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Handball

Wenn nicht jetzt, wann dann?!?

Köln. Der Januar des kommenden Jahres 2019 soll ein ganz besonderer werden, zumindest für alle, die mit der deutschen Nationalmannschaft im Handball mitfiebern. Nach dem Wintermärchen von 2007 soll es im nächsten Jahr am besten nochmal klappen, Weltmeister zu werden. Denn: Die 26. IHF-Handballweltmeisterschaft der Männer steigt erneut in Deutschland, zumindest ein großer Teil davon.

Veröffentlicht am 27. August 2018 von

In 138 Tagen ist es also wieder soweit! Nach 1961, 1982 und 2007 wird es wieder eine Handball-Weltmeisterschaft auf deutschem Boden geben. Gemeinsam mit Nachbarland Dänemark gelang es, sich gegen namhafte Mitbewerber aus Polen, Norwegen und Schweden durchzusetzen. Das Event wird zwischen dem 10.-27.01.2019 ausgetragen. Hassan Moustafa, Präsident des Handball-Weltverbands IHF: „Ich hoffe darauf, dass wir bei einer WM in diesen zwei großen Handballnationen viele Rekorde brechen werden, für das Marketing, für die Zuschauer und auch für die TV-Quoten.“

Deutsche Spielorte sind dabei Köln, München, Berlin und Hamburg. Während die deutsche Mannschaft ihre möglichen Hauptrunden Partien in der Kölner Lanxess Arena austragen wird, bekam Berlin, genau wie 2007, das Eröffnungsspiel zugesprochen. Hamburg wird Spielort der Halbfinale sein. Weitere Spielorte sind Hering und Kopenhagen (beides Dänemark). In letztgenannter Stadt wird es Ende Januar dann um die Medaillen gehen (Finale & Spiel um Platz 3).

Deutsche Hammergruppe

Bis zu diesen möglichen Medaillenspielen ist es für die Auswahl von Bundestrainer Christian Prokop jedoch noch ein steiniger Weg, auf dem das Team gleich in der Vorrunde schwierigen Gegnern begegnen wird. Mit Russland, Frankreich, Serbien, Brasilien und Korea erwischte die deutsche Mannschaft bei der Auslosung in Hering vergangenen Monat die Hammergruppe des Turniers. Allein Titelverteidiger Frankreich wird die Deutschen vor eine harte Probe stellen. Die Equipe Tricolore gewann vier der letzten fünf Weltmeisterschaften und startet auch bei der kommenden WM als klarer Favorit ins Turnier. „Die Franzosen sind natürlich ein Gegner, gegen den man immer ans Maximum gehen muss“, sagte Prokop und warnte gleichzeitig aber auch vor vermeintlich leichteren Gegnern wie Brasilien: „Wir müssen aufpassen, sie kommen immer mit viel Geschwindigkeit.“ Nichtsdestotrotz sollte die Vorrunde nur ein Zwischenstopp für die DHB-Auswahl sein. Beim Heimturnier wollen sich die „Bad Boys“ (Spitzname der Europameistermannschaft von 2016) auch endlich wieder als diese präsentieren. Nach dem EM-Gewinn in Polen und der anschließenden Bronze-Medaille bei den Olympischen Spielen 2016 in Rio, folgten größtenteils enttäuschende Auftritte bei Welt- und Europameisterschaften, wo jeweils frühzeitig Schluss war. Trotz der Misserfolge hielt der Deutsche Handballbund (DHB) an Trainer Prokop fest und sieht ihn nach wie vor als den richtigen Mann, um Deutschland bei der kommenden Heim-WM zu einer Medaille führen zu können. Wie weit es am Ende für das DHB-Team wirklich gehen kann, ist schwer zu prognostizieren. Ein großer Vorteil gegenüber der Konkurrenz könnte jedoch der Heimvorteil sein. Wie schon 2007 werden Deutschlands Handballer auch im kommenden Jahr wieder auf lautstarke Unterstützung von den Rängen bauen können.

Handball-Mekka Kiel geht leer aus

Etwas überrascht zeigten sich einige Verantwortlichen aus der deutschen Bundesliga bei der Bekanntgabe der deutschen Spielorte in diesem Sommer. Anders als bei der letzten Weltmeisterschaft in Deutschland, wird die norddeutsche Handball – Hochburg Kiel etwas überraschend kein Spielort sein. Dementsprechend groß war die Enttäuschung bei Kiels Geschäftsführer Thorsten Storm: „Kiel war bei Länderspielen immer eine Bank, das waren immer echte Feste. Und ich weiß nicht, ob das in München auch so sein wird“.

Ticket-Ansturm

Bis der Ball bei der Weltmeisterschaft wieder fliegt, ist es zwar noch eine Zeit lang hin, doch schon jetzt sind große Teile des Ticketkontingentes erschöpft. Für die vier deutschen Spielorte Köln, München, Berlin und Hamburg wurden bereits mehr als 250.000 Karten verkauft. Inklusive der dänischen Spielorte Herning und Kopenhagen sind es über 400.000 verkaufte Tickets. „Die Heim-WM im kommenden Januar bleibt ein Zuschauermagnet und bewegt die Menschen in Deutschland. Wir spüren auf allen Ebenen eine große Vorfreude auf das Turnier“, sagte Mark Schober, Vorstandsvorsitzender des Deutschen Handballbundes: „Wir werden in den kommenden Monaten weiterhin mit vielen Aktionen auf unterschiedlichen Veranstaltungen, auch abseits des Handballs, versuchen, das Interesse an der WM zu steigern.“

Erneuter TV-Blackout wohl abgewendet

Nach den finanziellen Problemen des Vermarkters drohte im Handball, wie schon 2015 und 2017, ein Chaos bei den TV-Rechten. Und das ausgerechnet vor der Heim-WM 2019 in Deutschland. Nun geben die IHF und der DHB jedoch Entwarnung, denn die IHF hat einen neuen Vermarkter für die weltweiten Medienrechte der Weltmeisterschaften 2019 bis 2025 gewonnen. Das in Hamburg ansässige Unternehmen Lagardère Sports übernimmt ab sofort den Vertrieb der TV-Verträge, unter anderem für die WM im kommenden Jahr in Deutschland und Dänemark. Diese einstimmige Entscheidung hat das IHF-Council getroffen, teilte der Weltverband am Montag mit.

Damit ist das drohende Szenario eines TV-Blackouts vom Tisch. Der Vertrag mit dem bisherigen Vermarkter MP & Silva wurde aufgrund finanzieller Schwierigkeiten von der 2004 gegründeten Sportmedienagentur beendet. MP & Silva hatte den Zuschlag erst im März diesen Jahres erhalten. Der DHB, der seit etwa drei Wochen von den Problemen bei MP & Silva wusste, ging daher zuletzt in die Offensive. Denn eine neue Ausschreibung der Vermarktungsrechte an den Weltmeisterschaften bis 2025 können die WM-Gastgeber nicht abwarten. „Wir haben den Weltverband IHF gebeten, eine schnelle Lösung für die WM 2019 zu finden“, sagte DHB-Präsident Andreas Michelmann. Die unbefriedigende Situation ist für den Verband umso ärgerlicher, ist er doch von den Auswirkungen unmittelbar betroffen. „Bei der WM-Planung stecken viele Schwierigkeiten im Detail. Dazu braucht man Zeit – und die wird knapp“, sagte DHB-Vorstandvorsitzender Mark Schober. So kann der genaue Turnier-Zeitplan, der großen Einfluss auf den Ticketverkauf hat, erst erstellt werden, wenn der TV-Partner feststeht.

Doch wie sieht es eigentlich bei Deutschlands Amateurhandballern aus? Freuen die sich auf die WM 2019 im eigenen Land? Ich habe mich bei den Spieler und Spielerinnen des MTV 1850 Köln umgehört.

Ein Bericht von Henning Otto (BA-SJ-07-VZ)

27.08.2019


Schlagworte: DHB, Handball, Heim-WM, Weltmeisterschaft 2019

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Datum: 27. August 2018
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