Fans in den Stadien geben wird. Hier fehlt noch ein einheitliches Konzept. Während die Stadt New York den heimischen Jets und Giants bereits Fans im Stadion untersagt hat, planen die Baltimore Ravens unabhängig von den Konzepten mit maximal 20.000 Zuschauern im Stadion. Die NFL wird sich nun dieser Frage widmen müssen. Wenn fans ins Stadion sollen, muss ein geeignetes Hygienekonzept entwickelt werden.

Für einen Saisonstart hingen hat die NFL nun die weichen gestellt und ein durchdachtes Konzept erarbeitet, welches bereits erste kleiner Erfolge verbuchen konnte. Die offenen Fragen gilt es aber noch zu klären. Bis zum Eröffnungsspiel der Kansas City Chiefs gegen die Houston Texans am 10. September 2020 muss dies passiert sein. Denn nach aktuellem Stand sieht es danach aus, dass es auch 2020 eine NFL Saison geben wird.

Halten die NFL Fans in Deutschland einen Saisonstart für sinnvoll?

Timm Ottenberg, Sportjournalismus & Sportmarketing (BA-SJ-14-H-VZ)

Quellen:

nach-liga-einigung-so-funktioniert-die-nfl-saison-im-zeichen-von-corona-ftr.html

https://www.kicker.de/780098/artikel/nfl_verzichtet_2020_auf_preseason_spiele

https://www.ran.de/us-sport/nfl/nfl-news/nfl-stellt-teams-spezielle-ir-liste-fuer-corona-infizierte-zur-verfuegung-153508

https://www.espn.com/nfl/story/_/id/29548201/nfl-no-current-plans-go-bubble-chief-medical-officer-says

https://www.ran.de/us-sport/nfl/nfl-news/auch-ravens-profi-thomas-setzt-nfl-saison-aus-153605

https://twitter.com/rapsheet?lang=de

https://apnews.com/75e50eaea3cf35e232e9e02be3c63b32


Schlagworte: Baltimore Ravens, Bubble, Chiefs, Corona, Justin Jefferson, National Fottball League, NBA, New York Giants, New York Jets, NFL, NFL Preseason, NFL Saison 2020, NFLPA, NHL, Practice Squad, Preseason, Texans, Trainingcamp, Vikings

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Datum: 29. Juli 2020
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